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Die Ampel plant im 3. Entlastungspaket die Erhöhung vom Kindergeld. Familien sollen ab kommendes Jahr 250 Kindergeld im Monat bekommen.
Update vom Mittwoch, 09. November, 12:27 Uhr: Familien sollen ab 2023 mehr Kindergeld bekommen als bisher gedacht. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) kamen die Koalitionsfraktionen am Mittwoch, 09. November 2022, zur Einigung, das Kindergeld zum 1. Januar einheitlich auf 250 Euro monatlich zu erhöhen.
Update vom Dienstag, 06. September 18:37 Uhr: Nach Kritik an der geplanten Kindergelderhöhung nur für das erste und zweite Kind soll die Leistung auch für das dritte Kind erhöht werden. Dies bestätigte die Bundesfamilienministerin Lisa Paus am Dienstag auf Nachfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Das Kindergeld für das dritte Kind wird gleichgezogen, also auf dasselbe Niveau erhöht wie das Kindergeld für die ersten beiden Kinder“, sagte die Grünen-Politikerin. „Das heißt, dass es für das erste, zweite und dritte Kind je 237 Euro monatlich geben wird.“
Im Rahmen ihres am Wochenende vereinbarten dritten Entlastungspakets hatte die Koalition verabredet, das Kindergeld für das erste und zweite Kind zum 1. Januar um 18 Euro monatlich anzuheben. Nach der heutigen Verhandlung beträgt es jeweils 219 Euro für das erste und zweite Kind. Für das dritte gibt es 225 Euro, für das vierte und jedes weitere Kind 250 Euro.
Erstmeldung vom Sonntag, 04. September 2022 um 14:55 Uhr: Berlin – Erst der Kinderbonus, nun ein weiterer Zuschlag: Die Ampel-Koalition will Familien in der Gaskrise spürbar entlasten. So soll das Kindergeld ab Januar 2023 um 18 Euro für das erste und zweite Kind erhöht werden. Darauf verständigte sich die Bundesregierung von Kanzler Olaf Scholz (SPD) bei den Beratungen zum 3. Entlastungspaket. Doch während die Ampel-Koalition das Land mit dem Milliardenprogramm für die kommenden Härten gut gerüstet sieht, regte sich bei den Sozialverbänden die erste Kritik. Der geplante Kinderzuschlag sei ein „schlechter Witz“, schimpfte der Präsident des Paritätischen Wohlfahrtverbandes, Ulrich Schneider, bei Twitter. Doch was genau ist geplant? Und wie läuft die Auszahlung?
3. Entlastungspaket: Ab wann? Bundesregierung plant Erhöhung vom Kindergeld ab 2023
Zuvor hatte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) das 3. Entlastungspaket der Öffentlichkeit präsentiert. 20 Stunden lang hatte die Ampel-Koalition um einen Kompromiss gerungen. Dann stand die Einigung. Insgesamt sollen in Deutschland 65 Milliarden Euro investiert werden, um die Härten von hohen Strompreisen und Gaspreisen im kommenden Winter abzufedern. Neben Steuererleichterungen, der Auszahlung einer Energiepauschale von 300 Euro an Rentner oder eine Wohngeld-Reform mit Heizkostenzuschuss ist auch die Erhöhung des Kindergeldes vorgesehen.
Entlastungspaket 3: Ab 2023 wird die Auszahlung um 18 Euro für das erste und zweite Kind erhöht
So soll ab Jahresbeginn 2023 das Kindergeld um 18 Euro für das erste und zweite Kind erhöht werden. Der Höchstbetrag des Kinderzuschlags für Familien mit niedrigem Einkommen soll zudem von aktuell 229 auf 250 Euro angehoben werden. Diese Maßnahmen würde für viele Familien eine große Entlastung bedeuten, versprach Scholz bei der Vorstellung der Ergebnisse zum dritten Entlastungspaket. Vor allem bei Eltern mit geringem Einkommen würde sich die Summe bemerkbar machen, vor allem „wenn mehrere Kinder im Haushalt leben“, so der Kanzler.
Kindergelderhöhung 2023: Die Termine der Auszahlung sind gestaffelt
Aktuell haben alle deutschen Kinder Anspruch auf Kindergeld, wenn sie jünger als 18 Jahre sind, in Deutschland oder der Europäischen Union (EU) gemeldet und mit einem Elternteil im Haushalt zusammenleben. Das Kindergeld wird dabei immer an einen Elternteil ausgezahlt. Unabhängig von der Kindergeld-Erhöhung 2023 sind die Auszahlungstermine im Monat gestaffelt und richten sich nach der Endziffer der Kindergeldnummer. Als Erstes landet der Kindergeldbonus also auf dem Konto von Eltern, dessen Kindergeldnummer 0 beträgt, wie die Beispieltabelle für den Oktober 2022 zeigt. Die Auszahlungstermine für das neue Kindergeld stehen noch nicht fest.
Die Auszahlungstermine für Kindergeld im Oktober 2022 laut der Bundesagentur für Arbeit
| Kindergeld-Endziffer: | Auszahlungstermine Kindergeld im Juli 2022: |
| 0 | 6. Oktober 2022 |
| 1 | 7. Oktober 2022 |
| 2 | 10. Oktober 2022 |
| 3 | 11. Oktober 2022 |
| 4 | 12. Oktober 2022 |
| 5 | 14. Oktober 2022 |
| 6 | 17. Oktober 2022 |
| 7 | 18. Oktober 2022 |
| 8 | 19. Oktober 2022 |
| 9 | 21. Oktober 2022 |
Kindergeld: Eltern müssen die Auszahlung beantragen – Erhöhung muss 2022 noch durch Bundestag
Grundsätzlich muss das Kindergeld ab Geburt beantragt werden. Die Erhöhung erfolgt aber automatisch und soll ab Januar 2023 auf das Konto der Eltern überwiesen werden. Jedoch muss das entsprechende Gesetz im Zuge des 3. Entlastungspakets noch durch das Kabinett, den Bundestag und den Bundesrat gebracht werden.
In der Regel erhalten Eltern in Deutschland für das erste und zweite Kind aktuell 219 Euro Kindergeld im Monat, nach der Erhöhung sind es dann 237 Euro. Leben noch mehr Kinder im Haushalt, steht den Familien ab dem dritten Kind mehr Kindergeld zu – selbst, wenn dessen Geschwister beim anderen Elternteil leben sollten. Die Erhöhung im 3. Entlastungspaket betrifft aber offenbar jetzt nur die ersten beiden Kinder.
Kindergeld 2022: Höhe der Auszahlung richtet sich nach der Anzahl der Kinder
- Höhe des Kindergelds
- 1. Kind: 219 Euro, bald 237 Euro
- 2. Kind: 219 Euro, bald 237 Euro
- 3. Kind: 225 Euro
- 4. Kind: 250 Euro
3. Entlastungspaket: Nach dem Kinderbonus gönnt die Bundesregierung den Familien neuen Zuschlag
Mit der Erhöhung des Kindergeldes reagiert die Bundesregierung auf die Gaskrise in Deutschland. Nachdem Russland die Lieferung mit Gas gedrosselt hat, steigen hierzulande die Preise für Strom und Gas stark an. Auch die Lebensmittelpreise sind enorm unter Druck. Bereits in den ersten beiden Entlastungspaketen hatte die Koalition deswegen die Familien bedacht und eine Auszahlung eines Kinderbonus von 100 Euro auf den Weg gebracht. Die Erhöhung des Kindergeldes soll die Einmalzahlung jetzt ergänzen und die Familien dauerhaft entlasten. „You will never walk alone, wir lassen niemanden allein“, sagte Scholz.
Kinderzuschlag im Entlastungspaket 3: Reaktionen auf Erhöhung fallen unterschiedlich aus
Inwieweit der Kinderzuschlag in der Energiekrise hilft, bleibt abzuwarten. Zuvor hatten die Koalitionäre stets betont, im 3. Entlastungspaket vor allem Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen zu entlasten. Anspruch auf Kindergeld haben aber auch Topverdiener. Auch sie werden die Erhöhung erhalten.
Was ist der Kinderzuschlag – und wer bekommt ihn?
Familien mit kleinem Einkommen haben unter Umständen einen Anspruch auf einen Kinderzuschlag. Der Bonus wird zusätzlich zum Kindergeld ausgezahlt. Deswegen nennt man ihn manchmal auch Kindergeldzuschlag. Die Auszahlung muss aber bei der Familienkasse beantragt werden. Bei einem bestimmten Einkommen wird dann eventuell 229 Euro extra für jedes Kind gezahlt. Die Dauer der Auszahlung beträgt in der Regel 6 Monate. Danach muss ein neuer Antrag gestellt werden.
Das Echo auf das dritte Entlastungspaket fiel dementsprechend geteilt aus. So sieht der Ifo-Präsident Clemens Fuest in dem Beschlusspapier zum dritten Entlastungspaket insgesamt viel Licht und Schatten. Grundsätzlich sei erkennbar, dass die Politik den Menschen durch die Krise helfen wolle. Die beschlossenen Maßnahmen, so kritisierte er in der Frankfurter Allgemeinen, seien aber zu wenig zielgenau: „Hier ist man teils mit der Gießkanne unterwegs.“
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