Scholz will keine warmen Wohnungen im Winter versprechen – auf Frage nach Spartipps folgt trockenes „nö“
VonBedrettin Bölükbasi
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Laut Bundeskanzler Scholz ist die Bundeswehr bereits auf dem Weg, die größte Nato-Armee in Europa zu werden. Mit Blick auf die Unterstützung der Ukraine verwies er auf seinen Amtseid.
Update vom 28. Juni, 20.30 Uhr: Bundeskanzler Olaf Scholz äußerte sich in der ARD-Sendung „Farbe bekennen” zur Energiesituation in Deutschland. „Wir haben uns ja sehr früh mit der Frage beschäftigt, ’Was passiert eigentlich, wenn die Energielieferungen unsicher werden’“, so Scholz. Schon im Dezember habe er sich hierfür mit den Zuständigen getroffen. Auf Nachfrage, ob er den versprechen könne, ob die Wohnungen warm bleiben würden, antwortete der Kanzler: „Ich sage wir haben genau das getan, was man tun kann und werden noch viele weiteren Maßnahmen ergreifen, um uns auf eine sehr schwierige Situation vorzubereiten.“ Die Situation sei allerdings nicht einfach. An dieser Stelle schoss der Bundeskanzler gegen die Vorgänger-Regierung. Laut Scholz hätte man Maßnahmen wie das Füllen von Gasspeichern oder das Bauen von Pipelines an die norddeutsche Küste schon früher ergreifen können. Ob er ähnlich wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck praktische Tipps zum Sparen habe, antwortet Scholz trocken: „Nö.“
Update vom 28. Juni, 20.25 Uhr: Mit Blick auf den G20-Gipfel signalisierte Bundeskanzler Olaf Scholz in der ARD-Sendung „Farbe bekennnen“, dass eine Zusammenkunft mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin möglich sein könnte. Auf die Frage, ob man mit Putin an einem Tisch sitzen würde, antwortete der Kanzler: „Alle haben gesagt, wir werden es jetzt nicht dazu kommen lassen, dass es diese Zusammenkunft nicht mehr gibt. Das wäre ja die Konsequenz und wäre ein großer Fehler in der Weltpolitik. Ich glaube, das darf man nicht kleiner sagen.“
Scholz stellt sich Fragen in ARD-Show - nach dem G7-Gipfel in Elmau
Erstmeldung vom 28. Juni: München — Der Ukraine-Konflikt führt zu einer grundlegenden Veränderung der Verteidigungseinstellung vieler europäischer Länder. Von dieser Umwälzung infolge des Angriffskriegs von Wladimir Putin ist auch Deutschland betroffen. Die Bundesregierung plant, die Bundeswehr erheblich zu stärken.
Der Ukraine-Krieg sowie Herausforderungen und Maßnahmen im Zusammenhang damit waren auch beim G7-Gipfel in Elmau das zentrale Thema. In der ARD-Sendung „Farbe bekennen“ äußerte sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nach Abschluss des Gipfels zu den Plänen für das deutsche Heer. Dem Kanzler zufolge ist man gerade auf einem guten Weg.
Scholz-Plan für Bundeswehr in ARD-Show „Farbe bekennen“: „Größte konventionelle Nato-Armee in Europa entsteht“
Deutschland ist nach den Worten von Scholz in der ARD-Sendung inzwischen bereits das Land in Europa, das neben den USA „sicherlich den größten Beitrag“ in der Nato leistet. „Da entsteht, und das ist ja dann auch für die Verteidigungsfähigkeit der Nato insgesamt wichtig, die größte konventionelle Armee im Nato-Rahmen in Europa“, sagte der Kanzler.
Mit der Verabschiedung des Sondervermögens von hundert Milliarden Euro für die Bundeswehr durch den Bundestag in Reaktion auf den Ukraine-Krieg sei der Konsens in Deutschland erzielt worden, „dass wir für die Verteidigung mehr Geld ausgeben“, betonte Scholz. „Wir werden so im Schnitt der nächsten Jahre etwa 70 bis 80 Milliarden Euro pro Jahr für Verteidigung ausgeben“, verkündete der Kanzler und fügte hinzu: „Und dann ist Deutschland das Land, das am meisten dafür investiert.“
G7 und Co.: Bilder der Proteste gegen die Globalisierung
Von Nato-Partnern und insbesondere von den USA unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump war Deutschland immer wieder vorgeworfen worden, zu wenig Geld für das Militär auszugeben. Nach dem Beginn des Ukraine-Krieges am 24. Februar hatte Scholz immer wieder von einer „Zeitenwende“ für Europa gesprochen und das 100-Milliarden-Sondervermögen vorgeschlagen.
Scholz unterstreicht „maximale Unterstützung für Ukraine“ und verweist auf „Amtseid“
Scholz äußerte sich in der ARD zudem über die Ukraine. „Ich glaube, dass jeder, der Verantwortung in der Welt hat, sich jeden Tag mit der Frage beschäftigen muss, wie wir es hinbekommen, dass wir die maximale Unterstützung für die Ukraine gewährleisten können“, führte der Kanzler an.
Gleichzeitig müsse man aber eine Eskalation vermeiden, „die die ganze Welt in Mitleidenschaft nehmen würde“. Hier verwies Scholz auf seine Verantwortung als Bundeskanzler: „Das ist der Amtseid, den ich geschworen habe, und ich werde dem immer Folge leisten.“ (bb mit dpa/AFP)