Beliebtheit im Keller: Merz erreicht Scholz-Niveau in aktueller Umfrage
VonChristian Stör
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Friedrich Merz stürzt in Umfragewerten ab. Die Union kämpft mit der Krise, während ihr Chef nach sechs Monaten Scholz' Tiefstwert erreicht.
Berlin – Friedrich Merz hat weiter an Zustimmung verloren. 76 Prozent der Befragten sind laut einer aktuellen Umfrage mit seiner Arbeit unzufrieden. Das ist der schlechteste Wert beim Meinungsforschungsinstitut Forsa seit seinem Amtsantritt im Mai. Nur 22 Prozent zeigten sich noch zufrieden mit der Arbeit des Kanzlers. Damit hat Merz nach nur sechs Monaten im Amt bereits das Beliebtheitstief seines Vorgängers Olaf Scholz erreicht.
Friedrich Merz bleibt unpopulär: In der Forsa-Umfrage gehen die Werte des Kanzlers (hier mit Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt, links, und David-Ruben Thies, Geschäftsführer der Waldkliniken Eisenberg), permanent nach unten.
Sein Vorgänger hat dafür allerdings mehr als zweieinhalb Amtsjahre gebraucht. In der zweiten Juli-Woche 2024 hatte Forsa ebenfalls einen Wert von 76 Prozent Unzufriedenen ermittelt. Zufrieden zeigten sich damals 23 Prozent, hier lag der Wert also noch besser als bei Merz. Ob das Ansehen von Olaf Scholz später noch niedriger war, lässt sich nicht feststellen. Forsa hatte die Meinungen zum SPD-Kanzler danach nur noch in Relation zu seinen Herausforderern bei der folgenden Bundestagswahl abgefragt.
Umfrage zur Merz: Zufrieden mit Kanzler Merz?
Ja
22 %
Nein
76 %
Ansehen von CDU und CSU liegt in neuer Umfrage weiter am Boden
Auch das Ansehen von CDU und CSU liegt weiter am Boden. Auf die Frage, welche Partei mit den Problemen in Deutschland am besten fertig wird, fallen nur noch 15 Prozent auf die Parteien der Union. Das ist der schwächste Wert seit anderthalb Jahren. Damit schneidet sie aber immer noch am besten ab.
Die AfD kommt bei dieser Frage auf 13 Prozent. Die SPD legt um einen Punkt auf 6 Prozent zu, Die Linke klettert um einen Punkt auf 5 Prozent und liegen damit gleichauf mit den Grünen. Weitere 2 Prozent der Befragten nennen eine der sonstigen Parteien. Wie in der Vorwochen nennen 54 Prozent keine Partei, der sie politische Kompetenz zutrauen.
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Neue Umfrage: Sonntagsfrage zeigt keine Veränderungen
Bei der Sonntagsfrage verharren CDU und CSU im aktuellen Trendbarometer von RTL und ntv weiter bei 25 Prozent. Sie bleiben damit allerdings damit auf dem zweiten Platz hinter der AfD mit unverändert 26 Prozent. Die drittplatzierte SPD liegt weiter bei 14 Prozent.
Es folgen die Grünen mit unverändert 12 Prozent. Damit liegen sie lediglich einen Punkt vor der Linken mit 11 Prozent. Alle weiteren Parteien bleiben unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, darunter FDP und BSW mit jeweils 3 Prozent.
AfD
26 %
CDU/CSU
25 %
SPD
14 %
Grüne
12 %
Linke
11 %
BSW
3 %
FDP
3 %
Sonstige
6 %
Institut: Forsa. Erhebungszeitraum: 25. November bis 1. Dezember. Fallzahl: 2501 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: plus/minus 2,5 Prozentpunkte.
Umfragen sind keine Prognosen
Umfragen sind generell immer mit Unsicherheiten behaftet. Unter anderem erschweren nachlassende Parteibindungen und immer kurzfristigere Wahlentscheidungen den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Grundsätzlich spiegeln Umfragen nur das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung wider und sind keine Prognosen auf den Wahlausgang. Zudem ist stets ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten zu beachten (Fehlertoleranz).
Die Umfragen in Deutschland sind zuletzt recht genau ausgefallen. So lag die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute bei der Bundestagswahl 2025 laut dem Internetportal Dawum bei gerade einmal 1,06 Prozentpunkten. Berücksichtigt wurden dabei all diejenigen Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten. (Quellen: Forsa, ntv, Dawum) (cs)