Kurz nach Militäroperation

Katastrophe in Berg-Karabach: Mindestens 20 Tote und Hunderte Verletzte nach Explosion

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    Nail Akkoyun
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Eine verheerende Explosion in einem Treibstoffdepot in Berg-Karabach fordert Hunderte Opfer. Die genaue Ursache des Unglücks ist zunächst unklar.

Update vom 26. September, 8.30 Uhr: Neue Details zur Explosion in Berg-Karabach: Mindestens 20 Menschen sind bei dem Unglück in einem Treibstofflager gestorben. Weitere 290 Menschen seien mit unterschiedlich schweren Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert worden, teilte das Gesundheitsministerium der südkaukasischen Region jetzt mit. Die Ursache der Explosion ist noch unklar, teilte die Nachrichtenagentur dpa weiter mit.

Armenien meldet 13.350 Flüchtlinge seit Niederlage in Berg-Karabach

Update vom 26. September, 8.14 Uhr: Nach der Kapitulation Berg-Karabachs sind inzwischen 13.350 Flüchtlinge aus der Region in Armenien angekommen. Das teilte die armenische Regierung jetzt mit. Die Regierung stelle allen ohne Obdach eine Unterkunft zur Verfügung.

Für die Armenier:innen im Karabach und dem Mutterland ist die Niederlage ein neuer Schock – der armenische Premier Nikol Paschinjan steht nun unter Druck.

Armenier aus der Region Berg-Karabach auf der Flucht

Konflikt um Berg-Karabach: Alijew trifft Erdogan

Update vom 26. September, 6.21 Uhr: Tausende Flüchtlinge aus Berg-Karabach kommen nun in Armenien an. Es seien bereits 6650 Menschen eingereist, teilte die armenische Regierung mit. AFP-Journalisten sahen Flüchtlingsgruppen in einem humanitären Hilfszentrum in einem Theatergebäude in Goris, die sich dort für den Weitertransport und für Unterkünfte registrieren lassen wollten.

Aserbaidschans Präsident Ilham Alijew sicherte den armenischen Bewohnern von Berg-Karabach bei einem Treffen mit seinem türkischen Kollegen Recep Tayyip Erdogan die „Garantie“ ihrer Rechte zu. Berg-Karabach gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, in dem Gebiet leben aber überwiegend Armenier. Erdogan und Alijew feiern nun einen Sieg in Berg-Karabach.

Katastrophe in Konfliktregion: Hunderte Verletzte nach Explosion in Berg-Karabach

Erstmeldung vom 25. September: Stepanakert – In der umkämpften Konfliktregion Berg-Karabach im Südkaukasus hat es infolge der Explosion eines Treibstoffdepots Hunderte Opfer gegeben. Das Büro des Menschenrechtsbeauftragten der international nicht anerkannten Republik sprach am Montagabend von mindestens 200 Verletzten und einer unbekannten Zahl von Toten unweit der Gebietshauptstadt Stepanakert. Unklar war zunächst, was die Katastrophe in der mehrheitlich von Armeniern bewohnten Region auslöste, die in der vergangenen Woche von Aserbaidschan angegriffen und besiegt wurde.

Auf Fotos in sozialen Netzwerken waren große Flammen zu sehen. Die Politikerin Metakse Akopjan erklärte, an dem Lager hätten zum Zeitpunkt des Unglücks viele Menschen für Benzin angestanden, weil sie mit Autos vor den Aserbaidschanern nach Armenien fliehen wollten.

Das Menschenrechtsbüro der Region appellierte an die internationale Gemeinschaft: Es sei dringend notwendig, insbesondere schwer verletzte Menschen zur Behandlung auszufliegen. „Die medizinischen Kapazitäten Berg-Karabachs sind nicht ausreichend, um die Leben der Menschen zu retten“, hieß es in der Mitteilung auf X (ehemals Twitter).

Rauch steigt nach einer Explosion eines Tanklagers in der Nähe von Stepanakert in Berg-Karabach auf.

Konflikt um Berg-Karabach: Explosion könnte humanitäre Lage weiter verschlechtern

Die humanitäre Lage in Berg-Karabach, das seit langem zwischen den beiden verfeindeten Ex-Sowjetrepubliken Armenien und Aserbaidschan umkämpft ist, ist ohnehin katastrophal. Seit Monaten blockieren Aserbaidschaner die einzige armenische Zufahrtsstraße, weshalb Lebensmittel, Medikamente und Benzin in der Region knapp sind.

Am vergangenen Dienstag (19. September) startete das autoritär geführte Aserbaidschan eine Militäroperation zur Eroberung Berg-Karabachs. Nur einen Tag später ergaben sich die unterlegenen Karabach-Armenier. Während der kurzen Kämpfe starben armenischen Angaben zufolge mehr als 200 Menschen, mehr als 400 weitere wurden demnach verletzt. Die Zehntausenden armenischen Zivilisten in der Region fürchten nun, vertrieben oder von den neuen aserbaidschanischen Machthabern unterdrückt zu werden. (nak/dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/Siranush Sargsyan/AP

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