Für ihren Abwehrkampf gegen Russland soll das ukrainische Militär von der Bundeswehr vier weitere Panzerhaubitzen erhalten.
Berlin - Die Lieferung werde unverzüglich in die Wege geleitet, teilte das Verteidigungsministerium am Montag in Berlin mit. Bei der Panzerhaubitze 2000 handelt es sich um schwere Artilleriegeschütze mit einer Reichweite bis zu 40 Kilometer. Die Lieferung soll auch ein Munitionspaket beinhalten.
Die Bundesregierung betonte, dass die Ukraine den Wunsch nach weiteren Haubitzen geäußert habe. «Die von Deutschland und den Niederlanden gelieferten Panzerhaubitzen 2000 haben sich im Gefecht mehr als bewährt», sagte Verteidigungsministerin Christine Lambrecht (SPD) laut Mitteilung. «Um die Ukraine in ihrem mutigen Kampf gegen den brutalen russischen Angriff weiter zu unterstützen, wird Deutschland diesem Wunsch nachkommen.» Mit den vier Panzerhaubitzen steige die Zahl der von Deutschland gelieferten Artilleriegeschütze auf 14.
Die Ukraine hat von westlichen Staaten wie Deutschland auch Kampf- und Schützenpanzer gefordert, die die Truppen bei Vorstößen und der Rückeroberung von Gebieten nutzen könnten und die für den Einsatz im direkten Gefecht gebaut sind. Schützenpanzer dienen dazu, Soldaten möglichst sicher ins Kampfgebiet zu transportieren und diese im Gefecht zu unterstützen. Bisher hat kein Nato-Land Kampfpanzer westlicher Bauart geliefert. Kanzler Olaf Scholz betont stets, dass es in dieser Frage keinen deutschen Alleingang geben werde.
Ukrainische Truppen drängen Russen im Osten des Landes weiter zurück
In den ostukrainischen Gebieten Charkiw, Donezk und Luhansk haben die ukrainischen Truppen den russischen Gegner offenbar weiter zurückgedrängt. Am Montag meldeten Kiewer Medien die Rückeroberung des Orts Jarowa am linken Ufer des Siwerskyj Donez. Offizielle Bestätigungen von ukrainischer oder russischer Seite lagen zunächst nicht vor. Zuvor kursierten bereits Videos über erfolgreiche Vorstöße der ukrainischen Truppen auf das linke Ufer des Oskil im Gebiet Charkiw bei Kupjansk und Borowa.
Zudem ist es ukrainischen Einheiten offensichtlich ebenfalls gelungen, bei Bilohoriwka über den Siwerskyj Donezk zu setzen und einen Angriff auf Kreminna durchzuführen. Der Chef der Donezker Separatisten, Dennis Puschilin, sprach im russischen Fernsehen zumindest von einer abgewehrten Attacke auf die seit April unter russischer Kontrolle stehende Kleinstadt.
Bilohoriwka, das laut dem Militärgouverneur der Region Luhansk, Serhij Hajdaj, wieder von ukrainischen Truppen kontrolliert wird, und Kreminna liegen bereits im Luhansker Gebiet. Die russische Führung hatte Anfang des Sommers die völlige Eroberung der Region gemeldet. Von der beginnenden Unruhe in dem Separatistengebiet zeugt zudem ein Eilantrag der dortigen «Bürgerkammer», schnellstens ein Referendum über den Beitritt zu Russland zu veranstalten.
Russland war am 24. Februar in die Ukraine einmarschiert. Seit Anfang September geraten die russischen Einheiten aber zunehmend in Bedrängnis und mussten sich aus dem Großteil des Gebiets Charkiw unter Verlusten zurückziehen. (dpa)