Der Vorsitzende der FDP-Bundestagsfraktion, Christian Dürr, hat zum wiederholten Mal ein Ende der Maskenpflicht im Fernverkehr gefordert.
Berlin - «Die breite Mehrheit der Menschen hat drei Jahre lang alle Corona-Maßnahmen bereitwillig mitgetragen», sagte der in Delmenhorst geborene Dürr am Dienstag den Zeitungen der Mediengruppe Bayern. Bei der Maskenpflicht ende aber das Verständnis. «Ich glaube, es ist nicht vermittelbar, dass man im bayerischen Regionalzug keine Maske tragen muss, im ICE nach München aber schon.»
Die Corona-Regeln des Bundes sind noch bis zum 7. April gültig. Sie schreiben unter anderem vor, dass Fahrgäste in Fernzügen und -bussen eine Maske tragen müssen. Die Regeln für den Nahverkehr erlassen die Länder. In Bayern, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein wird das Tragen einer Maske nur noch empfohlen.
Der in Lingen geborene Virologe Christian Drosten hatte in der vergangenen Woche in einem Interview des «Tagesspiegels» unter anderem gesagt, nach seiner Einschätzung sei die Pandemie vorbei und werde zu einer Endemie. Die FDP forderte daraufhin ein Ende der Corona-Maßnahmen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) wies das zuletzt unter Verweis auf volle Kliniken, überlastetes Personal und eine Übersterblichkeit zurück, ließ aber offen, ob bis April an den Regeln festgehalten wird.
EU-Behörde: Corona-Welle in China beeinflusst Lage in Europa nicht
Nach Einschätzung der EU-Gesundheitsbehörde ECDC mit Sitz im schwedischen Solna hat die massive Corona-Welle in China voraussichtlich keine Auswirkungen auf die epidemiologische Situation in Europa. «Die Varianten, die in China zirkulieren, zirkulieren auch schon in der EU, und stellen als solche keine Herausforderung für die Immunantwort von Bürgern der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraums (EWR) dar», hieß es in einer Mitteilung am Dienstag. Außerdem gebe es eine relativ hohe Immunität und Impfquote unter Bürgern der EU und des EWR.
Die Behörde mit Sitz in Schweden beobachte die Situation verstärkt, arbeite eng mit der Weltgesundheitsorganisation zusammen und sei in regelmäßigem Kontakt mit den chinesischen Behörden, hieß es weiter. Es herrsche aber weiter ein Mangel an verlässlichen Daten über Covid-19-Fälle, Tote sowie die Lage in Krankenhäusern und auf Intensivstationen in China. (dpa)