Trotz hoher Zugewinne für die CDU bei der Berlin-Wahl sieht die SPD-Vorsitzende Saskia Esken «keine Machtoption» für deren Spitzenkandidaten Kai Wegner.
Berlin - «Kai Wegner hat ganz klar einen Abgrenzungs- und Spaltungswahlkampf betrieben», sagte die in Stuttgart geborene Esken am Sonntagabend in der ARD-Talkshow «Anne Will». Daher sehe sie wenige Möglichkeiten für ihn zu einer Regierungsbildung.
Die CDU hatte bei der Wahl am Sonntag mit klarem Abstand vor SPD und Grünen gelegen. Der in West-Berlin geborene CDU-Spitzenkandidat Wegner könnte aber Schwierigkeiten haben, Koalitionspartner zu finden. Sowohl die SPD als auch die Grünen hatten eine Präferenz für eine Fortsetzung der bisherigen rot-grün-roten Regierung ausgesprochen.
Esken hält Regierungskoalition unter Giffey für möglich
SPD-Chefin Saskia Esken hält trotz Verlusten ihrer Partei bei der Berlin-Wahl eine Regierungskoalition unter Franziska Giffey für denkbar. «Was das Ergebnis jetzt schon zeigt, ist, dass eine Regierungskoalition unter der in Frankfurt an der Oder geborenen Franziska Giffey und der SPD, mit Beteiligung der SPD möglich ist», sagte die Politikerin am Sonntagabend im ZDF. «Die Koalition, die für den Zusammenhalt in einer weltoffenen Stadt steht, die in Lösungen denkt statt in Problemen, die Berlin als Weltstadt präsentiert und voranbringt.»
Nach den Hochrechnungen von ARD und ZDF musste die SPD mit ihrer Spitzenkandidatin Giffey bei der Wiederholungswahl Verluste einstecken und lieferte sich mit den Grünen ein enges Rennen um Platz zwei. Auf Platz eins lag mit deutlichem Vorsprung die CDU. (dpa)