Saskia Esken

Koalitionsstreit: SPD-Chefin Esken befürwortet zwölf Milliarden Euro für Kindergrundsicherung

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Saskia Esken befürwortet den Vorschlag, mehr Geld in die Bekämpfung von Kinderarmut zu investieren.

Vor dem Hintergrund des Koalitionsstreits um die Kindergrundsicherung hat SPD-Chefin Saskia Esken angemerkt, dass sie die von den Grünen geforderte Summe von zwölf Milliarden Euro für notwendig hält.

Berlin - «Ich gehe davon aus, dass wir den Betrag von zwölf Milliarden auch brauchen werden», sagte Esken am Dienstag im ZDF-Morgenmagazin. Sie unterstützt damit die Forderung von der in Rheine geborenen Familienministerin Lisa Paus (Grüne), mehr Geld in die Bekämpfung von Kinderarmut zu investieren.

Bislang seien die zwölf Milliarden Euro aber noch eine Schätzung, sagte die in Stuttgart geborene Esken. Wichtigstes Ziel müsse sein, mehr Menschen aus dem Kreis der Anspruchsberechtigten zu erreichen. «Es kommt vor allem darauf an, dass wir wirklich alle Kinder und Jugendlichen und ihre Familien eben erreichen, die diese Unterstützung auch brauchen», sagte sie.

Mit der im Koalitionsvertrag vereinbarten Kindergrundsicherung will die Ampel-Koalition mehr Kinder aus der Armut holen. Sie soll ab 2025 die staatlichen Leistungen für Familien und Kinder bündeln. Umstritten ist jedoch, was alles dazugehören soll.

Familienministerin Paus will eine Aufstockung auf zwölf Milliarden Euro, weil die bisherigen Hilfen ihrer Meinung nach Kinderarmut nicht ausreichend bekämpfen. Der in Wuppertal geborene Finanzminister Christian Lindner (FDP) hingegen sieht kaum Spielraum im Haushalt und verweist auf die bereits erfolgte deutliche Kindergelderhöhung auf 250 Euro im Monat.

Esken sagte, nicht nur das Kindergeld, sondern auch der Kinderzuschlag seien zum Jahresanfang massiv erhöht worden. Bei der Kindergrundsicherung komme es darauf an, die Auszahlungen für Empfänger zu erleichtern. Die Anträge für alle Einzelleistungen seien «einfach zu kompliziert, zu aufwendig», so die SPD-Chefin. (dpa)

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