SPD-Chefin Saskia Esken ist der Meinung, dass die Berliner Demonstration für Friedensverhandlungen mit Russland auf Initiative von Sahra Wagenknecht und Alice Schwarzer nur einen Nutzen für Putins Propaganda haben.
Berlin - «Ich habe großes Verständnis für die vielen Menschen, die sich Sorgen machen, die verunsichert sind, dass dieser Krieg auch eskalieren könnte», sagte die in Stuttgart geborene Esken am Montag in Berlin. «Wofür mir jedes Verständnis fehlt, ist, wenn hier mit Russlandfahnen gemeinsam mit Rechtsaußen demonstriert wird», so Esken weiter. So würden Bilder erzeugt, die nur Russlands Präsidenten Wladimir Putin und seiner Propaganda nutzten.
Am Samstag waren in Berlin mehrere Tausend Menschen einem Aufruf von Linke-Politikerin Wagenknecht und der in Wuppertal geborenen Frauenrechtlerin Schwarzer zu einer Kundgebung unter dem Motto «Aufstand für den Frieden» gefolgt. Wagenknecht forderte einen Stopp von Waffenlieferungen an die von Russland angegriffene Ukraine und mahnte Friedensverhandlungen an.
Die Hunderttausenden Menschen, die sich zum Jahrestag des Angriffs am Freitag überall im Land versammelt hätten, hätten Putins verbrecherischen, neoimperialistischen Angriffskrieg gegen die Ukraine dagegen klar verurteilt, erklärte Esken. «Das ist das, was mir gefehlt hat bei dem sogenannten Aufstand, die klare Benennung dessen, wer Aggressor ist bei diesem Krieg und wer sich verteidigt.» Der Schlüssel für ein Ende des Kriegs liege allein bei Putin. (dpa)