Besuch in Mar-a-Lago

Orbán äußert sich nach Treffen: Trump will „keinen Penny“ für Ukraine-Krieg ausgeben

  • schließen

Viktor Orbán hat kürzlich den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump besucht – und nichts als gute Worte für den Republikaner übrig.

Update vom 11. März, 20.55 Uhr: Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat nach Angaben des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán beim Treffen der beiden gesagt, er werde „keinen Penny“ für den Ukraine-Krieg ausgeben. In einem Interview mit dem ungarischen Fernsehsender M1 sagte Orbán über Trump: „Er hat eine sehr klare Vision, der man nur schwerlich nicht zustimmen kann. Er sagt Folgendes: Zuallererst wird er für den Krieg zwischen der Ukraine und Russland keinen Penny ausgeben.“

Weiter sagte Orbán dem Interview: „Deshalb wird der Krieg enden, denn es ist offensichtlich, dass die Ukraine nicht auf eigenen Füßen stehen kann (...). Wenn die Amerikaner kein Geld geben, werden die Europäer allein nicht in der Lage sein, diesen Krieg zu finanzieren. Und dann ist der Krieg vorbei.“ Trump habe „ziemlich detaillierte Pläne, wie dieser Krieg zu beenden ist“, ergänzte Orbán - wollte dies jedoch auf Nachfrage nicht näher erläutern.

Trumps Team ließ eine Anfrage der Nachrichtenagentur AFP zu den Aussagen Orbáns zunächst unbeantwortet. Trump hat sich bisher zum Inhalt der Gespräche mit Orbán nicht geäußert. Der ungarische Regierungschef hatte den designierten Präsidentschaftskandidaten der US-Republikaner am Freitag in dessen Privatresidenz Mar-a-Lago im Bundesstaat Florida getroffen. Beide lobten einander am Rande des Treffens für ihre politischen Leistungen.

Trump trifft Orbán in Mar-aLago

Erstmeldung vom 9. März: Budapest/Washington - Der ungarische Präsident Viktor Orbán und Donald Trump, der frühere US-Präsident, verstehen sich prächtig - auch abseits des Politischen. Nach einem Treffen auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida hat Orbán den republikanischen Präsidentschaftskandidaten jetzt in den höchsten Tönen gelobt.

Für Orbán scheint sein Florida-Besuch eindeutig positiv gewesen zu sein; in der Nacht auf Samstag, also direkt nach dem Treffen, veröffentliche er auf der Social-Media-Plattform Facebook eine Videobotschaft voller warmer Worte für Trump. In dem mit „Ungarn braucht Frieden. Sein Name: Donald Trump“ betitelten Video, stilisiert Orbán den Republikaner zu einer fast heldenhaften Gestalt. Solange Trump an der Macht gewesen sei, habe es weder den Ukraine-Krieg noch den Krieg in Israel gegeben. Wäre Trump noch immer US-Präsident, so Orbán weiter, wäre es auch nie zu diesen gewaltvollen Konflikten gekommen. Schließlich habe er „in der Welt Respekt geboten und damit die Voraussetzungen für den Frieden geschaffen“.

Viktor Orbán und Donald Trump

Victor Orbán ist von Donald Trump begeistert - Er sei der „Präsident des Friedens“

Trump sei der „Präsident des Friedens“ und Ungarn sei am besten damit beraten, diese Rolle anzuerkennen. Für Orbán steht fest: „Die Welt wäre besser und für Ungarn wäre es besser, wenn Herr Präsident Donald Trump [an die Macht] zurückkehren würde“. Zudem erhoffe er sich von einer Wiederkehr Trumps ins Weiße Haus ein Aufleben der bilateralen Handelsbeziehungen zwischen Ungarn und der USA.

Us-Präsident Joe Biden zeigte sich wenig begeistert von der Begegnung. Bei einem Wahlkampfauftritt in Philadelphia fragte Biden sein Publikum, ob sie wüssten, wen Trump gerade in Mar-a-Lago treffe: „Orban aus Ungarn, der erklärt hat, dass er nicht glaubt, dass Demokratie funktioniert, und der eine Diktatur anstrebt“. Trotzdem habe er Hoffnung. Er sehe „eine Zukunft, in der wir die Demokratie verteidigen und sie nicht schwächen“. (tpn)

„Niemand ist besser“ als Orbán - wohl auch, weil er Trumps waghalsige Nato-Äußerungen stützt

Dahingegen scheint das Treffen dem ehemaligen US-Präsidenten gefallen zu haben. „Niemand ist besser, schlauer oder ein besserer Anführer als Viktor Orbán. Er ist fantastisch“, so Trump im Nachgang. Diese Lobpreisung ist wenig verwunderlich. Schließlich scheinen die Aussagen des ungarischen Regierungschefs zu stützen, was Trump im April vergangenen Jahres von sich selbst behauptete: dass er den Ukraine-Krieg „binnen 24 Stunden“ beenden könne, falls er wiedergewählt würde. Und, dass Putin die Ukraine nie angegriffen hätte, wenn er Präsident gewesen wäre. Belege musste er freilich für diese Behauptungen nicht liefern.

Im Februar legte Trump erneut nach und sagte, er werde Russland ermutigen, mit der Nato zu machen, „was auch immer es wolle“. Im selben Atemzug hatte Trump gedroht, bei einer Wiederwahl diejenigen Nato-Bündnispartner nicht mehr schützen zu wollen, deren Verteidigungsausgaben zu niedrig seien. Diese Äußerungen haben eine anhaltende Debatte über den Wegfall der transatlantischen Schutzgarantien und den selbstständigen Schutz Europas ins Rollen gebracht. (tpn)

Rubriklistenbild: © AFP PHOTO / PRESS OFFICE OF THE HUNGARIAN PRIME MINISTER

Kommentare