Suche nach neuem Premierminister

Boris Johnson: Labour scheitert mit zweitem Misstrauensvotum gegen Noch-Premier

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Die Suche nach Boris Johnsons Nachfolger ist in vollem Gange. Der Labour-Partei kann es damit nicht schnell genug gehen – sie wollen „BoJo“ sofort loswerden.

London – Boris Johnsons Nachfolger oder Nachfolgerin wird gesucht, die Kandidatinnen und Kandidaten werden nicht nur in Großbritannien hitzig diskutiert. Bis seine Nachfolge geklärt ist, bleibt Boris Johnson im Amt. Sein Rücktritt gilt also keineswegs ab sofort, der Opposition reicht dieser „perspektivische Rücktritt“ nicht aus, sie wollen den Skandal-geschüttelten Regierungschef unverzüglich loswerden. Um das zu bewerkstelligen, drängt die Labourpartei auf ein Misstrauensvotum – erfolglos. Bis wann müssen sie den geschassten Premier nun noch aushalten?

Boris Johnsons Nachfolger soll schnell gefunden werden, doch Tories lehnen erneutes Misstrauensvotum ab

In der Politik von Großbritannien könnten die Zeiten kaum unruhiger sein. Boris Johnson tritt als britischer Premierminister und Tory-Chef zurück. Doch nicht ab sofort: Der Noch-Premierminister bleibt Regierungschef, bis seine Nachfolge geklärt ist. Der Opposition um die Labour-Partei passt das nicht, sie wollen den Party-Premier möglichst sofort loswerden. Nun hat die britische Regierung einen Antrag der Labour Party auf ein Misstrauensvotum gegen „BoJo“ im Unterhaus abgelehnt. Man will sich bei den Konservativen auf die Suche nach Boris Johnsons Nachfolger konzentrieren.

Ein erneutes Misstrauensvotum gegen Boris Johnson wird es bis September wohl nicht geben. (Symbolbild) 

Unter bestimmten Umständen wäre dieses erneute Misstrauensvotum durchaus möglich gewesen, nun scheint es vom Tisch. Die Opposition muss den amtierenden Premierminister daher wohl noch einige Zeit „aushalten“. Der Labour Partei war von Regierungsseite ein Misstrauensvotum gegen die gesamte Regierung angeboten worden, das wollte man bei den Sozialdemokraten allerdings nicht. Oppositionschef Keir Starmer, der Johnson zuletzt einen „Mann ohne Scham“ nannte, hatte zuvor erklärt, der Premier dürfe nicht noch wochenlang im Amt bleiben, nachdem seine eigene Partei ihn als nicht geeignet befunden habe.

Boris Johnsons Nachfolger als Tory-Chef: Kampf um Neubesetzung könnte erbittert werden

Boris Johnsons Nachfolger oder Nachfolgerin als Tory-Chef oder Chefin soll bis zum September gefunden werden. Der Kampf um die Nachfolge von Boris Johnsons könnte erbittert werden: Die britische Kultusministerin Nadine Dorries sagte der Times mit Blick auf die kommenden Wochen: „Die Höllenhunde wurden losgelassen. Die Leute werden sich jetzt in den Medien gegenseitig zerreißen, es wird ein Blutbad werden.“

Die britische Boulevardpresse berichtet bereits von Leaks und erbittertem Wahlkampf – von Tag eins an. Wenngleich die Worte von Kultusministerin Dorries über ein „Blutbad“ etwas sehr dramatisch gewählt sind, wird mit einer Schlammschlacht um die Nachfolge Johnsons als Tory-Chef gerechnet. Der Noch-Regierungschef gibt sein Amt als Kopf der Tories und Premierminister ab, die Nachfolgen sollen schnell geklärt werden. Nach dem Rücktritt von Boris Johnson stehen bereits einige Kandidaten in den Startlöchern, die auf die Nachfolge von Johnson als Premierminister spekulieren.

Boris Johnsons Nachfolger als britischer Premierminister und Tory-Chef: Geduld bis September gefordert

Die Ernennung von Boris Johnsons Nachfolger als britischer Premierminister und Tory-Chef wird also noch einiges an Geduld in Anspruch nehmen. Doch wie viel genau? Bei den Konservativen gibt es bereits einen fixen Termin, wann der neue Parteichef oder die neue Parteichefin verkündet werden soll. Bis dahin bleibt Johnson im Amt.

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Genau genommen soll die Johnson-Nachfolge am 05. September 2022 verkündet werden. Graham Brady, Vorsitzender des einflussreichen Parteigremiums „1922 Committee“, hatte laut ZDF zuvor gesagt: „Wir müssen dafür sorgen, dass es eine angemessene Zeitspanne gibt, bevor das Ergebnis am 5. September bekannt gegeben wird.“ Bis dahin wird sich die Opposition wohl oder übel gedulden müssen. Die ersten Abstimmungsrunden in der Fraktion sollen noch am Mittwoch, dem 13.07.2022 beginnen.

Rubriklistenbild: © Michael Kappeler/dpa

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