Bundesumweltministerin Steffi Lemke begrüßt das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern bei der Suche nach einem Endlager für Atommüll.
Berlin - «Ich habe noch nie jemanden getroffen, der das Endlager bei sich zu Hause vor der Tür haben möchte», sagte die Grünen-Politikerin bei einer Veranstaltung des Nationalen Begleitgremiums (NBG) am Freitag in Berlin. «Eigentlich möchte es niemand haben. Wie wir dennoch Akzeptanz schaffen und Transparenz herstellen können, all das sind Aspekte, die mit Sicherheit der Techniker oder Kraftfahrer oder die Köchin einbringen kann.» Es sei wichtig, die Zivilgesellschaft einzubinden.
Das NBG setzt sich aus Personen des öffentlichen Lebens sowie Bürgern und Bürgerinnen zusammen, die in einem bestimmten Verfahren gewählt wurden. Das Gremium soll das Auswahlverfahren vermittelnd und unabhängig begleiten .Lemke sieht seit Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine mehr Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger bei dem Thema Endlager. «Auf jeden Fall hat das zu mehr Aufmerksamkeit auf den gesamten Ausstiegsprozess geführt», sagte die Ministerin.
Ursprünglich sollte spätestens Ende 2022 der letzte Atomreaktor in Deutschland vom Netz gehen. Doch die Energiekrise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine ließ die Bundesregierung umdenken: Die Laufzeit der drei verbliebenen Reaktoren wurde bis Mitte April verlängert.
Bislang lagert hochradioaktiver Müll an 16 über Deutschland verteilten Zwischenlagerstandorten. Die Suche nach einem Endlager gestaltet sich schwierig. Der Bundesgesellschaft für Endlagerung zufolge wird bis spätestens zur zweiten Jahreshälfte 2027 ein Vorschlag zur Eingrenzung der Suche auf bestimmte Regionen vorgelegt. Bislang sind 90 sogenannte Teilgebiete für ein Endlager im Gespräch. (dpa)