Bundeswehr-General schließt zeitnahen Russland-Angriff unter Putin nicht aus
VonPatrick Mayer
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Ist ein Angriff Russlands nicht weit? Ein Bundeswehr-General schlägt wegen Wladimir Putin regelrecht Alarm. Friedrich Merz stimmt in die Warnungen mit ein.
Berlin – Es sind die nächsten vehementen Warnungen vor Russland-Autokrat Wladimir Putin. Diesmal in aller Entschiedenheit geäußert durch Kanzler Friedrich Merz (CDU), und eindringlich wie nie durch einen hochrangigen General der Bundeswehr. Konkret: Laut Generalleutnant Alexander Sollfrank könnte ein Angriff Russlands „bereits morgen“ bevorstehen.
„Wenn man sich Russlands aktuelle Fähigkeiten und Kampfkraft anschaut, könnte Russland bereits morgen einen kleineren Angriff gegen NATO-Territorium starten“, sagte Sollfrank im Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters und meinte zu einem solchen Angriffsszenario: „Klein, schnell, regional begrenzt, nichts Großes.“ Für einen großangelegten Angriff sei die russische Armee dagegen zu sehr im Ukraine-Krieg gebunden, erläuterte er.
Bundeswehr-General warnt: Greift Wladimir Putin mit Russland das Baltikum an?
Die Beschreibungen „klein“ und „schnell“ rücken einmal mehr das Baltikum als möglichen Ort für einen neuerlichen russischen Überfall in den Fokus. Baltikum-Experte Oliver Morwinsky warnte jüngst bei Merkur.de von IPPEN.MEDIA vor einem „Kneifzangen“-Angriff der Russen zwischen Kaliningrad und Belarus, um die baltischen Staaten Litauen, Lettland und Estland vom übrigen NATO-Territorium über Land abzuschneiden.
Dies könnte laut Staatswissenschaftler Morwinsky entlang der sogenannten Suwalki-Lücke geschehen, der „Achillesferse der Region“, wie er erklärt, ein „65-Kilometer-Flaschenhals an der südlichen Grenze Litauens“. Jener Suwalki-Korridor ist nahe der polnischen Kleinstadt Suwalken über Land 104 Kilometer lang (Luftlinie: 65,4 Kilometer) und verläuft an der polnisch-litauischen Grenze zwischen der russischen Ostsee-Exklave Kaliningrad im Westen und Putins Verbündeten Belarus im Osten. In Polen stehen wiederum 10.000 US-Soldaten.
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Und US-Präsident Donald Trump hatte unlängst nach russischen Luftraum-Verletzungen über Estland den baltischen NATO-Partnern den Beistand der Amerikaner zugesichert, erstmals überhaupt seit der 79-jährige Republikaner in den Vereinigten Staaten wieder im Amt ist. Morwinsky schließt deshalb ein „aktives Eingreifen der USA“ im Falle einer begrenzten russischen Invasion nicht aus. Heißt: Die Amerikaner würden an der Seite ihrer europäischen Verbündeten gegen Putin kämpfen.
Bedrohung durch Russland: Bundeswehr-General wird wegen Wladimir Putin deutlich
Von Sollfrank ist es indes die zweite drastische Warnung binnen kurzer Zeit. Im Oktober hatte der Befehlshaber des Operativen Führungskommandos der Bundeswehr der New York Times (NYT) erklärt: „Die Russen restrukturieren ihre Landstreitkräfte, selbst während sie angreifen. Sie lernen kontinuierlich. Der einzige Grund für Putin aufzuhören ist, wenn er gestoppt wird.“
Nun sagte der Bundeswehr-General Reuters über die russischen Streitkräfte: „Die Bodentruppen erleiden Verluste (in der Ukraine, d. Red.), aber Russland sagt, es ziele darauf ab, seine Gesamttruppenstärke auf 1,5 Millionen Soldaten zu erhöhen. Und Russland hat genug Kampfpanzer, um einen begrenzten Angriff bereits morgen denkbar zu machen.“ Regierungschef Merz hat am Freitag (7. November) derweil beim Bemühen um eine personelle und materielle Aufrüstung der deutschen Bundeswehr mehr Eile gefordert.
Aufrüstung der Bundeswehr: Kanzler Friedrich Merz drängt zu mehr Eile
„Wir müssen schnellstmöglich verteidigungsfähig werden“, erklärte der CDU-Politiker in einer Videobotschaft für die Bundeswehrtagung in Berlin: „Wir wollen die Bundeswehr zur stärksten konventionellen Armee in der Europäischen Union machen, wie es einem Land unserer Größe und unserer Verantwortung angemessen ist.“ Der Bundeskanzler bekräftigte: „Dabei haben wir keine Zeit zu verlieren.“ (Quellen: Reuters, AFP, NYT) (pm)