S1-Puma kommen später

„Im Brandfall ist er kampfunfähig“: Prestige-Panzer „Puma“ steht weiter unter Feuer

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Am Puma entbrennt neuer Ärger: Die Opposition kritisiert die Feuerlöscher des Panzers als gefährlich; und der Kampfwert hinkt auch noch den Erwartungen hinterher.

Berlin – Zwei Worte begleiten den Puma, den nach Angaben des Herstellers „modernsten Schützenpanzer der Welt“: die Worte „wieder“ und „Probleme“ – das zieht sich durch die Jahre. Jetzt berichtet die Bild von weiteren Verzögerungen – in diesem Fall von Nachbesserungen. Mittlerweile dauert das Fiasko über ein Vierteljahrhundert. Streit entbrennt sogar über die Ausstattung mit Handfeuerlöschern. Von der Einsatzfähigkeit gegen einen Angriff von Wladimir Putins Truppen scheint er meilenweit entfernt zu sein.

Bis Dezember sollte Rheinmetall der Bundeswehr 15 Puma in der Ausrüstungsstufe S1 übergeben. Mitte März meldete das Verteidigungsministerium dem Parlament Verzögerungen. Das Ministerium soll den Abgeordneten versprochen haben, dass der Rüstungskonzern für die Verzögerung nun Vertragsstrafe zahlen müsse, behauptet die Bild am Sonntag – das ist aber bisher unbestätigt geblieben. Sicher ist: Viele der nachzurüstenden Schützenpanzer Puma kommen später als geplant zur Truppe. Ursprünglich bis Dezember vergangenen Jahres sollte der zum Hersteller-Konsortium gehörende Rüstungskonzern Rheinmetall geliefert haben. Das Ministerium von Boris Pistorius (SPD) räumte gegenüber BamS ein, sie habe bisher lediglich zehn Puma S1 von der Industrie abgenommen.

Puma-Nachrüstung: Der Knotenpunkt des „System Infanterist der Zukunft“

Die neue Puma-Version S1 soll Kampfkraft gewinnen durch die Integration weit tragender Waffen wie des Mehrrollenfähigen Leichten Lenkflugkörpersystems (MELLS) und durch zusätzliche Sensoren wie dem neuen Rundum- und Fahrersichtsystem, das das Ende der Ära des Winkelspiegels bedeuten soll. Erstmalig wird die gesamte Besatzung dadurch tags wie nachts quasi durch die Panzerung hindurch sehen können. Der Fusionsmodus verbindet die Sicht am Tag mit einem leistungsstarken Wärmebild und ermöglicht die frühzeitige Aufklärung getarnter Ziele unabhängig von der Witterung oder der Uhrzeit. Der Puma ist das erste westliche Gefechtsfahrzeug, das serienmäßig mit einem solchen System auf das Gefechtsfeld rollen wird.

Auf dem Papier der König des Gefechtsfeldes: Der Puma ist der modernste Schützenpanzer der Welt – seit Jahren allerdings hinkt er seiner Einsatzbereitschaft hinterher.

Ein weiteres Merkmal des Puma S1 ist die Vorrüstung zur Aufnahme der Turmunabhängigen Sekundärwaffenanlage (TSWA) am rechten Fahrzeugheck. Die unbemannte Waffenstation TSWA dient später dem Eigenschutz und kann verschiedene 40-mm-Geschosse bis zu 400 Meter weit verschießen. Außerdem soll die Ausstattung mit modernen digitalen Kommunikationsmitteln das Fahrzeug zum Knotenpunkt mit den zugehörigen Grenadieren aufrüsten – mit der Verbindung des Schützenpanzers und dem „System Infanterist der Zukunft“ entsteht das „System Panzergrenadier“. Die Infanteristen seien untereinander, mit dem Gefechtsfahrzeug und weiteren Schützenpanzern ihrer Einheit digital verbunden, schreibt die Bundeswehr.

Puma-Nachrüstung: Bundeswehr will bis 2029 einsatzfähig sein

Zwei Jahre ist das Vorhaben der Aufrüstung fast alt. Soldat & Technik hatte im Juni 2021 berichtet: „Ein Teil der Puma Schützenpanzer-Flotte der Bundeswehr wird zum Konfigurationsstand S1 nachgerüstet, dies wurde jüngst zwischen der Bundeswehr und der beteiligten Industrie vertraglich vereinbart. Nachdem die Haushaltsmittel parlamentarisch freigegeben worden sind, hat das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz (BAAINBw) am 28. Juni 2021 mit der PSM GmbH, dem 50:50-Joint Venture von Rheinmetall und Krauss-Maffei Wegmann, den Vertrag zur Umrüstung des ersten Loses mit 154 Schützenpanzern (SPz) im Wert von einer Milliarde Euro abgeschlossen.“ Der Abschluss dieser Maßnahme war für Ende 2026 vorgesehen.

„Wenn wir uns wirklich auf einen Konfliktfall vorbereiten, müssen wir alles auf Einsatzbereitschaft ausrichten. Und der umweltfreundliche Feuerlöscher im Puma zeigt das genaue Gegenteil: Dann ist im Brandfall das Feuer zwar gelöscht, dafür aber der Panzer kampfunfähig. Das kann doch nicht ernst gemeint sein!“

CDU-Verteidigungsexperte Ingo Gädechens gegenüber der BamS

Das zweite Los, also die zweite Tranche, wurde im April 2023 abgerufen, die Finanzierung erfolgt aus dem Sondervermögen Bundeswehr und umfasst Optionen für die Umrüstung von weiteren 143 Puma im Wert von 820 Millionen Euro; im Falle der rechtzeitigen Realisierung würden diese Panzer 2029 der Truppe zur Verfügung stehen – davon wäre, laut Soldat & Technik abhängig, inwieweit das Heer seinen „Plan Heer“ erfolgreich umsetzen kann. Für diese Division werden insgesamt 266 gefechtstaugliche Schützenpanzer Puma benötigt. Für die Nato-Speerspitze VJTF 2023 sind 40 Puma bereits umgerüstet worden, die Masse davon wurde bereits an die Bundeswehr übergeben. Da die 13 Fahrschul-Puma der Bundeswehr nicht umgerüstet werden, ist somit der einheitliche Konstruktionsstand S1 für alle Puma unter Vertrag.

Allerdings moniert die Bild weiterhin die Ausstattung der Puma mit letzten Endes gefährlichen Feuerlöschern – Ende 2022 soll ein Pulver-Feuerlöscher einen Kabelbrand zwar gelöscht, aber auch gleich die gesamte Technik lahmgelegt haben. Die Herstellerfirma des Feuerlöschers hatte einen ursächlichen Zusammenhang zurückgewiesen, sondern klargestellt, dass die Technik-Panne ein ganz normaler Kollateralschaden gewesen sei. CDU-Verteidigungsexperte Ingo Gädechens aus dem Wahlkreis Ostholstein-Storman moniert nach wie vor, dass das Pulver in jedem Fall den Panzer lahmzulegen droht. Laut Bild habe das Verteidigungsministerium auch nach einem Jahr als Alternative weder einen Halon-Gasfeuerlöscher in Betracht gezogen noch einen Kohlendioxid-Löscher.

Puma-Nachrüstung: Die Opposition entzürnt über den Handfeuerlöscher

Gädechens gegenüber der BamS: „Wenn wir uns wirklich auf einen Konfliktfall vorbereiten, müssen wir alles auf Einsatzbereitschaft ausrichten. Und der umweltfreundliche Feuerlöscher im Puma zeigt das genaue Gegenteil: Dann ist im Brandfall das Feuer zwar gelöscht, dafür aber der Panzer kampfunfähig. Das kann doch nicht ernst gemeint sein!“ Laut der Neuen Zürcher Zeitung symbolisiere die Historie des Puma „wie kaum eine andere die Irrtümer der deutschen Rüstungsbeschaffung der vergangenen drei Jahrzehnte“. Die schwierige Geschichte des Puma begann im Dezember 1999, als die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union den Aufbau einer schnellen Eingreiftruppe bis 2003 beschlossen hatten. Dazu sollten auch gepanzerte Kampftruppen gehören als „mittlere Kräfte“, die – ursprünglich mit dem Flugzeug – über mindestens 1.000 Kilometer verlegbar sein mussten.

Damals hatte die Bundesregierung laut NZZ über zwei grosse Rüstungsvorhaben zu entscheiden. Zum einen sollte ein neu zu bauendes Transportflugzeug die Transall ablösen. Das war der Airbus A400 M. Zum anderen benötigte das Heer für den 1971 eingeführten Schützenpanzer Marder einen Nachfolger – eben den Puma. Die Bundesregierung entschied, einen neuen Schützenpanzer werde nur gebaut, wenn er mit dem A400 M transportiert werden kann. Sie machte damit das maximale Transportgewicht des A400 M zum entscheidenden Konstruktionsmerkmal für den neuen Panzer – allerdings forderte die Generalität gleichzeitig eine Kampfkraft ähnlich des Kampfpanzers Leopard. Das Scheitern wurde ihm also bereits in die Wiege gelegt.

Puma-Nachrüstung: Der Alleskönner mit den vielen Geburtsfehlern

Der Puma sollte ein Alleskönner sein. Doch die militärischen Vorgaben auf der einen und die Gewichtsbegrenzung auf der anderen Seite machten das nahezu unmöglich. Das Konsortium aus Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall wollte ihn trotzdem bauen und die ersten Puma innerhalb von sechs Jahren ausliefern; ein hehrer Anspruch, wie die NZZ fand: „Das widersprach sämtlichen Erfahrungen im Panzerbau, die Entwicklung des ,Marder‘ zum Beispiel hatte elf Jahre gedauert.“ Schon bald zeigte sich, dass die Versprechungen tatsächlich zu vollmundig gewesen waren.

Schleudersitz ade? Von Scharping bis Pistorius – wer im Bendlerblock das Sagen hat

Rudolf Scharping (1998 bis 2002): Als die Ehrenformation der polnischen Armee den Minister im Februar 1999 im polnischen Krakau begrüßte, war Scharpings Welt noch in Ordnung. Doch dann stolperte er über zwei verhängnisvolle Affären. Während nämlich die Bundeswehr kurz vor einem Einsatz in Mazedonien stand, ließ er sich quietschvergnügt mit seiner Lebensgefährtin im Swimmingpool fotografieren. Und auch die dubiosen Deals mit PR-Mann Moritz Hunzinger stießen der SPD sauer auf. Im Juli 2002 wurde Scharping schließlich entlassen.
Das Verteidigungsressort ist schwieriger zu führen als alle anderen Ministerien. In den vergangenen Jahren sind viele Amtsinhaberinnen und Amtsinhaber daran gescheitert. Das begann mit Rudolf Scharping, der von 1998 bis 2002 im Amt war. Als die Ehrenformation der polnischen Armee den Minister im Februar 1999 im polnischen Krakau begrüßte, war Scharpings Welt noch in Ordnung.  © Ferdinand Ostrop/dpa
Scharping und Lebensgefährtin
Doch dann stolperte er über zwei verhängnisvolle Affären. Erstens: Während die Bundeswehr kurz vor einem Einsatz in Mazedonien stand, ließ er sich quietschvergnügt mit seiner Lebensgefährtin Gräfin Pilati im Swimmingpool fotografieren.  © Gero Breloer/dpa
Scharping soll laut SPD-Fraktion abgelöst werden
Und auch die dubiosen Deals mit PR-Mann Moritz Hunzinger stießen der SPD sauer auf. Im Juli 2002 wurde Scharping schließlich entlassen. © Tim Brakemeier/dpa
Verteidigungsminister Struck bei Soldaten in Bosnien
Danach übernahm Peter Struck (hier mit Soldaten in Bosnien zu sehen). Der SPD-Politiker machte schon kurz nach seiner Amtsübernahme klar, welche Richtlinien für die Bundeswehr unter seiner Führung gelten sollten.  © Fehim Demir/dpa
Afghanistan: Von der ISAF zur NATO
„Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt“, sagte Struck in Bezug auf den Afghanistan-Einsatz.  © Peter Kneffel/dpa
Peter Struck (2002 bis 2005): Der SPD-Politiker machte schon kurz nach seiner Amtsübernahme klar, welche Richtlinien für die Bundeswehr unter seiner Führung gelten sollten. „Die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland wird auch am Hindukusch verteidigt“, sagte Struck in Bezug auf den Afghanistan-Einsatz. Im Februar 2003 musste er dann nach einem Raketenangriff auf das deutsche Isaf-Camp in Kabul bei nahezu völliger Dunkelheit in einem Schutzraum von Feldjägern abgeschirmt werden.
Er bekam das im Februar 2003 am eigenen Leib zu spüren, als er nach einem Raketenangriff auf das deutsche Isaf-Camp in Kabul bei nahezu völliger Dunkelheit in einem Schutzraum von Feldjägern abgeschirmt werden musste.  © Boris Roessler/dpa
Franz Josef Jung (2005 bis 2009): Der CDU-Politiker suchte kurz nach seinem Amtsantritt die Nähe zu den deutschen Soldaten wie zum Beispiel im Dezember 2005, als er im Hafen von Dschibuti auf der Fregatte Lübeck mit ihnen zusammensaß. Die Dienstreise führte ihn später auch nach Kabul, doch von „Krieg“ wollte er im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr lieber nicht reden. Nach dem auf deutschen Befehl hin angeforderten Luftangriff bei Kundus mit zahlreichen zivilen Opfern trat Jung zurück – nachdem er kurz zuvor ins Arbeitsministerium gewechselt war.
Nachfolger von Struck wurde Franz Josef Jung. Der CDU-Politiker war von 2005 bis 2009 im Amt. Jung suchte kurz nach seinem Amtsantritt sofort die Nähe zu den deutschen Soldaten. So zum Beispiel auch im Dezember 2005, als er im Hafen von Dschibuti auf der Fregatte Lübeck mit ihnen zusammensaß. © Michael Hanschke/dpa
Verteidigungsminister Jung in Kabul
Die Dienstreise führte ihn später bis nach Kabul, doch von einem „Krieg“ wollte er im Zusammenhang mit dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr lieber nicht reden.  © Michael Hanschke/dpa
Bild: Bundeswehr hielt Infos zu Luftangriff zurück
Nach dem auf deutschen Befehl hin angeforderten Luftangriff bei Kundus mit zahlreichen zivilen Opfern trat Jung zurück – nachdem er kurz zuvor ins Arbeitsministerium gewechselt war. © Kargar/dpa
Karl-Theodor zu Guttenberg (2009 bis 2011): Der CSU-Politiker machte zunächst alles anders als sein Vorgänger. Schon im November 2009 machte er sich in einem Transportflugzeug der Bundeswehr auf den Weg nach Kabul und sprach den Soldaten mit dem Bekenntnis, dass es sich in Afghanistan um ein Krieg handelte, aus dem Herzen. Er schaffte die Wehrpflicht ab und verkleinerte die Truppe. Das Ende kam, als er Plagiate in seiner Doktorarbeit einräumen musste. Am 1. März 2011 erklärte er seinen Rücktritt.
Karl-Theodor zu Guttenberg machte zunächst alles anders als sein Vorgänger. Schon im November 2009 machte er sich in einem Transportflugzeug der Bundeswehr auf den Weg nach Kabul und sprach den Soldaten mit dem Bekenntnis, dass es sich in Afghanistan um einen Krieg handelte, aus dem Herzen.  © Michael Kappeler/dpa
Aussetzung der Wehrpflicht
Guttenberg schaffte die Wehrpflicht ab und verkleinerte die Truppe. Die Soldaten der Bundeswehr, die am 5. Mai 2011 am Kyffhäuserdenkmal bei Steinthaleben nahe Bad Frankenhausen ihren Eid ablegten, waren die ersten Freiwilligen nach dem Aussetzen der Wehrpflicht.  © Martin Schutt/dpa
Politischer Aschermittwoch - Rosenmontagszug wird zerlegt
Das Ende kam, als Guttenberg Plagiate in seiner Doktorarbeit einräumen musste. Am 1. März 2011 erklärte er seinen Rücktritt.  © Julian Stratenschulte/dpa
Thomas de Maizière (2011 bis 2013): Auch den CDU-Politiker zog es früh nach Afghanistan, wo er per Hubschrauber von Masar-i-Scharif nach Kundus flog, um deutsche Soldaten zu besuchen. Doch es war ein anderes Flugobjekt, das ihm zu schaffen machte. Das Debakel um die viel zu teure Drohne Euro Hawk stellte ihn Anfang 2013 vor unlösbare Probleme. Er wechselte ins Innenressort, wurde nach der 2017 von Kanzlerin Merkel aber nicht wieder ins Kabinett berufen.
Danach folgte Thomas de Maizière. Auch den CDU-Politiker zog es früh nach Afghanistan, wo er per Hubschrauber von Masar-i-Scharif nach Kundus flog, um deutsche Soldaten zu besuchen.  © Michael Kappeler/dpa
Aufklärungsdrohne Euro Hawk
Doch es war ein anderes Flugobjekt, das ihm zu schaffen machte. Das Debakel um die viel zu teure Drohne Euro Hawk stellte ihn Anfang 2013 vor unlösbare Probleme.  © Armin Weigel/dpa
Großer Zapfenstreich für De Maiziere
Er wechselte ins Innenressort, wurde nach der Wahl 2017 von Kanzlerin Merkel aber nicht wieder ins Kabinett berufen. Nachfolgerin wurde Ursula von der Leyen, die ihn 8. Januar 2014 in Berlin mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedete. © Maurizio Gambarini/dpa
Ursula von der Leyen (2013 bis 2019): Die CDU-Politikerin war die erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Wegen rechter Umtriebe übte sie schwere Kritik an der eigenen Truppe und erkannte ein generelles Problem in der Bundeswehr, der sie ein „Haltungsproblem“, „Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen“ und „falsch verstandenen Korpsgeist“ vorwarf. Ihrer Bindung an die Soldaten dürfte das eher geschadet haben. Eine Berateraffäre führte zu einem Untersuchungsausschuss zu ihrer Amtszeit. Dort musste sie aber erst aussagen, als sie bereits zur EU-Kommissionschefin nach Brüssel befördert worden war.
Ursula von der Leyen war die erste Frau an der Spitze des Verteidigungsministeriums. Wegen rechter Umtriebe übte sie schwere Kritik an der eigenen Truppe.  © Arne Immanuel Bänsch/dpa
Deutsche Verteidigungsministerin in Afghanistan
Von der Leyen erkannte ein generelles Problem in der Bundeswehr, der sie ein „Haltungsproblem“, „Führungsschwäche auf verschiedenen Ebenen“ und „falsch verstandenen Korpsgeist“ vorwarf.  © Kay Nietfeld/dpa
Marine stellt Fregatte „Baden-Württemberg“ in Dienst
Ihrer Bindung an die Soldaten dürfte das eher geschadet haben. Eine Berateraffäre führte zu einem Untersuchungsausschuss zu ihrer Amtszeit. Dort musste sie aber erst aussagen, als sie bereits zur EU-Kommissionschefin nach Brüssel befördert worden war. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Annegret Kramp-Karrenbauer (2019 bis 2021): Nach von der Leyens Aussage vom „Haltungsproblem“ der Bundeswehr hatte es ihre Nachfolgerin schwer, Vertrauen zur Truppe aufzubauen. Auch unter ihrer Führung litt die Bundeswehr weiter an mangelhafter Ausrüstung. Wegen der Munitionsaffäre beim KSK (Kommando Spezialkräfte) geriet AKK unter Druck. Auch der übereilte Abzug aus Afghanistan nach dem Vormarsch der Taliban fiel in ihre Amtszeit.
Danach durfte Annegret Kramp-Karrenbauer ran. Nach von der Leyens Aussage vom „Haltungsproblem“ der Bundeswehr hatte es ihre Nachfolgerin schwer, Vertrauen zur Truppe aufzubauen.  © Christophe Gateau/dpa
Kramp-Karrenbauer bei deutschen Soldaten in Afghanistan
Auch unter ihrer Führung litt die Bundeswehr weiter an mangelhafter Ausrüstung. Wegen der Munitionsaffäre beim KSK (Kommando Spezialkräfte) geriet AKK unter Druck.  © Sabine Oelbeck/dpa
Abschlussappell zum Ende des Afghanistan-Einsatzes
Auch der übereilte Abzug aus Afghanistan nach dem Vormarsch der Taliban fiel in ihre Amtszeit. Zusammen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier leitete sie den Abschlussappell zum Ende des Afghanistan-Einsatzes.  © Kay Nietfeld/dpa
Christine Lambrecht (2021 bis 2023): In besseren Zeiten hatte die SPD-Politikerin noch Grund zum Lachen, so zum Beispiel bei ihrem Besuch in Mali, wo sie von Verteidigungsattache Carsten Boos begrüßt wurde. Doch zumeist stand sie unter einem immensen Druck. Vorgeworfen wurden ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit. Ein Foto ihres Sohnes, der in einem Hubschrauber der Bundeswehr mitreiste, sorgte ebenfalls für Aufregung. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach.
In besseren Zeiten hatte Christine Lambrecht noch Grund zum Lachen, so zum Beispiel bei ihrem Besuch in Mali, wo sie von Verteidigungsattaché Carsten Boos begrüßt wurde.  © Michael Kappeler/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht besucht Marder-Kompanie
Doch zumeist stand sie unter einem immensen Druck. Vorgeworfen wurden ihr fehlende Sachkenntnis, die schleppend angelaufene Beschaffung für die Bundeswehr, aber auch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit.  © Robert Michael/dpa
Verteidigungsministerin Lambrecht in Mali
Ein Foto ihres Sohnes, der in einem Hubschrauber der Bundeswehr mitreiste, sorgte ebenfalls für Aufregung. Irritation rief schließlich eine Neujahrsbotschaft hervor, in der sie begleitet von Silvesterfeuerwerk in Berlin über den Ukraine-Krieg sprach. © Michael Kappeler/dpa
Das Chefbüro im Bendlerblock gilt gemeinhin als Schleudersitz und damit auch als potenzieller Karrierekiller. Für Boris Pistorius scheint das bisher nicht zu gelten. Der Verteidigungsminister gilt seit seinem Amtsantritt Anfang 2023 als beliebtester Politiker in Deutschland. Pistorius war von Februar 2013 bis Januar 2023 Innenminister in Niedersachsen. Zuvor war er von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister in Osnabrück. Pistorius ist verwitwet und hat zwei Töchter.
Das Chefbüro im Bendlerblock gilt gemeinhin als Schleudersitz und damit auch als potenzieller Karrierekiller. Auf Boris Pistorius scheint das bisher nicht zuzutreffen.  © Axel Heimken/afp
Pistorius besucht Artillerietruppe
Der Verteidigungsminister, der von Februar 2013 bis Januar 2023 Innenminister in Niedersachsen war, gilt seit seinem Amtsantritt Anfang 2023 als beliebtester Politiker in Deutschland. Pistorius ist verwitwet und hat zwei Töchter. Im September 2024 besuchte er die Artillerieschule der Bundeswehr. Dabei fuhr er auf einer Panzerhaubitze 2000 über das Gelände. © Boris Roessler/dpa
Nationaler Veteranentag
Am Nationalen Veteranentag auf dem Bürgerfest rund um das Reichstagsgebäude bekam Pistorius ein Trikot vom Laufteam Bundeswehr. Der Gedenktag wurde 2025 erstmals begangen. An diesem Tag sollen jährlich der Dienst, der Einsatz und die Leistungen der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr gewürdigt werden, die im Einsatz stehen oder standen.  © Fabian Sommer/dpa

Der Puma erforderte zahlreiche neue und oft hochkomplexe Lösungen am Rand des technisch Machbaren – was sich rächen und Deutschland innerhalb der Nato in Misskredit bringen sollte, wie die Tagesschau Anfang 2023 berichtete – 18 der 40 auf S1 hochgerüsteten und für den Abmarsch zur VJTF vorgesehenen Puma fielen während einer Übung aus: „Schon im Jahr 2018 war bei der Bundeswehr ein Panzer-Problem offenbar geworden: Damals gab es Berichte, dass viel zu wenig Kampf- und Schützenpanzer für die Nato-Truppe einsatzbereit seien. Dass aus Deutschland nun erneut Negativ-Schlagzeilen aufgrund von mangelhaftem Material kommen, dürfte bei so manchem Bündnispartner Stirnrunzeln auslösen.“

Dass eine komplette Kompanie, die sich als erste Einheit in ein Gefecht begeben sollte, ohne Feindkontakt ausfällt, motivierte den Militärblogger Thomas Wiegold im Deutschlandfunk zu der These, im Konstrukt des Puma sei von Bundeswehr und Industrie „viel vermasselt worden“.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Frederic Kern

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