Donald Trump Jr. wirft in Sachen Vize-Präsident einen neuen Hut in den Ring
VonDaniel Dillmann
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Washington DC – Noch laufen in den USA die Vorwahlen der Republikaner. Doch im Umfeld des klaren Favoriten haben die Spekulationen um die Besetzung der Vizepräsidentschaft längst begonnen: Wen nimmt Donald Trump für die US-Wahl 2024 mit auf das Ticket der „Grand Old Party“?
Fest steht bislang nur, dass Donald Trump einen neuen Namen braucht. Mike Pence, mit dem der Ex-Präsident nach seinem Sieg 2016 ins Weiße Haus eingezogen war und 2020 verloren hatte, steht nicht mehr zur Verfügung. Das hatte der ehemalige Vizepräsident nach den Ereignissen am 6. Januar 2021 klargestellt, als Anhänger Trumps mit selbstgebauten Galgen in der Hand und dem Schlachtruf „Hängt Mike Pence“ auf den Lippen vor das Kapitol in Washington DC gezogen waren.
6. Januar 2021 - der Sturm aufs Kapitol in Bildern
Spekulationen über Donald Trumps Entscheidung bei der Vizepräsidentschaft
Doch nun tritt Trump bekanntlich wieder an. Dafür benötigt er eine Vizekandidatin oder -kandidaten. Und solange Trump diese Frage nicht beantwortet, so lange landen neue Hüte im Ring. Manche werden geworfen von Medien, andere von Fachleuten oder von Parteigenossen.
Das US-Magazin Politico berichtete unlängst über die Debatte innerhalb der Republikaner über die beste Wahl bei der Vizepräsidentschaft. Lindsey Graham, Partei-Urgestein, Trump-Unterstützer und Senator aus South Carolina, sprach sich für eine Nominierung Nikki Haleys aus. Die ehemalige UN-Botschafterin kandidiert bei den Vorwahlen in den USA aktuell gegen Trump. Die Liste der Namen, die im US-TV bei NBC, CNN und ABC kursieren, ist lang und umfasst unter anderem:
Wer wird Donalds Trumps Vize? Liste der Kandidatinnen und Kandidaten
Doug Burgum, Gouverneur des US-Bundesstaats North Dakota
Kristi Noem, Gouverneurin von South Dakota
Tim Scott, Senator aus South Carolina
Marsha Blackburn, Senatorin aus Tennessee
Sarah Huckabee Sanders, Gouverneurin von Arkansas und Ex-Pressesprecherin Trumps
Katie Britt, Senatorin von Alabama
Glenn Youngkin, Gouverneur von Virginia
Elise Stefanik, Abgeordnete im Repräsentantenhaus aus New York
J.D. Vance, Senator aus Ohio
Ben Carson, Ex-Minister in der Trump-Administration
Vivek Ramaswamy, Unternehmer und gescheiterter Präsidentschaftskandidat der Republikaner
Mike Pompeo, ehemaliger Außenminister in der Trump-Administration
Als ob das nicht reichen würde, bringt sich nun auch Donald Trumps Familie mit Vorschlägen ein. So geschehen bei einem Interview von Donald Trump Jr. Der älteste Sohn des Ex-Präsidenten fand sich am Donnerstag beim ultrarechten TV-Sender Newsmax ein. Moderator Rob Finnerty lenkte das Gespräch schnell auf die Frage nach der Vizepräsidentschaft, indem er einen ehemaligen Kollegen ins Spiel brachte: Tucker Carlson, einst der erfolgreichste TV-Moderator im politischen US-Abendprogramm – bis ihn sein Sender Fox News unter mysteriösen und bis heute ungeklärten Umständen plötzlich vor die Tür setzte.
Die Trump-Dynastie: Alle Mitglieder und ihre Rollen in der „First Family“
Donald Trump Jr. spricht sich für Tucker Carlson als Vizepräsident aus
Trump Jr. reagierte durchaus angetan auf die Idee mit dem Ex-Moderator als neuen Vizepräsidenten. Dass Carlsons Name fallen würde, wäre ja klar. „Sie sind sich beide sehr sympathisch und ich glaube, sie sind sich in fast allen Fragen einig“, so der Sohn des möglichen Kandidaten der Republikaner. Beide würden zum Beispiel „die nicht enden wollenden Kriege beenden“. Für Trump Jr. sei Carlson deshalb ein klarer Herausforderer im Kampf um die Gunst seines Vaters – und einer, dessen Name er am liebsten auf dem Wahlzettel neben dem seines Vaters lesen würde.
Ganz anders verhält es sich aus Sicht von Donald Trump Jr. bei Kandidaten des so geschmähten „politischen Establishments“ aus der Hauptstadt – selbst wenn es sich um Parteigenossen handel würde. „Die Republikaner in Washington DC sind schwach“, so Trump Jr., für den Posten des Vize müssen man aber „aggressiv“ und ein „Kämpfer“ sein, so der älteste Sohn des Ex-Präsidenten. Ganz besonders lehnte Trump Jr. im Gespräch mit Newsmax die hoch gehandelte Nikki Haley ab. Er würde „alles tun, was in meiner Macht steht“, um ihre Berufung durch seinen Vater zu verhindern.
Bloß nicht Nikki Haley, sagt Donald Trump Jr.
Noch steht das allerdings gar nicht zur Debatte. Zunächst muss Trump sich in den Vorwahlen der Republikaner durchsetzen. Umfragen zu den sogenannten Primaries sehen ihn weit vorne. Bei der ersten Wahl im US-Bundesstaat Iowa bestätigte er die Prognosen und feierte er einen deutlichen Sieg gegen die übrig gebliebene Konkurrenz, namentlich Floridas Gouverneur Ron DeSantis und Haley. Der nächste Durchgang findet am Dienstag (23. Januar) in New Hampshire statt. Dort gilt Haley als die schärfste Konkurrentin Trumps. (dil)