Konservativer Evangelikaler

Mike Pence: Der frühere zweite Mann von Donald Trump

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Ehemaliger US-Vizepräsident Mike Pence und sein Chef, Donald Trump, bei einer Pressekonferenz im Weißen Haus. (Archivbild)
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Mike Pence war von 2017 bis 2021 der Vizepräsident der USA. Der Evangelikale gilt als streng konservativ und spielte unter Donald Trump nur die zweite Geige.

Frankfurt – Mike Pence wollte einmal Priester werden – von 2017 bis 2021 war er Vizepräsident der USA. Er gilt als alter Hase in der Politik. Seine ersten Auftritte in der US-Politik liegen lange zurück. Einige Zeit wurde sogar spekuliert, ob er selbst Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werden und damit gegen Trump kandidieren wollte.

NameMichael Richard Pence
Geboren7. Juni 1959 in Columbus, Indiana
EhefrauKaren Pence
KinderAudrey Pence, Charlotte Pence Bond, Michael Pence
ParteiRepublikaner
Frühere ÄmterVizepräsident der USA (2017–2021)
Gouverneur von Indiana (2013–2017)
Mitglied des Repräsentantenhauses (2001–2013)

Mike Pence privat: Er ist seit 1985 verheiratet

Mike Pence wird am 7. Juni 1959 in Columbus (Indiana) geboren. Er wächst in einem katholischen Elternhaus auf, studiert Recht in Hanover und in Indianapolis. Im Studium konvertiert er zum zur evangelikalen Grace Evangelical Church. 1985 heiratet er seine Frau Karen, mit der Mike Pence bis heute zusammenlebt. Sie ist Malerin und Lehrerin, das Paar hat drei Kinder. Zwischendrin arbeitet Pence auch beim Radio und vertritt seine mitunter auch radikalen Thesen, so ist er gegen schwule und weibliche Soldat:innen. 

Politische Karriere: Vom Abgeordneten zum Gouverneur und Vizepräsidenten

1986 und 1988 will er damals mit Ende Zwanzig einen Sitz im Repräsentantenhaus ergattern, scheitert jedoch. Es soll zwölf Jahre dauern, bis er im Jahr 2000 einen neuen Versuch startet – und gewinnt. Zwölf Jahre gehört er dem Senat an, bis er am 03. Januar 2013 aus dem Senat ausscheidet. Er hat sich ein neues Ziel ausgesucht: Mike Pence möchte Gouverneur von Indiana werden - und es gelingt ihm.

E-Mail-Skandal des ehemaligen Gouverneurs Pence

Als Gouverneur von Indiana senkt Mike Pence die Staatsausgaben, erhöht aber auch die Ausgaben für das Bildungswesen und seine Regierung stimmt auch der Ausweitung der Gesundheitsreform des damaligen Präsidenten Barack Obama zu. Nach seiner Amtszeit als Gouverneur kommt es zum E-Mail-Skandal. Mike Pence soll sein Privatkonto für Dienstmails genutzt haben. Das besagte E-Mail-Konto wird im Sommer 2016 gehackt. Seit Januar 2017 ist er kein Gouverneur von Indiana mehr.

Mike Pence als Vizepräsident: Trumps Ergebener

Mike Pence war ab dem 20. Januar 2017 Vizepräsident der Vereinigten Staaten von Amerika unter Donald Trump. Immer wieder vertrat er Trump auf internationalen Kongressen oder vermittelt in Konflikten, so wie im Syrienkonflikt. Das US–Magazin „The Week“ zitiert Mike Pence mit „I'm a Christian, a conservative, and a Republican, in that order“, übersetzt also „Ich bin ein Christ, ein Konservativer und ein Republikaner, in der Reihenfolge“. 

Mike Pence gilt als sehr konservativ und als Abtreibungsgegner, er hält Homosexualität für eine behandelbare Krankheit und findet den Klimawandel nicht durch den Menschen verursacht. Auf Fotos mit Donald Trump sieht es in der Regel immer so aus: Trump im Vordergrund, Mike Pence im Hintergrund. Es ist nicht klar, ob Mike Pence das Dasein in zweiter Reihe stört, zu viel Selbstständigkeit von Mike Pence bügelt Trump sofort ab.

Die Rolle des ehemaligen Vizepräsidenten beim Sturm auf das Kapitol

Auch bei der Präsidentschaftswahl 2020 trat Mike Pence an Donald Trumps Seite an. Die Wahl ging verloren. Trump und die Republikaner sprachen daraufhin von einer „gestohlenen Wahl“ und Wahlbetrug. Die Vorwürfe konnten sie nie beweisen, weshalb sie mit mehreren Klagen, unter anderem am Supreme Court, scheiterten. Trotzdem bleibt Trump bei seiner Behauptung.

Vor der Bestätigung der Wahl im Kongress setzte Trump Pence unter Druck, die Zertifizierung der Stimmen zu verweigern. In seiner Funktion als Vizepräsident sollte Pence am 6. Januar 2021 entweder Donald Trump zum Wahlsieger ernennen oder die Stimmen zumindest zurückweisen und eine neue Auszählung in den Bundesstaaten herbeiführen.

Mike Pence weigerte sich. Später begründete er die Entscheidung mit den Werten der Verfassung. Auch sein Glaube und ein bestimmtes Bibelzitat hätten eine Rolle gespielt: „Er hält sich treu an jeden Eid, den er geschworen hat, selbst wenn er dadurch einen Nachteil befürchten muss.“ Durch seine Weigerung wurde Pence selbst zur Zielscheibe Trump-Fans: Beim Sturm auf das Kapitol skandierten diese „hängt Mike Pence“.

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