Deutliche Änderung zu 2018

AfD großer Gewinner bei Hessen-Wahl – Grünen-Überraschung bei jungen Wählern

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In Hessen hat die AfD bei den Landtagswahlen zugelegt. Vor allem in der Gruppe der Wählerschaft unter 30 Jahren konnte sie überraschenderweise hinzugewinnen.

München - Die Menschen in Bayern und Hessen haben am Sonntag (8. Oktober) neue Landtage gewählt. Inzwischen gibt es in beiden Ländern vorläufige Endergebnisse. Eine erschreckende Erkenntnis: Sowohl bei der Bayern- als auch Hessen-Wahl legte die AfD kräftig zu. Doch was fast noch schlimmer ist: Viele junge Erwachsene gaben ihre Stimme der rechten Partei.

Hessen-Wahl 2023: AfD bei jungen Wählern untypisch stark

In Hessen schnitt die AfD untypisch stark bei Jüngeren ab. Die Partei fuhr mit 18,4 Prozent bei der Hessen-Wahl ein Rekordergebnis ein und landete auf Platz zwei hinter der CDU. In der Gruppe der U30-Jährigen gaben ihr 17 Prozent die Stimme, bei den Ü60-Jährigen waren es nur 12 Prozent. Aus den Zahlen der Forschungsgruppe Wahlen geht klar hervor: Ältere - 43 Prozent in der Gruppe der Ü60-Jährigen - wählen CDU, Jüngere eher radikal. In der Gruppe der U30-Jährigen votierten nur 21 Prozent für die CDU.

Hessen-Wahl: CDU punktet bei Älteren, Grüne brechen bei Jüngeren ein

Bei der Landtagswahl 2018 erhielt die CDU ebenfalls in der Gruppe der Ü60-Jährigen die meisten, von den 18- bis 29-Jährigen die wenigsten Stimmen. Doch es wählten weniger Jüngere die AfD, die damals insgesamt 13,2 Prozent der Stimmen holte. Aus der Gruppe der U30-Jährigen entfielen davon nur zehn Prozent. Im Vergleich zu 2018 gaben 2023 also mehr ihre Stimme den Rechtspopulisten.

Anteil der abgegebenen Stimmen in der Altersgruppe unter 30 Jahren bei der Hessen-Wahl in Prozent:

ParteiLandtagswahl 2023Landtagswahl 2018
CDU2118
AfD1710
Grüne1525

Die Grünen büßten 2023 bei den Jüngeren in der Wählergunst ein. Während 2018 (Gesamtergebnis 19,8 Prozent) noch jeder Vierte von den U30-Jährigen für die Al-Wazir-Partei stimmte, war es 2023 (Gesamtergebnis 14,8 Prozent) mit 15 Prozent nicht einmal jeder Sechste.

Parteichefin Alice Weidel (Mitte) feiert in Wiesbaden den Erfolg der AfD bei der Landtagswahl in Hessen.

Es ist also keineswegs so, dass - wie gerne angenommen wird - nur ältere oder alte Menschen den Rechtsruck fördern. In Bayern etwa fuhr die CSU ein historisch schlechtes Ergebnis ein. Dass die Partei von Ministerpräsident Markus Söder überhaupt auf 37 Prozent kam, hat sie vor allem den „Alten“ zu verdanken. Laut einer Befragung der Forschungsgruppe Wahlen am Wahltag stimmten 47 Prozent der Wähler ab 60 Jahren für die Christsozialen.

Wie in Hessen, sogar noch offensichtlicher bei der Bayern-Wahl: AfD kann Ergebnis bei Jüngeren fast verdoppeln

Andersherum schnitt die CSU bei den „Jüngeren“ bei der Bayern-Wahl schlecht ab. Für sie machten nur 23 Prozent der U30-Jährigen ein Kreuzchen. Viele von ihnen wählten lieber AfD und Grüne. Der Alternative für Deutschland gaben laut Befragung am Wahltag 18 Prozent der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen ihre Stimme. Zum Vergleich: In Bayern holten die Rechtspopulisten insgesamt 14,6 Prozent. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren votierten zehn Prozent der U30-Jährigen für die AfD, bei einem Gesamtergebnis von 10,2 Prozent.

Anteil der abgegebenen Stimmen in der Altersgruppe unter 30 Jahren bei der Bayern-Wahl in Prozent:

ParteiLandtagswahl 2023Landtagswahl 2018
CSU2328
AfD1810
Grüne2022

Bei Bündnis 90/Die Grünen zeigt sich 2018 und 2023 dasselbe Bild. Bei beiden Landtagswahlen erhielt die Partei die meisten Stimmen in der Gruppe der 18- bis 29-Jährigen (22 Prozent 20218, 20 Prozent 2023), die wenigsten von den Ü60-Jährigen (12 Prozent 2018, 11 Prozent 2023). (mt)

Rubriklistenbild: © Imago Collage fr

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