VonHannes Niemeyerschließen
Das iranische Staatsfernsehen bestätigt den Tod Chameneis. Bei der Verkündung bricht dem Moderator die Stimme. In Teheran bricht derweil Jubel aus.
Nach den Angriffen Israels und der USA ist am Sonntagmorgen klar: Irans oberster Führer Ali Chamenei ist tot. Donald Trump hatte dies zuvor bereits bestätigt, kurz darauf legten auch iranische Staatsmedien mit der Meldung nach. Die Residenz des Mullah-Führers war bei den Luftangriffen schwer getroffen worden, Bilder zeigten das gigantische Ausmaß der Zerstörung.
Um 02.30 Uhr in der Früh (MEZ) drang die Nachricht des iranischen Staatsfernsehens hinaus in die Welt. Mit brüchiger Stimme verkündete ein Moderator dort die Nachricht vom Tod Chameneis. Das Staatsfernsehen machte keine Angaben zu den Umständen von Chameneis Tod und erwähnte auch die Luftangriffe der USA und Israels auf dessen Residenz am Samstag in Teheran nicht.
Chamenei bei Angriffen auf Iran getötet – Moderator weint bei Verkündung in Irans Staats-TV
Ein Video von der Verkündung des Todes verbreitet sich derweil im Internet rasant. Geteilt hat es unter anderem Shayan Sardarizadeh, BBC-Journalist und Experte für Fact-Checking und Verifikation. „Hier ist der Moment, als ein weinender Moderator im iranischen Staatsfernsehen heute Morgen bestätigte, dass der Oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei bei US-amerikanischen und israelischen Luftangriffen getötet wurde“, schrieb er zu dem drei Minuten langen Video, das er auf seinem X-Account teilte.
In dem Video ist zu sehen, wie ein TV-Moderator, dem immer wieder die Stimme wegbricht, die Todesnachricht verkündet. Chamenei habe „den Trank des Märtyrertums gekostet“, zeigt eine CNN-Übersetzung die metaphorisch-martialischen Worte des Moderators. Chamenei sei „in das erhabene himmlische Reich Gottes“ eingetreten. Zugleich wurde eine 40-tägige Staatstrauer angeordnet.
Menschen auf der Straße, Rauch über Städten: Bilder der Eskalation im Nahen Osten




Moderator verkündet Chameneis Tod in Irans Staats-TV – in Teheran gibt es kein Halten mehr
Derweil gab es im Iran nach der Verkündung von Chameneis Tod teils kein Halten mehr. Schon nach den ersten Berichten, der Ober-Mullah könnte nicht mehr am Leben sein, brandete in Teheran Jubel auf. Bewohner der iranischen Hauptstadt berichteten von Menschen, die vor Freude aus ihren Fenstern schrien. Die Nachricht war unter anderem von iranischen Exilmedien verbreitet worden, die im Iran über Satellit empfangen werden können. Auf den Straßen waren Hupkonzerte zu hören.
Ein Video davon teilte auch ARD-Moderatorin Natalie Amiri auf ihrem X-Account. Die Aufzeichnungen zeigen Teheran im Dunkeln, Jubelschreie, Gesänge und Autohupen sind zu vernehmen. US-Präsident Trump nahm Chameneis Tod als Gelegenheit, die Bevölkerung des Iran daran zu erinnern, dass dies die „größte Chance, das Land zurückzuerobern“ sei. Allerdings gingen auch einige Menschen auf die Straße, um um den verstorbenen Chamenei zu trauern.
Nach dem Tod von Chamenei: Trump sicher, dass Kämpfe andauern werden
Auch der Sohn des letzten iranischen Schahs, Reza Pahlavi, sieht die Islamische Republik nach dem Tod ihres geistlichen Oberhaupts Ali Chamenei am Ende. „Mit seinem Tod ist die Islamische Republik faktisch zu Ende gegangen und wird bald im Mülleimer der Geschichte landen“, schrieb der Exil-Oppositionelle am Samstag im Onlinedienst X.
Wie es weitergeht, war indes zunächst unklar. Die iranischen Revolutionsgarden kündigten Vergeltung für die Taten Israels und der USA an. Am Sonntagmorgen folgten weitere Angriffe, etwa auf Tel Aviv. Auch Trump sprach bereits davon, dass die Angriffe über die kommenden Tage weitergehen würden. Derweil betreffen die Angriffe auch die angrenzende Golf-Region. In Dubai brannte ein Luxus-Hotel. Das Auswärtige Amt schrieb einen Brief an Urlauber. (Quellen: X/Natalie Amiri, X/Shayan Sardarizadeh, CNN, Bild, AFP, dpa) (han)
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