Für 24.000 Container

Nicht nur für Kriegsschiffe: China plant Mega-Frachter mit Atomantrieb

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China plant den Bau eines emissionsfreien Schiffs für eine klimafreundlichere Schifffahrt. Eine militärische Nutzung der Reaktoren ist möglich.

Peking – Die globale Schifffahrt ist für fast drei Prozent der CO₂-Emissionen verantwortlich. Daher muss auch diese Branche klimafreundlicher werden. In China wurden bereits im Dezember 2023 Pläne für ein emissionsfreies Containerschiff vorgestellt. Es soll das weltweit größte Containerschiff mit Atomantrieb werden. Eine spezielle Technologie soll das Atomschiff dabei sicher machen und eine Kernschmelze verhindern.

Für das Klima: China plant Bau von Containerschiff mit Atomreaktoren

Wie eine grüne Schifffahrt aussehen kann, präsentierte die chinesische Werft Jiangnan Shipyard, die zur China State Shipbuilding Corporation (CSSC) gehört. Sie enthüllte die Pläne für das Containerschiff des Typs KUN-24AP auf der Messe Marintec China 2023 in Shanghai. Die Kapazität beträgt rund 24.000 TEU, wobei ein TEU für die Standardgröße eines Containers steht. Damit haben auf solch einem Schiff 24.000 Container Platz, wie die Eurasien Times berichtete.

Der Atomfrachter gilt als sicher, da eine nukleare Kernschmelze ausgeschlossen sein soll. Flüssigsalz-Atomreaktoren auf Basis von Thorium sollen für die Energie sorgen. Die Verwendung von flüssigem Salz als Brennstoff gilt als sicherer als gewöhnliche Druckwasserreaktoren, da der Brennstoff zur gleichen Zeit auch als Kühlmittel dient, wie Future Zone erklärt. Das im Reaktor zirkulierende flüssige Salz überträgt Wärme, die dann wiederum in Strom verwandelt werden kann. Der Reaktor wird durch hohe Temperaturen und einen niedrigen Druck betrieben. Durch dieses Funktionsprinzip sei eine Kernschmelze nicht möglich.

China plant Atom-Containerschiff – Details werden geheim gehalten

Das radioaktive Metall Thorium ist in China weitgehend verfügbar sowie billig und benötigt zur Kühlung nicht viel Wasser, wie Eurasien Times schreibt. Die Thorium-Schmelzsalzreaktoren sind laut den Experten, die an der Forschung beteiligt sind, sehr klein. Sie können daher vielseitig eingesetzt werden, auch im militärischen Bereich. Daher sind die durchgeführten Forschungen für das Projekt zum größten Teil geheim und nur wenig Informationen werden veröffentlicht.

Die Geschichte der Volksrepublik China von 1949 bis heute

Am 1. Oktober 1949 ruft Mao Zedong in Peking die Volksrepublik China aus.
Am 1. Oktober 1949 ruft Mao Zedong in Peking die Volksrepublik China aus. Zuvor hatten sich Maos Kommunisten im chinesischen Bürgerkrieg gegen die Nationalisten durchgesetzt, die nach Taiwan geflohen waren. © Xinhua/Imago
Mit dem „Großen Sprung nach Vorne“ (1958-1961) sollte die Produktion vorangetrieben werden.
Eines der Hauptziele der neuen Regierung war die wirtschaftliche Entwicklung des verarmten Chinas. Mit dem „Großen Sprung nach Vorne“ (1958-1961) sollte die Produktion vorangetrieben werden. Doch Fehler in der Planung und Naturkatastrophen sorgen für eine Hungersnot, der 15 bis 55 Millionen Menschen zum Opfer fielen. © agefotostock/Imago
1959 kam es in Tibet zu einem Aufstand gegen die Besatzer.
Bereits kurz nach der Machtübernahme besetzte die chinesische Volksbefreiungsarmee das bis dahin faktisch unabhängige Tibet. 1959 kam es zu einem Aufstand gegen die Besatzer, woraufhin der Dalai Lama das Land verlassen musste. Heute lebt er im indischen Exil. © United Archives International/Imago
Von 1966 bis 1976 erschütterte die Kulturrevolution China.
Von 1966 bis 1976 erschütterte die Kulturrevolution China. Mit der Kampagne wollte Mao mit den Mitteln des Klassenkampfes die chinesische Gesellschaft von „konterrevolutionären“ Elementen befreien; zudem zementierte er seine Macht an der Spitze des Staates. Der Kulturrevolution fielen Hunderttausende Menschen zum Opfer. © Photos12/Imago
1972 besuchte mit Richard Nixon erstmals ein US-Präsident die Volksrepublik.
Anfang der 70er-Jahre öffnete sich China aber auch nach Westen. 1972 besuchte mit Richard Nixon erstmals ein US-Präsident die Volksrepublik. Im selben Jahr nahm Deutschland diplomatische Beziehungen mit Peking auf. © agefotostock/Imagao
Nach einem parteiinternen Machtkampf setzte sich schließlich Deng Xiaoping als neuer Führer der Volksrepublik durch.
Mao starb 1976. Nach einem parteiinternen Machtkampf setzte sich schließlich Deng Xiaoping als neuer Führer der Volksrepublik durch. Deng leitete die Geschicke Chinas bis zu seinem Tod im Jahr 1997. © Zuma/Keystone/Imago
Deng Xiaoping trieb die Öffnung Chinas voran.
Deng Xiaoping trieb die Öffnung Chinas voran. Demokratische Reformen blieben aus, die Wirtschaft entwickelte sich allerdings rasant. Auch ausländische Unternehmen wie Volkswagen engagierten sich nun in China. © Sepp Spiegl/Imago
Im Frühjahr 1989 kam es in Peking zu Demonstrationen von Studenten, die Reformen und eine Demokratisierung Chinas forderten. In der Nacht auf den 4. Juni 1989 eskalierte die Lage, der Tiananmen-Platz im Herzen Pekings wurde geräumt, die Demokratiebewegung blutig niedergeschlagen. Hunderte Menschen starben.
Im Frühjahr 1989 kam es in Peking zu Demonstrationen von Studenten, die Reformen und eine Demokratisierung Chinas forderten. In der Nacht auf den 4. Juni 1989 eskalierte die Lage, der Tiananmen-Platz im Herzen Pekings wurde geräumt, die Demokratiebewegung blutig niedergeschlagen. Hunderte Menschen starben. © Jeff Widener/dpa
Am 1. Juli 1997 wurde Hongkong, die ehemalige britische Kronkolonie, an China zurückgegeben.
Am 1. Juli 1997 wurde Hongkong, die ehemalige britische Kronkolonie, an China zurückgegeben. Gouverneur Chris Patten erhielt die eingeholte britische Nationalflagge, die chinesische Flagge wurde gehisst.  © UPI Photo/Imago
Heute ist Shanghai das wirtschaftliche Zentrum des Landes, dort befindet sich auch der größte Hafen der Welt.
Chinas Wirtschaft entwickelte sich in den 90er-Jahren, vor allem aber ab dem Beitritt der Volksrepublik zur Welthandelsorganisation 2001, rasant. Heute ist Shanghai das wirtschaftliche Zentrum des Landes, dort befindet sich auch der größte Hafen der Welt. © Ivan Tykhyi/Imago
Unter Xi Jinping, seit 2012 Parteichef und seit 2013 Staatspräsident, wird China immer autoritärer regiert.
Trotz des wirtschaftlichen Erfolgs: Der Handel mit dem Westen brachte China keinen demokratischen Wandel - im Gegenteil. Unter Xi Jinping, seit 2012 Parteichef und seit 2013 Staatspräsident, wird China immer autoritärer regiert. Es entstand ein neuer Personenkult, der an die Mao-Ära erinnert. © UPI Photo/Imago
In der Provinz Xinjiang gingen die Behörden gegen die muslimischen Uiguren vor. Hunderttausende Menschen sollen dort in Umerziehungslagern eingesperrt sein.
China wurde immer mehr zum Polizei- und Überwachungsstaat. In Hongkong wurde die Demokratiebewegung brutal niedergeschlagen, in der Provinz Xinjiang gingen die Behörden gegen die muslimischen Uiguren vor. Hunderttausende Menschen sollen dort in Umerziehungslagern eingesperrt sein. © UPI Photo/Imago

Laut Branchenexperten ist der chinesische Schiffsbausektor in den letzten Jahren rasant angestiegen und für mehr als 60 Prozent der globalen Schiffbauaufträge verantwortlich. Sollte es zu einem solchen Bau kommen, könnten die Atom-Schiffe an die deutschen Häfen einlaufen. Offen bleibt, ob ein Andocken überhaupt erlaubt werden wird. (vk)

Rubriklistenbild: © Screenshot X/@PDChina

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