Kanzler Scholz und die PK mit Chinas Ministerpräsident: Die FDP-Politikerin Strack-Zimmermann warnt, nicht „wieder vor die Pumpe zu laufen“.
Berlin – Der neue chinesische Regierungschef Li Qiang hat einen ersten Deutschland-Besuch absolviert. Nach Regierungskonsultationen mit Kanzler Olaf Scholz (SPD) gab es eine Pressekonferenz in Berlin. Journalisten-Fragen wurden da jedoch nicht zugelassen. Marie-Agnes Strack-Zimmermann äußerte darüber nun im Talk mit Sandra Maischberger Unmut.
„Die Tatsache, dass der deutsche Bundeskanzler zulässt, dass dem chinesischen Ministerpräsidenten keine Fragen gestellt werden dürfen? In einem freien Land? Das finde ich schon bemerkenswert“, sagte die FDP-Politikerin in der ARD-Sendung. Bei derartigen Bedingungen für eine Pressekonferenz hätte Scholz „zumindest sagen müssen, da machen wir gar keine.“
Strack-Zimmermann bei „Maischberger“: „Auch Putin hat deutlich artikuliert, was er möchte“
Die Verteidigungsexpertin Strack-Zimmermann warnte davor, Chinas Machtdenken zu unterschätzen: „Bei der ganzen Diskussion, die wir führen, sollten wir doch klarmachen: Auch Wladimir Putin hat vor 15 Jahren sehr deutlich artikuliert, was er möchte. Und das wurde dann so hingenommen.“ Deutschland und Europa müssten „hinhören, was ein chinesischer Ministerpräsident artikuliert, damit wir nicht wieder vor die Pumpe laufen und uns die Augen reiben“, befand Strack-Zimmermann.
Strack-Zimmermann sieht China auf bestimmten Ebenen als Partner, aber unterm Strich als Systemrivale. Deswegen sei es wichtig, dass bei wirtschafts- und verteidigungspolitischen Fragen „auch chinesische Gäste hören, dass die deutsche und die europäische Bevölkerung ja nicht völlig bescheuert ist“.
Die Geschichte der Volksrepublik China von 1949 bis heute
Exporte aus Bayern: Söder empfängt Chinas Premierminister Li Qiang
Zum Abschluss seiner Deutschlandreise hat Chinas Premierminister Li Qiang übrigens Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) in München getroffen. Im Fokus des Treffens in der prunkvollen Residenz standen nach Angaben der Staatskanzlei die bayerisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen.
China gehört nach den USA und Österreich zu den wichtigsten Exportländern des Freistaats. In früheren Jahren reisten auch die bayerischen Ministerpräsidenten häufig nach China. (dpa/frs)