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CSU-Chef Markus Söder – Der Krisen-Manager aus Bayern

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Markus Söder ist einer der präsentesten Politiker in Deutschland. In der Kanzlerfrage unterlag er zweimal. Das ist Bayerns Ministerpräsident.

Frankfurt – Markus Söder steht seit dem 16. März 2018 als Ministerpräsident an der Spitze des Freistaates Bayern. Seit 2019 ist er zudem der Vorsitzende der CSU. Der 1,94 Meter große Politiker tritt meist mit einem selbstsicheren Lächeln in die Öffentlichkeit auf. Er gilt als sehr direkter und oft auch mal unbequemer Politiker. 

Söder wurde 1967 in Nürnberg geboren. Den Lebenslauf des Politikers gibt es in aller Ausführlichkeit auf der Webseite der Bayerischen Staatsregierung. Für einen Überblick von seinem Weg zum Bayerischen Ministerpräsidenten und zum möglichen Kanzlerkandidaten reicht jedoch ein Schnelldurchlauf. 

NameDr. Markus Thomas Theodor Söder
Geboren5. Januar 1967
ParteiChristlich-Soziale Union in Bayern
ÄmterBayerischer Ministerpräsident seit 2018, CSU-Parteivorsitzender seit 2019
AusbildungFriedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg (u.a.); Jura-Studium
Familienstandverheiratet, 4 Kinder
EhefrauKarin Baumüller-Söder (verh. 1999)

Für Markus Söder heißt es schon in jungen Jahren CSU

Söder machte sein Abitur 1986 am Nürnberger Dürer-Gymnasium. Im Anschluss absolvierte er ein Jura-Studium an der Universität in Erlangen. Ab 1992 machte Markus Söder einen Abstecher in den Journalismus. Er absolvierte ein Volontariat beim Bayerischen Rundfunk (BR) und arbeitete dort anschließend als Redakteur. Bereits kurz nach seinem 16. Geburtstag 1983 trat Söder der CSU bei. 1994 wurde er dann erstmals in den Bayerischen Landtag gewählt. Während die politische Karriere anlief, promovierte Markus Söder 1998 noch an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen/Nürnberg. 

Markus Söder ist seit dem 16. März 2018 Ministerpräsident des Freistaates Bayern und seit dem 19. Januar 2019 Parteivorsitzender der CSU. 

Und politisch hat er noch einen zweiten Doktortitel abgegrast: Bei der SPD habe er den Spitznamen „Dr. No“ bekommen, wie der einstige Bond-Bösewicht. Söder gibt sich gelassen: „Den Titel hat schon einmal jemand gehabt - nämlich Edmund Stoiber. Er wurde auch mal „Dr. No“ genannt, weil er verschiedene unsinnige Vorschläge in Berlin verhindert hat. Insofern ist das eher ein Ehrentitel.“

Dann geht es bei der Union richtig los - Ein Überblick: 

  • 1995 - 2003: Landesvorsitzender Junge Union Bayern
  • 2003 - 2007: CSU-Generalsekretär
  • 2008 - 2011: Bayerischer Umwelt- und Gesundheitsminister
  • 2011 - 2018: Bayerischer Finanzminister
  • seit dem 16.03.2018: Bayerischer Ministerpräsident
  • seit dem 19.01.2019: CSU-Parteivorsitzender

CSU-Chef Söder setzt auf Umweltpolitik - Strategie für die Bundestagswahl? 

Bekannt wurde Markus Söder besonders durch den monatelangen Machtkampf mit Bundesinnenminister Horst Seehofer um den CSU-Vorsitz und das Amt des bayerischen Ministerpräsidenten. 

Für Aufmerksamkeit sorgten auch Söders Sinneswandel in den Bereichen Umweltschutz und Seenotrettung. Sprach Söder 2018 noch von „Asyltourismus“, so will er heute nicht mehr mit diesem Begriff in Verbindung gebracht werden - setzt sich stattdessen für eine europäische Lösung im Bereich der Seenotrettung auf dem Mittelmeer ein. Auch gilt Söder traditionell als Verteidiger der Interessen der Landwirte - wechselte in der zweiten Jahreshälfte 2019 aber den Kurs, nahm sich des bayerischen Volksbegehrens zur Rettung der Bienen an und plant nun die CO₂-neutrale Arbeit seiner Parteizentrale in München.

War die CSU bei der Umweltpolitik bisher eher konservativ, machte Söder kürzlich den Vorstoß, den Kohleausstieg auf 2030 vorzuziehen. Ein Brückenschlag zu den erstarkenden Grünen? Der Klimaschutz sei eine moralische Verpflichtung - sagt er zumindest.

Markus Söder ist ein Medienexperte - Schlüssel zum Erfolg?

Ein wichtiger Faktor für den Erfolg von Markus Söder ist sicherlich auch sein Umgang mit den Medien. In einem Interview mit „bunte.de“ sagte er schon 2014, Twitter und Facebook seien „als Vertriebs- und Kommunikationsweg eine wichtige Sache“. Und daran hält er sich auch selbst. Auf allen Kanälen weist Söder eine souveräne Präsenz auf. Er erklärte: „Die Welt ändert sich eben. Entweder du gehst mit der Welt, oder die Welt geht ohne dich.“ Sein Privatleben hält der Politiker dagegen weitgehend aus der Öffentlichkeit fern. So präsent Söder beruflich ist, so verhalten ist er im Privaten. 

Markus Söder beherrscht es, sicherlich auch wegen seines Karriere-Abschnitts als Medien-Volontär und Redakteur, sich als Person des öffentlichen Interesses in den sozialen Netzwerken zu inszenieren. Markus Söder live und in Bild und Farbe gibt es zuhauf auf seinen Social Media Kanälen auf Twitter, Instagram und Facebook. Er pflegt die Kanäle akribisch und füllt sie mit neuen Inhalten.

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Söders Rolle im Rennen um die Kanzlerkandidatur

Eine entscheidende Frage stellt sich bei Söder wie von selbst: Kann er Kanzler? Lange schien es, als wäre Söder kein Kandidat als Bundeskanzler. Er selbst hat immer wieder erklärt, sein Platz wäre in Bayern. Auch die Partei-Kollegen der CDU, Annegret Kramp-Karrenbauer, Friedrich Merz und Armin Laschet, schienen sich auf die Absage zu verlassen. Letztlich wollte Söder doch, konnte sich aber nicht gegen Laschet durchsetzen.

Dass ein Bayer nicht Bundeskanzler werden kann – mit diesem Irrglauben räumt CSU-Chef Markus Söder trotz seiner anhaltenden Absagen auf: Einer habe es bisher geschafft, „nämlich Ludwig Erhard, ein Franke, ein Fürther“, sagte Söder in der ersten Folge des Podcasts „Wickert trifft“ des Journalisten Ulrich Wickert. Söder schränkte aber ein: „Der galt dann nicht so als Bayer, er war ja bei der CDU.“ Ihm sei bewusst, dass es trotz seiner guten Umfragewerte durchaus Vorbehalte gegen einen Bundeskanzler aus Bayern gibt. Im Podcast scherzte er: „Es gibt schon den einen oder anderen, der sagt: ‚Mensch, muss jetzt Deutschland vom Hofbräuhaus aus regiert werden‘“.

Vor der Bundestagswahl 2025 gab es erneut Gerüchte über einen möglichen Versuch Söders, das Bundeskanzleramt in Berlin zu erobern. Doch der CSU-Chef stellte die eigenen Ambitionen hinten an und unterstützte demonstrativ den Kanzlerkandidaten der Union, Friedrich Merz. Markus Söder weiß aber auch: Als Bundeskanzler würde er in die Geschichtsbücher eingehen. Der erste Kanzler aus Bayern wäre er zwar nicht. Aber der erste CSU-Politiker im Kanzleramt. (iwe) 

Rubriklistenbild: © Sven Hoppe/dpa

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