Verwechslungen, Stürze und Verwirrung: Diese Patzer führten zum Rücktritt von Joe Biden vor der US-Wahl
VonNatascha Berger
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Joe Biden wird nicht nochmal gegen Donald Trump um die US-Präsidentschaft kämpfen. Seine Entscheidung folgt auf diverse öffentliche Patzer, die Zweifel an seiner Eignung als Kandidat geweckt hatten.
Washington, D.C. – Joe Biden stand in den vergangenen Monaten unter viel Kritik. Kritik, die den amtierenden US-Präsidenten nun dazu bewegt hat, bei der US-Wahl 2024 nicht noch einmal gegen Donald Trump anzutreten. Aussetzer auf öffentlichen Veranstaltungen schienen sich zu häufen und ließen an Bidens Eignung als Kandidat für den Wahlkampf zweifeln. Eine Chronik.
Im Januar 2020 trat Joe Biden das Amt des 46. Präsidenten der Vereinigten Staaten an. In den Monaten darauf hatte Joe Biden beispielsweise wegen der Corona-Pandemie, aber auch wegen des Sturms auf das Kapitol am 6. Januar diverse Gründe, sich an das amerikanische Volk zu richten. Damals sprach Biden klar und zusammenhängend. Heute, vier Jahre später, sind Reden wie diese eher zu einer Seltenheit geworden. Es gibt kaum mehr Auftritte des 81-Jährigen, die nicht in aufgrund von Verwechslungen oder körperlichen Ausfälle in Schlagzeilen enden.
Im Juli 2023 fällt Joe Biden bei der Abschlussfeier der US Air Force Akademie auf der Bühne. Knapp ein Jahr später kündigt er seinen Rücktritt aus dem US-Wahlkampf 2024 an.
Joe Biden ist ältester Präsident der USA – seine Stürze auf Treppen, Bühnen und vom Rad gingen um die Welt
Die Szenen von Joe Biden und seinem Versuch, im März 2021 die Treppe der Air Force One zu erklimmen, dürften wohl den meisten Menschen noch im Kopf sein. Immerhin waren Videoaufnahmen, wie der amtierende US-Präsident mehrmals auf dem Weg in das Flugzeug das Gleichgewicht verliert und die Treppen hinauf stolpert, auch die ersten, die das hohe Alter des Demokraten in den Fokus rückten.
Der nächste Ausfall folgte kurz später. Zu Besuch in Schottland für die UN-Klimakonferenz COP 26 im November 2021 scheint Präsident Biden etwas Schlaf nachholen zu müssen. Schon bei den Eröffnungsreden fallen dem Trump-Nachfolger immer wieder die Augen zu. Auch Videos zu diesem Vorfall gehen im Netz viral.
Immer wieder sind es auch Stürze von Joe Biden, die auch über die Grenzen der USA hinaus für Gesprächsstoff sorgen. So etwa im Juni 2022, als der damals 79-Jährige in seinem Heimatort Delaware mit dem Fahrrad stürzt. Er blieb zwar unverletzt, doch bot so Donald Trump erneut eine Steilvorlage für Spott. Im Juni 2023 ein ähnlicher Zwischenfall: Joe Biden fällt bei einer Abschlusszeremonie auf der Bühne. Der Secret Service muss ihm wieder aufhelfen.
Joe Biden vor US-Wahlkampf 2024 immer öfter verwirrt: Er verwechselt die Ukraine mit dem Irak
Es folgten diverse Auftritte, bei denen Joe Biden sichtlich verwirrt ist. Die größten Patzer dürften jedoch die verbalen Aussetzer des ältesten Präsidenten in der Geschichte des Landes sein. So fragte ihn beispielsweise ein Reporter im Juni 2023, ob er denke, dass der russische Präsident Putin im Ukraine-Kriegen wegen des Aufstands der Wagner-Söldner geschwächt sei. Die skurrile Antwort von Biden: „Schwer zu sagen, aber er ist definitiv dabei, den Krieg im Irak und den Krieg zu Hause zu verlieren.“ Hier verwechselt Biden wohl die Ukraine und den Irak.
Joe Biden: Leben und Karriere des 46. US-Präsidenten in Bildern
Verbale Aussetzer gaben Trump viele Steilvorlagen: Diese Patzer führten zu Joe Bidens Rücktritt vor US-Wahlkampf
Doch es bleibt nicht bei dieser Verwechselung. Bis Biden am Sonntag seinen Rücktritt aus dem Wahlkampf um eine erneute Kandidatur zum Präsidenten verkündete, sorgten diverse Aussetzer für Spott in den sozialen Medien – und wachsende Sorge in den eigenen Reihen. Ein Überblick über Bidens letzte verbale Fehltritte:
6. Februar 2024: US-Präsident Joe Biden verwechselt Emmanuel Macron mit dem 1996 verstorbenen François Mitterrand und kurz auch Deutschland und Frankreich
8. Februar 2024: Bei einer Spendenveranstaltung für seinen US-Wahlkampf spricht Biden über ein vermeintliches Gespräch mit dem verstorbenen Altkanzler Helmut Kohl, das er eigentlich mit Angela Merkel geführt hat
9. Februar 2024: Biden verwechselt Ägypten mit Mexiko, während er über den Krieg zwischen der Hamas und Israel spricht
11. Juli 2024: „Ich hätte mir Vizepräsidenten Trump nicht als Vizepräsidenten ausgesucht, hätte ich nicht gedacht, dass sie qualifiziert für dieses Amt sei“, sagt Biden und verwechselt somit seinen Gegner mit Kamala Harris
Bis zuletzt hatte Biden daran festgehalten, erneut im Wahlkampf gegen Donald Trump antreten zu wollen. Wie sein Rücktritt vor der US-Wahl 2024 nun jedoch erahnen lässt, scheinen ihn die Zweifel seiner Vertrauten und Partei-Kolleg:innen erreicht zu haben. Als mögliche Nachfolgerin in der Wahlkampagne der demokratischen Partei hat Joe Biden seine Nachfolgerin Kamala Harris vorgeschlagen. Mit ihr als mögliche Präsidentschaftskandidatin dürfte sich bis zur Wahl im November noch viel ändern. (nbe)