VonFranziska Schwarzschließen
Drei Euro für einen zuvor kostenlosen Corona-Test? Der Zank geht weiter. Linken-Politikerin Kipping sieht besonders Gesundheitsminister Lauterbach in der Pflicht.
Berlin - Corona, Gas-Preise und Inflation machen den Deutschen schon jetzt das Leben schwer. In der kalten Jahreszeit werden diese Krisen sicherlich nicht angenehmer. Ex-Linke-Parteichefin Katja Kipping hat sie jetzt in einem Szenario kombiniert – um Karl Lauterbach zu kritisieren.
Der SPD-Gesundheitsminister hatte vor der Corona-Variante BA.5 gewarnt, natürlich auch auf Twitter. Deshalb muss Lauterbach in seinem Thread jetzt mit diesem Seitenhieb klarkommen: „Na, das kann ja was werden im Herbst, wenn es zu kalt zum Treffen draußen ist und man drinnen wegen Energiearmut zusammenrücken muss“, antwortete ihm Kipping am Donnerstag (14. Juli).
Na das kann ja was werden im Herbst, wenn es zu kalt zum Treffen draußen ist und man drinnen wegen Energiearmut zusammenrücken muss. Vielleicht sollten die Bürgertests doch wieder kostenfrei werden?
— Katja Kipping (@katjakipping) July 14, 2022
Kein schönes Szenario, das Kipping, Sozialsenatorin in Berlin, hier zeichnet. Ihr Lösungsvorschlag: „Vielleicht sollten die Bürgertests doch wieder kostenfrei werden?“ Der SPD-Politiker hatte zu Monatsanfang verkündet, dass Corona-Bürgertests nun außer in Ausnahmefällen drei Euro kosten. Begründung: Alles andere kann sich Deutschland nicht mehr leisten.
Corona-Bürgertest: Linke richten Appell an Ampel unter Kanzler Scholz
Auf Kritik stieß das unter anderem bei Ärzten, Kommunen und der Linken. Letztere fürchte um sichere Kulturveranstaltungen. Sechs Linke-Regierungsvertreter aus den Bundesländern - unter ihnen Kipping - argumentierten laut dpa in einem gemeinsamen Appell an die Ampel-Koalition, der Schritt erhöhe das Gesundheitsrisiko von Geringverdienern. Zu den Kritikern der Maßgabe zählt auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Das Linke-Sextett verweist darauf, dass im Herbst und Winter höhere Infektionszahlen wahrscheinlich seien. „Für weite Bevölkerungsgruppen ist die Eigenbeteiligung finanziell nicht tragbar.“ Das gefährde das Erreichte auch im Kultursektor. „Wir sind angewiesen auf flächendeckende und kostenfreie Tests, weil wir nur so unsere Schutzmaßnahmen für Kultureinrichtungen möglichst sicher gestalten können.“
Kostenfreie Bürgertests seien auch eine Frage der ökonomischen Vernunft. Als Argument dienen „enorme Mittel“ der vergangenen Jahre, um Kunstschaffende und Kultureinrichtungen zu schützen und ihr Überleben zu sichern. Lauterbach hatte bis Donnerstagmittag nicht auf Kippings Tweet geantwortet. (frs mit dpa)
