VonFelix Busjaegerschließen
Die Spannungen im Ukraine-Krieg halten an. Russland startete an Weihnachten eine Reihe von Angriffen. Aber in der Oblast Donezk könnte ein neuer Angriff bevorstehen.
Moskau – Die Ukraine feiert inzwischen Weihnachten nach westlichem Vorbild. Präsident Wolodymyr Selenskyj beschwor in seinen abendlichen Ansprachen immer wieder besinnliche Feiertage. Doch Russlands Armee überzieht das Nachbarland seit dem 24. Dezember durchgehend mit schweren Angriffen. Auch am Abend des 25. setzte Russlands Militär seine Angriffe im Ukraine-Krieg fort. Die einzelnen Gruppen von Kampfdrohnen flogen aus verschiedenen Himmelsrichtungen ein, wie die Agentur Ukrinform berichtete. In mehreren Regionen wurde daraufhin Luftalarm ausgelöst, da ein klares Ziel aufgrund der ständig wechselnden Flugrichtungen der Drohnen nicht erkennbar war.
Lage im Ukraine-Krieg: Russland setzt auf Vorstöße im Donezk – „haben wir vorher nicht bemerkt“
Im Schatten der großangelegten Angriffe im Ukraine-Krieg hat Russlands Armee indes damit begonnen, in der Oblast Donezk vermehrt Truppen zu sammeln. Auch militärische Ausrüstung soll in die Region geschaffen worden sein. Das bestätigte eine Sprecherin der Operativen Taktischen Gruppe Luhansk. Südlich von Toretsk sei es zu Kämpfen gekommen, bei denen gepanzerte Kampffahrzeuge, Motorräder und Buggys zum Einsatz gekommen seien. „Das haben wir vorher nicht bemerkt, aber jetzt ist der Feind aktiver geworden“, sagte sie.
Der jetzige Vorstoß der russischen Streitkräfte erfolgt nach monatelangen Kämpfen in der Region. Putins Armee versucht in der Ostukraine schon länger, die Verteidiger zurückzudrängen – immer wieder mit Erfolg. Kyiv Independent zitiert einen Sprecher, der die Lage im Ukraine-Krieg in Torezk als „die schwierigste“ beschrieb. „Es wird um jedes Haus gekämpft“, sagte er. Der Einsatz von Panzern und gepanzerten Kampffahrzeugen sei in der Region schwierig, da das urbane Einsatzgebiet die Manöver weniger effektiv machen würde. Außer in der Oblast Donezk rechnet die Ukraine derzeit mit groß angelegten Angriffen russischer Streitkräfte auch in den Oblasten Cherson und Saporischschja.
Angriffe im Ukraine-Krieg: Russland setzt auf neue Taktik gegen Luftabwehr
In den vergangenen Monaten hat Russland im Ukraine-Krieg das Nachbarland immer wieder mit Drohnen und Raketen angegriffen. In der Ostukraine setzte die Armee von Wladimir Putin zudem auf zahlreiche Bodenvorstöße, in der Oblast Kursk erzielen die russischen Streitkräfte ebenfalls immer mehr Erfolge. Seit einiger Zeit kommt im Krieg in der Ukraine auch eine neue Taktik zum Einsatz: Kombinierte Angriffe von Drohnen und Raketen sollen die Flugabwehr überlasten. Dazu werden von russischer Seite vielfach auch sogenannte Köderdrohnen – ohne Sprengsätze – eingesetzt, um die gegnerische Flugabwehr weiter zu verwirren. Oft wird wertvolle Munition für den Abschuss dieser Köder verschwendet.
Wenige Tage vor dem Jahresende ist klar: Russland setzt die Ukraine im Krieg zunehmend unter Druck. Die ukrainischen Truppen befinden sich überwiegend in der Defensive und haben Gebiete an die vorrückenden russischen Truppen im Nordosten der Oblast Charkiw und im Osten der Oblast Donezk verloren. Kyiv Independent schreibt, dass die Ukraine das Kriegsjahr mit einem ungelösten Mangel an Nachschub sowie drohenden Niederlagen in mehreren Kriegsregionen beendeten wird. Pessimistisch resümiert das Medium, dass die Aussichten für ein Ende des Ukraine-Kriegs oder eine deutliche Veränderung des Kriegsmomentums wenig zuversichtlich sind. (fbu)
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