Die Marine und die Bundeswehr

Flotte, Auftrag und die wichtigsten Fakten zur Deutschen Marine

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Die Deutsche Marine stellt die kleinste Teilstreitkraft der Bundeswehr. Trotzdem führt sie etliche Einsätze durch. Alle Informationen zu den Seestreitkräften.

Rostock – Die Deutsche Marine bildet nach dem Heer und der Luftwaffe den kleinsten Teil der Bundeswehr. Obwohl Deutschland nicht für seine große Flotte bekannt ist, verfügt die Marine über eine Vielzahl an Kampfschiffen, Hubschraubern und ist in etlichen internationalen Einsätzen präsent. Der ehemalige Marinechef Kay-Achim Schönbach machte mit kontroversen Aussagen zu Russland auf sich aufmerksam.

Gründung Deutsche Marine2. Januar 1956
AuftragSchutz von Seewegen und Staatsbürgern, Verteidigung
Stärke16.000 Soldaten (davon 1800 Zivilangestellte)
Sitz MarinekommandoRostock
Leitung (Inspekteur der Marine)Vizeadmiral Jan Christian Kaack

Auftrag der Deutschen Marine und der Bundeswehr

Die Deutsche Marine hat denselben Auftrag wie die gesamte Bundeswehr. Sie leiten sich aus dem Weißbuch der Bundesregierung von 2016 und der Konzeption der Bundeswehr ab. Dazu zählt die Landes- und Bündnisverteidigung, internationales Krisenmanagement, nationale Krisen- und Risikovorsorge sowie internationale Hilfe in Not- und Katastrophensituationen. In der Praxis kommt die Deutsche Marine vor allem Aufgaben des Schutzes internationaler Seewege nach. Im Verbund mit der Nato hilft die Marine bei der Weiterbildung, auch für die zivile Schifffahrt.

Die Geschichte der Deutschen Marine

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Wehrmacht gab es keine deutsche Flotte mehr. Die neu aufgestellte Deutsche Marine der Bundeswehr wurde am 2. Januar 1956 im Zuge der Wiederbewaffnung gegründet. Dabei wurde die Bundesmarine fest an Ziele und Einsätze der Nato gebunden, wie die Deutsche Marine selbst erklärt. In der DDR wurde bereits 1952 mit dem Aufbau der Volkspolizei See begonnen, ab 1956 als Volksmarine bekannt.

Die Korvette „Oldenburg“ ist im August 2023 von ihrem Heimathafen in Rostock-Warnemünde Richtung Mittelmeer aufgebrochen. Sie gehört zu den Korvetten der Braunschweig-Klasse.

Zwar verfügt die heutige Deutsche Marine nicht über Flugzeugträger, trotzdem ist ihre Flotte mit vielen Kampfschiffen bestückt. Neben Korvetten, Fregatten, U-Booten und Minenjagdbooten zählen auch diverse Hubschrauber und Hilfsschiffe zur Flotte.

Kampfflotte der Deutschen Marine

  • Korvetten der Braunschweig-Klasse (für Einsätze in küstennahen Gebieten, fünf Stück)
  • Fregatten der Brandenburg-Klasse (zur U-Boot-Jagd, vier Stück)
  • Minenjagdboote der Frankenthal-Klasse (zur Minenjagd und -räumung, zehn Stück)
  • U-Boot-Klasse 212 A (leisester U-Boot-Typ weltweit, sechs Stück)
  • Fregatten der Baden-Württemberg-Klasse (Mehrzweckfregatten, vier Stück)
  • Fregatten der Sachsen-Klasse (zur Luftverteidigung, drei Stück)

Flugzeuge und Hubschrauber der Deutschen Marine

  • Ölaufklärer DO 228 LM (Überwachung Umweltschutz Nord- und Ostsee)
  • Hubschrauberdrohne Sea Falcon (Ferngesteuert zur Aufklärung, auf Korvetten stationiert)
  • Mehrzweckhubschrauber NH-90 NTH Sea Lion (flexible Einsatzgebiete)
  • Mehrzweckhubschrauber Sea King Mk41 (Seenotrettung und Transport)
  • Bordhubschrauber Sea Lynx Mk88A (U-Boot-Jäger)
  • Seefernaufklärer P-3C Orion (Aufklärung über und unter Wasser)

Hilfsschiffe der Deutschen Marine

  • Segelschulschiff Gorch Fock (Schulungen)
  • Einsatzgruppenversorger der Berlin-Klasse (Seeversorgung, drei Stück)
  • Tender der Elbe-Klasse (Nachschubversorgung, sechs Stück)
  • Betriebsstofftransporter der Rhön-Klasse (Tanker, zwei Stück)
  • Flottendienstboote der Oste-Klasse (Aufklärung, drei Stück)
  • Festrumpfschlauchboot Buster SFB 10.1 (Unterstützung auf Fregatten)

In diesen Einsätzen ist und war die Deutsche Marine aktiv

Besonders im Mittelmeer ist die Deutsche Marine häufig im Einsatz. Vor der libyschen Küste bei Irini sind laut Marineangaben bis zu 300 Soldaten stationiert (Stand: Dezember 2023), um das Waffenembargo gegen Libyen zu überwachen. Außerdem gibt es über das gesamte Mittelmeer mehrere Missionen zur Stärkung der Sicherheit. In der Ägäis hilft die Marine, gegen Schlepper vorzugehen. Seit 2006 überwacht die Deutsche Marine zudem das Seegebiet des Libanon.

Das Marine-Segelschulschiff Gorch Fock ist schön anzusehen, aber auch teuer. 2021 stach es nach fünfjähriger Restaurierung für 135 Millionen Euro wieder in See.

Der Minenabwehrverband der Marine ist ständig in der Nordsee und dem Nordatlantik im Einsatz, um Seewege zu sichern. Seit 2008 führt die Marine Operationen im Kampf gegen Piraten vor der Küste Somalias durch. 2011 half die Deutsche Marine bei der Evakuierung ausländischer Staatsbürger aus Libyen. Von 2018 bis 2023 bildeten Kampfschwimmer im Niger Spezialkräfte in der Terrorismusbekämpfung aus.

Kritik an ehemaligem Marinechef Schönbach

Anfang 2022 trat der damalige Marinechef Kay-Achim Schönbach von seinem Posten zurück. Schönbach sorgte bei einem Besuch in Indien mit einer Aussage zu Russland und der Ukraine für Verstörung innerhalb der Bundesregierung. Wenige Wochen vor Beginn des russischen Überfalls sagte Schönbach, dass die Halbinsel Krim für die Ukraine verloren sei. Russlands Machthaber Wladimir Putin verlange Schönbach zufolge lediglich Respekt und verdiene diesen wahrscheinlich. Nach großem öffentlichen Aufschrei bat Schönbach die damalige Verteidigungsministerin Christine Lambrecht um die Versetzung in den Ruhestand.

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