Leopard-Reparaturen in Litauen

Neue Panzer-Brigade in der Ukraine: 100 deutsche Leoparden nun unter einem Kommando

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In der Ukraine soll die neu gegründete 5. Panzerbrigade den Invasoren Einhalt gebieten. 100 deutsche Leopard-Panzer stehen wohl unter einem Kommando.

Kiew – Die Ukraine hofft im Verteidigungskrieg gegen Russland auf seine neue fünfte Panzerbrigade – und diese wird wohl aus über 100 deutschen Leoparden bestehen. Laut eines Berichts von Forbes, der sich auf ein Video von Militaryland bezieht, könnte die neu gegründete fünfte Panzerbrigade, die ausschließlich Leopard 1A5 nutzen soll, über die Hälfte der fast 200 von Deutschland gelieferten Fahrzeuge im Kampf gegen Russland im Ukraine-Krieg umfassen.

100 deutsche Leopard-Panzer in der Ukraine: Neue Panzerbrigade im Kampf gegen Russland

Militaryland ist ein Aggregator von Open-Source-Informationen mit Schwerpunkt auf den ukrainischen Streitkräften und veröffentlichte das Video auf X, ehemals Twitter. Darin ist zu erkennen, wie ukrainische Soldaten, die diesen Herbst in Deutschland auf Leopard-Panzern trainieren, angeben, Teil der fünften Panzerbrigade zu sein.

Der Leopard 1A5 und der in den USA hergestellte M-1 trafen seit Herbst in der Ukraine ein und sind damit die neuesten Panzer westlicher Bauart, die die Front im Ukraine-Krieg erreicht haben. Offiziell ist die 5. Panzerbrigade in Krywyj Rih in der Südukraine stationiert. In Wirklichkeit existierte die Brigade laut Forbes kaum, bis sie vor einigen Monaten endlich mit der Ausbildung neuer Rekruten begann. Die Panzer in der Ukraine sind auf die rund hundert Bodenkampfbrigaden verteilt. Typischerweise fahren ein Dutzend bis 30 Stück pro Brigade. In den Panzerbrigaden treten dagegen deutlich mehr Panzer unter einem Kommando zusammen auf.

Ukraine-Krieg: Dünne Panzerung als Nachteil der Leopard-1A5-Panzer

Die Besatzungen loben die seine hervorragende Beweglichkeit des 40 Tonnen schweren 1A5 und die schnelle Feuerleitung für sein präzises 105-Millimeter-Hauptgeschütz. Ein Nachteil besteht in seiner nur 70 Millimeter dünnen Panzerung. Die 44. Mechanisierte Brigade hätte Ende letzten Monats beinahe einen Leopard 1A5 im Ukraine-Krieg verloren, nachdem einer der Panzer offenbar eine Mine überfahren, seine Mobilität verloren hatte und dann unter Beschuss durch russische Artillerie geriet. Berichten zufolge hat die Armee den beschädigten Panzer geborgen, um ihn zu reparieren.

Es gibt Pläne der Ukrainer, die Leoparden aufzurüsten. „Die Probleme der Panzerungsverstärkung werden bereits von ukrainischen Ingenieuren gelöst“, berichtete das ukrainische ICTV. Das bedeutet offenbar das Hinzufügen von Lagen explosiver Reaktionspanzerung. „Soweit ich weiß, gibt es Pläne, zusätzlichen dynamischen Schutz zu installieren“, sagte ein Panzerfahrer gegenüber ICTV. Eine ERA-Schicht könnte den Schutz des Leopard 1 gegen hochexplosive Projektile verdoppeln.

Beschädigte Leopard-2-Panzer der Ukraine werden in Litauen repariert

Immerhin werden einige der im Krieg beschädigten Leopard-2-Panzer bereits wieder repariert – in Litauen. Die wieder instandgesetzten Kampfpanzer sollen schon bald wieder aus in dem baltischen EU- und Nato-Land auf das Schlachtfeld zurückkehren. „Litauen unterstützt konsequent den Kampf der Ukraine um ihre Unabhängigkeit und entsendet nicht nur Militärhilfe, sondern hilft auch bei der Reparatur von Leopard-Panzern“, betonte Verteidigungsminister Arvydas Anusauskas.

Repariert wurden die Panzer in einem Wartungszentrum, das von beiden deutschen Rüstungsfirmen Krauss-Maffei Wegmann (KMW) und Rheinmetall errichtet worden ist. Vorgeführt und getestet wurden sie auf dem litauischen Truppenübungsplatz Gaiziunai - sie sollen voraussichtlich Anfang Januar zurück in Ukraine transportiert werden. „Was soll ich sagen? Ein kraftvoller Panzer“, sagte Anusauskas am Freitag nach einer kurzen Testfahrt. 

Ein ukrainischer Soldat vor einem Leopard-Kampfpanzer. (Archivbild)

Ausgerichtet sei das Wartungszentrum, in dem zuvor bereits die von Deutschland an die Ukraine gelieferten Panzerhaubitzen gewartet wurden, auf die Leopard-Varianten 2A5 und 2A6. Dafür sei es der nahezu einzige Hub in Europa, sagte Dietz. Dagegen werde etwa die Leopard-Variante 2A4 in einer Panzerwerkstatt in Polen repariert. Deutschland hatte der Ukraine im März nach langem Zögern Leopard-2-Panzer vom Typ A6 übergeben. Auch ein Ringtausch-Trick spielte dabei eine Rolle.

Waffenlieferungen aus den USA: Ukraine bangt um Kongress-Entscheidung

Der wichtigste Waffenlieferant im Krieg war aber bisher nicht Deutschland, sondern die USA. Ob dies so bleibt, darum bangt die Ukraine aktuell. Der US-Senat verschob seine Winterpause wegen weiterer Verhandlungen über die Fortsetzung der Ukraine-Hilfen. „Der Senat wird am Montag zurückkehren“, sagte der Mehrheitsführer der Demokraten in der Kongresskammer, Chuck Schumer, am Donnerstag. Dies gebe den an den Verhandlungen Beteiligten Zeit, um eine Einigung zu erzielen.

Eigentlich hätten die Senatoren sich bis Donnerstagabend auf einen Text einigen müssen, bevor die Arbeit wegen der Feiertage unterbrochen werden sollte. Demokraten und Republikaner streiten derzeit über weitere Ukraine-Hilfen. US-Präsident Joe Biden hatte den US-Kongress im Oktober um neue Hilfen für Kiew gebeten. Die Demokraten unterstützen das 61-Milliarden-Dollar-Paket (55 Milliarden Euro), bei den oppositionellen Republikanern stößt es hingegen auf Ablehnung.

Panzer für den Ukraine-Krieg: Dänemark sichert Ukraine neue Militärhilfen im Kampf gegen Russland zu

Zumindest Dänemark will die Ukraine mit neuer, umfassender Militärhilfe unterstützen. Ihre Regierung werde dem dänischen Parlament am Donnerstag ein neues militärisches Spendenpaket im Umfang von fast einer Milliarde Euro vorlegen, kündigte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen am Mittwoch auf einer Pressekonferenz in Oslo an.

Anwesend war neben weiteren nordischen Staats- und Regierungschefs auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Werde das Paket vom Parlament angenommen, beinhalte es Dinge, die die Ukraine derzeit brauche, sagte Frederiksen weiter. „Darunter Munition, Panzer, Drohnen und andere Ausrüstung, die für die laufenden Kämpfe wichtig ist.“ (cgsc mit dpa und afp)

Rubriklistenbild: © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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