VonJens Kiffmeierschließen
Thüringens CDU-Chef Voigt zeigte sich offen für ein weiteres TV-Duell gegen AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke. Auf das erste Duell blickt er positiv.
Update vom 12. April, 11.15 Uhr: Das TV-Duell zwischen den Spitzenkandidaten von CDU und AfD am Donnerstagabend zur bevorstehenden Landtagswahl in Thüringen könnte eine Fortsetzung erhalten. Mario Voigt (CDU) schloss am Freitag ein weiteres Duell mit AfD-Rechtsaußen Björn Höcke nicht aus. „Ich strebe erstmal nichts an, aber wir weichen keiner Debatte aus“, sagte der Vorsitzende der Thüringen-CDU der dpa.
Der Druck sei groß, aber die Entscheidung für die Auseinandersetzung richtig gewesen. „Es hat die Unterschiede deutlich gemacht, etwa in der Wirtschaftspolitik und der Migration“, sagte Voigt. Demokratie brauche die Auseinandersetzung. Es werde im Wahlkampf immer wieder Streitgespräche geben. „Am 2. September möchte ich nicht dastehen und mir die Frage stellen müssen: Hast du nicht alles versucht?“ Im Ersten Streitgespräch, das auf dem Sender Welt TV ausgestrahlt wurde, habe Höcke auf ihn „fahrig und wackelig“ gewirkt, sagte der CDU-Mann weiter.
Trotz Kritik am TV-Duell in Thüringen: Mehrheit der Deutschen hält Übertragung für richtig
Erstmeldung vom 11. April: Berlin – Brisanter Auftritt im TV: Knapp fünf Monate vor der Landtagswahl in Thüringen treffen sich CDU-Spitzenkandidat Mario Voigt und AfD-Rechtsaußen Björn Höcke am Donnerstag (11. April) zum Fernsehduell. Die Übertragung steht teilweise in der Kritik. Es wird befürchtet, dass dem rechten AfD-Landesverband eine zu große Bühne gegeben wird. Doch eine Mehrheit der Deutschen scheint dies anders zu sehen.
Fast zwei Drittel der Deutschen findet es richtig, dass der Thüringer CDU-Politiker Voigt die Auseinandersetzung mit AfD-Spitzenkandidat Björn Höcke suchen will. Das geht aus einer von Focus Online veröffentlichten Civey-Umfrage hervor. So halten 68,9 Prozent der Befragten Voigts Vorgehen für „eindeutig“ oder „eher richtig“, nur 21,6 Prozent für „eher“ oder „eindeutig falsch“. Dabei gibt es jedoch regionale Unterschiede. In den ostdeutschen Ländern ist die Zustimmung erwartungsgemäß höher als in westdeutschen Ländern.
TV-Duell in Thüringen – Übertragung wann? Voigt und Höcke steigen heute um 20.15 Uhr live in den Ring
Doch wann startet die Übertragung von dem brisanten Aufeinandertreffen? Das TV-Duell zwischen Höcke und Voigt wird heute am Donnerstagabend (11. April) live beim Sender Welt TV ausgestrahlt. Los geht es zur besten Sendezeit um 20.15 Uhr.
Der Sender Welt-TV strahlt das Fernsehduell zur Primetime aus
- Datum: Donnerstag, 11. April 2024
- Uhrzeit: 20.15 Uhr
- Sender: Live im Fernsehen bei Welt TV
Bereits das Datum für die Übertragung sorgte im Vorfeld für Aufregung. So fällt die Fernsehdebatte ausgerechnet auf den Jahrestag der Befreiung des NS-Konzentrationslagers Buchenwald. Bemängelt wurde vor allem, dass Höcke bundesweite Öffentlichkeit bekomme. „Wer Höcke eine Bühne bietet, macht sich zum Komplizen“, meinte etwa Linken-Chef Martin Schirdewan.
TV-Duell in Thüringen: Bietet der Sender dem AfD-Rechtsaußen eine zu große Bühne?
Schließlich wird Höckes Partei vom Thüringer Landesamt für Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. „Es ist ein Fehler von Voigt, dass er sich mit Höcke zum TV-Duell verabredet hat“, sagte auch der Politikwissenschaftler Wolfgang Schroeder im Interview der Funke Mediengruppe. Der CDU-Politiker trage damit zu „einer weiteren Normalisierung und Etablierung der AfD bei“. Hingegen sieht Politikexperte Oliver Lembcke in dem TV-Schlagabtausch auch eine Chance für den CDU-Politiker. „Wenn man hinten liegt, muss man angreifen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.
Voigt gegen Höcke: Umfragen bescheinigen CDU und AfD eine Spitzenposition vor Landtagswahl
Thüringen wählt am 1. September einen neuen Landtag. In jüngsten Umfragen lag die AfD mit Werten zwischen 29 und 31 Prozent im Land auf Platz eins. Voigts CDU rangiert in Umfragen mit Werten zwischen 20 und 21 Prozent auf Platz zwei. Die Linke von Ministerpräsident Bodo Ramelow sowie seine Koalitionspartner SPD und Grüne schwächeln in den Umfragen. Bei der Fernsehsendung sind sie nicht vertreten.
Politikwissenschaftler Lembcke sagte, die Wechselstimmung in Thüringen sei hoch. „So eine Auseinandersetzung hat Potenzial zum Demaskieren“, sagte er über das TV-Duell. Er glaube nicht, dass Höcke „so besonders viel drauf hat“. „Was der kann, ist strategisch zu provozieren und zu triggern“, meinte der Experte. Aber letztlich sei Höcke nicht so cool und souverän, wie viele Menschen glaubten. (jkf/ mit dpa)
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