Diskussion um Sicherheitsmaßnahmen

Erneuter Attentatsversuch auf Trump: Kritik an Secret Service flammt wieder auf

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  • Lisa Mahnke
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Donald Trump entgeht knapp einem zweiten Attentat auf seinem Golfplatz. Nun richtet sich die Kritik rasch gegen den Secret Service und dessen Sicherheitsmaßnahmen.

Palm Beach – Zwei Monate nach dem ersten Attentatsversuch auf Donald Trump hat sich ein weiterer Vorfall ereignet. Ein Bewaffneter versuchte dem Republikaner auf seinem Golfplatz in Palm Beach im US-Staat Florida aufzulauern. Dies hat die Diskussion über den Schutz des Präsidentschaftskandidaten wieder angeheizt.

Lob für den Secret Service nach dem versuchten Attentat auf Trump – Kritik an den Schutzmaßnahmen

Sheriff Ric Bradshaw vom Palm Beach County erklärte laut AP News derweil, dass „die Sicherheit auf die Bereiche beschränkt ist, die der Geheimdienst für möglich hält“. Da Trump nicht der amtierende US-Präsident ist, könne nicht der gesamte Golfplatz überwacht werden.

Bradshaw lobte den Geheimdienst: „Der Geheimdienst hat genau das getan, was er hätte tun sollen, und sein Agent hat einen fantastischen Job gemacht“. Der Secret Service entdeckte den Schützen, als Trump etwa 270–450 Meter entfernt war, sagte Bradshaw gegenüber CBS News. Die Agenten des Secret Service eröffneten das Feuer und der Verdächtige floh. Obwohl der Personenschutz diesmal frühzeitig eingegriffen hat, liegt die Kritik hauptsächlich bei den erlaubten Schutzmaßnahmen.

Polizeibeamte leiten den Verkehr in der Nähe des Trump International Golf Club um. Zwei Monate nach dem Attentat auf den früheren US-Präsidenten Donald Trump haben Sicherheitskräfte anscheinend einen weiteren versuchten Anschlag auf den Republikaner vereitelt.

Trump hält sich auf Truth Social zurück: „Möchte engagierten Partrioten danken“

Trump äußerte seine Dankbarkeit auf der Onlineplattform Truth Social. „Vor allem möchte ich dem US-Geheimdienst, Sheriff Ric Bradshaw und seinem Büro mutiger und engagierter Patrioten, sowie der gesamten Strafverfolgungsbehörde für die unglaubliche Arbeit danken, die sie heute im Trump International geleistet haben“, schrieb der Republikaner.

Bradshaw erwartet, dass beim nächsten Golfspiel des Republikaners „ein paar mehr Leute“ anwesend sein werden. Nach dem ersten Attentatsversuch in Butler, Pennsylvania, wurde die Personenschutzgruppe für Trump bereits vergrößert. Trotz aller Kritik bedankte sich Trump auch bei diesem Vorfall beim Secret Service.

Donald Trump entgeht Attentat auf Golfplatz in Florida – Bilder und Eindrücke

US_Beamte untersuchen Trumps Golfplatz nach einem vermeintlichen Attentatsversuch.
Mehrere US-Beamte, darunter auch Agenten der zentralen Sicherheitsbehörde der USA, dem FBI, untersuchen das Gelände um Trumps Golfplatz in West Palm Beach (Florida). Dort entdeckten Beamte des Geheimdienstes Secret Service einen bewaffneten Mann in einem Gebüsch. Trump spielte zu diesem Zeitpunkt auf eben diesem Golfplatz eine Partie. © JOE RAEDLE/AFP
Polizisten sperren den Zugang zu Trumps Golfplatz ab.
Um den Golfplatz des Ex-Präsidenten sperren Polizeibeamte die Zufahrtsstraßen ab. Währenddessen untersuchen FBI-Beamte den Tatort. © IMAGO/Damon Higgins
Der mutmaßliche Attentäter Ryan Wesley Routh hatte sich auf Trumps Golfplatz versteckt.
Ryan Wesley Routh versteckte sich den US-Behörden zufolge in einem Gebüsch auf Trumps eigenen Golfplatz. Mit dabei: Ein AK-47-Sturmgewehr, ein Zielfernrohr und eine GoPro-Kamera. Ob er das mutmaßliche Attentat auf Trump filmen wollte, ist aktuell nicht bekannt.  © AFPTV / AFP
Beweismittel beim mutmaßlichen Attentatsversuch auf Donald Trump
Die US-Behörden veröffentlichten Bilder der bei dem Verdächtigen gefundenen Gegenstände. Auf dem Bild ist ein AK-47-Sturmgewehr zu sehen. Das Gewehr ist als sogenannte Kriegswaffe auch in einige US-Bundesstaaten verboten. Ausgestattet war es mit einem Zielfernrohr, mit dem er einige hundert Meter von Trump entfernt in einem Gebüsch gesichtet wurde. © CHANDAN KHANNA/AFP
Donald Trump spricht im TV-Duell gegen Harris auch über den Ukraine-Krieg
Ein mögliches Motiv für das geplante Attentat? Trump hatte im TV-Duell mit Kamala Harris keine klare Antwort gegeben, ob er wolle, dass die Ukraine den Kampf gegen Russland gewinnt. Stattdessen habe er nur gemeint, dass er den Ukraine-Krieg schnellstmöglich beenden werde. Routh, der als Freiwilliger im Ukraine-Krieg war, deutete in einem Gespräch mit der New York Times, dass er alle tun werde, um das Land zu unterstützen. Dazu wollte er sogar ehemalige afghanische Soldaten in das Land schleusen. © John Locher/dpa
Versuchtes Trump-Attentat auf seinem Golfplatz in Florida.
Donald Trump bei einer Partie Golf auf seinem eigenen Golfplatz in West Palm Beach. Nur wenige hundert Meter entfernt positionierte sich wohl Ryan Routh mit einem vollautomatischen Gewehr, einem Zielfernrohr und einer GoPro-Kamera. © Allen Eyestone/dpa
Trumps Golfplatz in Florida. Hier versteckte sich ein mutmaßlicher Attentäter in einem Gebüsch.
Unübersichtliches Gelände. Das ist Trumps International Golf Club in West Palm Beach. © Bill Ingram/IMAGO
Ein Mitarbeiter des Secret Service vor dem Anwesen von Trump in Florida.
Donald Trump wird schwer bewacht. Als ehemaliger US-Präsident kümmert sich der Geheimdienst der USA um die Sicherheit des Republikaners. Sein Anwesen Mar-a-Lago in Florida steht unter permanentem Schutz durch den Secret Service. Einige werfen nun die Frage auf, wie es Bewaffneten gelang, bereits zweimal in die Nähe von Trump zu kommen. © GIORGIO VIERA/AFP
Donald Trump Attentat vom 13. Juli in Pennsylvania
Der Vorfall auf Trumps Golfplatz weckt Erinnerungen an das Attentat auf den Ex-Präsidenten am 13. Juli in Pennsylvania. Bei einer Wahlkampfrede schießt ein Mann mit einem Gewehr auf Trump und verletzt ihn am Ohr. Mitarbeiter des Secret Service töteten den Schützen. Bei dem Attentat wurde ein Mann im Publikum tödlich getroffen. Nach den Schüssen entbrannte eine Kontroverse über die Sicherheitsbedingungen von Donald Trump. © Xin Hua/IMAGO
Biden und Harris verurteilen den erneuten Attentatsversuch auf Donald Trump klar.
Die Reaktionen nach dem mutmaßlichen Attentatsversuch auf Donald Trump ließen nicht lange auf sich warten. US-Präsident Joe Biden und seine Vize und aktuelle Präsidentschaftskandidatin der Demokraten, Kamala Harris, betonten beide, dass sie Gewalt in den USA aufs Schärfste verurteilen. Biden fügte in einem Post auf X hinzu: „Ich habe mein Team angewiesen, weiterhin dafür zu sorgen, dass der Secret Service über alle notwendigen Ressourcen, Fähigkeiten und Schutzmaßnahmen verfügt, um die Verteidigung des ehemaligen Präsidenten zu gewährleisten.“ © MICHAEL M. SANTIAGO/AFP
Trump nach Attentatsversuch unbeeindruckt
Trump selbst gibt sich von dem erneuten Attentatsplan gegen ihn recht unbeeindruckt. In einem Post auf Truth Social, der persönlichen Social-Media-Plattform des Republikaners, schrieb er: „Ich möchte mich bei allen für ihre Anteilnahme und ihre guten Wünsche bedanken - es war wirklich ein interessanter Tag!“ © SPENCER PLATT/AFP

Ex-First-Lady Melania Trump und Florida-Gouverneur wollen „Wahrheit“ zu Trump-Attentaten erforschen

Die ehemalige First Lady Melania Trump hinterfragte die offiziellen Darstellungen des ersten Attentatsversuchs. „Wir müssen die Wahrheit freilegen“, wird sie von Politico zitiert und fragte, warum der Schütze nicht vor der Rede verhaftet worden sei. „An dieser Geschichte ist definitiv mehr dran.“ Kurz nach dem ersten Attentat wurde der Secret Service massiv kritisiert. Der Secret Service räumte Fehler ein und die Leiterin des Personenschutzes trat nach dem Attentat auf Trump zurück.

Ron DeSantis, der Gouverneur von Florida, gab kurz nach dem Attentatsversuch eine Erklärung heraus, in der er ankündigte, dass der Staat eigene Ermittlungen durchführen würde. „Die Menschen verdienen die Wahrheit über den Möchtegern-Attentäter und darüber, wie er bis auf 500 Meter an den ehemaligen Präsidenten und derzeitigen GOP-Kandidaten herankommen konnte“, so DeSantis auf dem Onlinemedium X. (lismah/nak)

Rubriklistenbild: © Terry Renna/dpa/AP

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