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Melania Trump hat ihre Karriere als Model in Slowenien begonnen und es bis ins Weiße Haus in Washington geschafft. Ein Porträt der ehemaligen First Lady der USA.
Washington, D.C. - Melania Trump ist die dritte Ehefrau von Donald Trump und wurde nach dessen Wahlsieg bei der Präsidentschaftswahl 2016 im folgenden Jahr die First Lady der Vereinigten Staaten von Amerika. Geboren wurde Melania noch unter ihrem Familiennamen „Knauss“ am 26. April 1970 in Novo Mesto, das damals noch in Jugoslawien lag und heute zum Staatsgebiet Sloweniens gehört. Sie ist damit - nach Louisa Adams - erst die zweite First Lady in der über 240 Jahre dauernden Geschichte der USA, die nicht im Land selbst geboren wurde.
| Name | Melania Trump |
|---|---|
| Geboren als | Melanija Knavs |
| Geburtstag | 26. April 1970 |
| Geburtsort | Novo Mesto, Slowenien |
| Ehemann | Donald Trump |
| Kinder | Barron Trump |
Melania Trump: Aufgewachsen in Sevnica
Melania Trump wuchs gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Ines und ihrem Halbbruder in dem slowenischen Städtchen Sevnica auf. In ebenjener Stadt errichtete Jahre später ein Künstler zu Ehren Melanias eine Holzstatue, deren Gestaltung unter den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt lebhaft diskutiert wurde.
Schon als Kind träumte Melania Trump nach eigenen Angaben von einer Karriere als Model. Zunächst aber versuchte sie es mit einem Studium der Architektur an der Universität Ljubljana, der heutigen Hauptstadt Sloweniens. Das allerdings brach Melania nach nur einem Jahr wieder ab, um sich ganz ihrer Modelkarriere zu widmen.
Umzug nach New York im Jahr 1995
Nach kleineren Erfolgen bei europäischen Modezeitschriften zog Melania Trump im Jahr 1995 und im Alter von 25 Jahren aus dem knapp 18.000 Einwohner:innen zählenden Sevnica nach New York. Der aus Italien stammende Model-Agent Paolo Zampolli soll sie in die USA geholt haben. Dort feierte sie 1998 ihren größten Erfolg: Melania Trump wurde das Gesicht einer Kampagne für die Zigarettenmarke „Camel“.
Im selben Jahr lernte sie - auf einer Party Zampollis - ihren späteren Ehemann und Vater ihres einzigen Kindes kennen: Donald Trump. Der hatte zu diesem Zeitpunkt keine politischen Avancen, war aber noch verheiratet – zum zweiten Mal (bis 1991 war Trump mit Ivana Trump verheiratet) - und 24 Jahre älter als Melania. Die beiden pflegten eine sehr medienwirksame Beziehung, tingelten durch Amerikas Talkshows und inszenierten sich als Glamourpaar der 1990er.
Ihrer Karriere tat die Beziehung zu Donald Trump sichtlich gut. Melania schaffte es als Model auf die Titel vieler namhafter Modezeitschriften und erschien im Jahr 2000 auf dem Titel des britischen Männermagazins GQ. Die Fotos, auf denen Melania so gut wie nackt posiert, entstanden angeblich in einem Privatflugzeug Donald Trumps.
Seit 2005 ist Melania Trump mit Donald Trump verheiratet
2005 wurde aus der Beziehung eine Ehe. Melania Trump wurde ein Jahr später in die USA eingebürgert. Die Hochzeit wurde als mediales Großereignis inszeniert. Das Brautkleid soll über 100.000 Dollar gekostet haben, der Ehering 1,5 Millionen Dollar.
Zu den Gästen gehörten unter anderem Oprah Winfrey, Elton John, Arnold Schwarzenegger, außerdem Bill und Hillary Clinton – alles Personen, die Donald Trump Jahre später fast im Wochentakt auf Twitter beleidigte.
Melania Trump: Barron Trump ist ihr einziges Kind
Am 20. März 2006 kam Barron Trump auf die Welt, der einzige Sohn Melanias und das fünfte Kind Donalds. Barron ist damit ein Jahr älter als seine älteste Nichte, Kai Madison, Tochter von Donald Trump Jr. und der älteste Enkel Donald Trumps.
In den ab 2016 laufenden Wahlkampf ihres Mannes Donald mischte sich Melania Trump nur sehr dosiert ein. Auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner hielt sie eine ihrer wenigen Reden und löste damit direkt eine Kontroverse aus. Ganze Passagen ihrer Rede waren bis aufs Wort identisch mit einer Rede, die Michelle Obama zuvor gehalten hatte, die Ehefrau des 44. US-Präsidenten Barack Obama.
Melania Trump ist die erste First Lady, deren Muttersprache nicht Englisch ist
Donald Trump gewann die US-Wahl nichtsdestotrotz und Melania Trump Ex-Model und Mutter, wurde First Lady der USA. Sie ist die erste Präsidentengattin der USA, deren Muttersprache nicht Englisch ist und erst die zweite, die außerhalb der USA geboren wurde. Sie ist außerdem die einzige First Lady, die in einem kommunistischen Land aufgewachsen ist. Eine dritte Ehefrau hatte es bis zu Melania Trump auch noch nicht ins Weiße Haus geschafft.
Melania Trump dürfte auch die First Lady sein, die deutlich mehr Sprachen als ihre Vorgängerinnen sprach. Angeblich ist sie nicht nur in der Lage Englisch und ihre Muttersprache Slowenisch zu sprechen, sondern beherrscht darüber hinaus Französisch, Deutsch, Italienisch und Serbisch. Mit ihrem Sohn Barron spricht sie in Slowenisch.
Vom Trump Tower in New York zieht Melania Trump ins Weiße Haus in Washington
Ihren Umzug von New York aus dem Trump Tower nach Washington ins Weiße Haus zögerte Melania Trump über fünf Monate hinaus. Begründet wurde dies mit den Bedürfnissen ihres Sohnes Barron, der noch seine High School in New York beenden sollte. Die Klatschpresse der USA vermutete jedoch, dass Melania Trump den Luxus des Trump Towers nur ungern gegen die altehrwürdigen Hallen des Weißen Hauses tauschen wollen würde. Jahre später veröffentlichte eine ehemalige Vertraute von Melania Trump die „Melania Tapes“. Dort zu hören war die First Lady, wie sie sich über ihr Leben im Weißen Haus beklagte.
Im Weißen Haus verbrachten Melania Trump und ihr Ehemann angeblich wenig Zeit miteinander. Sie schlafen in verschiedenen Zimmern, was für Präsidentenpaare im Weißen Haus allerdings üblich ist.
Melania Trump und ihre Initiative: Mit „Be Best“ gegen Cyber-Mobbing
Melania Trump hat eine Initiative ins Leben gerufen. Ihre lautet „Be Best“ und es geht um den Kampf gegen Cyber-Mobbing unter Teenagern. Zur Erklärung sagte Melania, sie halte sich für den „am meisten gemobbten Mensch der Welt“.
Während der Corona-Krise inszeniert Melania Trump sich im Gegensatz zu ihrem Ehemann Donald Trump als Stimme der Vernunft. Während der US-Präsident bis zuletzt das Tragen einer Maske zumindest nicht propagiert, hatte sich die First Lady bereits sehr früh für diese Maßnahme ausgesprochen.
Wie das Ex-Model als First Lady mit ihrer Kleidung für Diskussionen sorgt
Ebenfalls für Aufsehen sorgte Melania Trump mit einer Jacke der Modemarke „Zara“. Auf der olivgrünen Jacke prangte in weißer Schrift: „Es ist mir wirklich egal. Und Dir?“ Sofort stritt die ganze Öffentlichkeit der USA darüber, was die Aufschrift zu bedeuten habe und was Melania Trump der Menschheit damit mitteilen wollte. Laut ihrer Sprecherin war es purer Zufall, laut Donald Trump wollte Melania damit ihr Verhältnis zu den „Fake News“ Medien charakterisieren.
Aber ist es überhaupt die echte Melania, von der wir hier sprechen? Eine beliebte Verschwörungstheorie besagt, dass Melania Trump ihr eigenes Double hat, das sie auf offiziellen Anlässen vertritt. Als Beweis wird unter anderem ein Foto der ehemaligen First Lady beim Verlassen des Präsidentenflugzeugs „Air Force One“ in Brüssel angeführt, auf dem Melania nicht wirklich wie Melania aussieht. Die echte Melania ist nach der Meinung vieler entweder in einem Kerker im Trump Tower oder in einem Verlies im Weißen Haus eingesperrt.
Im Wahlkampf vor der US-Wahl 2020 engagierte sich Melania Trump wie schon vier Jahre zuvor nur sehr dosiert. Ihren wenigen Auftritten wurde von der Öffentlichkeit aber eine hohe Bedeutung zugeschrieben, vor allem im von Donald Trump ausgerufenen Kampf um die Stimmen der „Hausfrauen in den Vororten“. Die Wahl verlor ihr Mann Donald Trump gegen Joe Biden. Danach machte sie sich rar und trat nur noch selten in der Öffentlichkeit auf.
Mehr Kontroversen: Melania Trumps Unterstützung bei der US-Wahl 2024
Vor der US-Wahl 2024 trat Melania Trump kaum in Erscheinung. Besonders zu Beginn des Wahlkampfs musste Donald Trump ohne die Unterstützung seiner Frau auskommen. Schon als er im November 2022 in seinem Anwesen Mar-a-Lago in Florida seine erneute Präsidentschaftsbewerbung verkündet hatte, war Melania zwar anwesend, aber nur als Zuschauerin. Sie ließ sich bis Mai 2023 Zeit, ihrem Mann öffentlich ihren Rückhalt auszusprechen.
Eingeweihte sagten US-Medien, Melania Trump habe sich seit dem Abschied aus Washington DC vor allem um ihren Sohn Barron gekümmert, sich mit einem kleinen Kreis von Familie, Freunden und ihrem Stylisten umgeben und ihre Privatsphäre genossen. Öffentlich aber machte sie sich vorerst rar.
Im September 2024 gab Melania Trump dann ihr erstes Interview seit zwei Jahren. Später im Oktober desselben Jahres sorgte ihr Buch „Melania“ für Aufsehen. Darin plädierte sie für das Recht auf Abtreibung – und stellte sich öffentlich gegen ihren Mann. Zur Siegesrede nach der gewonnenen Wahl in West Palm Beach (Florida) begleitete Melania ihren Mann dann aber dennoch. (Daniel Dillmann)
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