Ukraine-Krieg

Donald Trump gibt sich nach Putin-Treffen in Alaska „10 von 10“

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Das Treffen zwischen Trump und Putin in Alaska ist ergebnislos zu Ende gegangen. Die Einschätzungen fallen unterschiedlich aus.

Anchorage – Kremlchef Wladimir Putin wurde vom US-Präsidenten Donald Trump in Alaska mit einem langen Händedruck empfangen. Um den Ukraine-Krieg sollte es gehen, genauer um das Ende der Kampfhandlungen. 2 Stunden und 45 Minuten dauerte das Treffen „im engsten Kreis“, wie von Beobachtern vor Ort berichtet wird, doch im Ergebnis blieb es wohl überschaubar: „Gipfel ohne Durchbruch“, lauten überwiegend die Schlagzeilen.

Allerdings waren die Erwartungen, sieht man von einer flächendeckenden Medienhysterie einmal ab, ohnehin gering. Die US-amerikanische Öffentlichkeit etwa hatte sich noch am Donnerstag gemäß einer Umfrage mehrheitlich überzeugt gezeigt, dass Trump keine „klugen Entscheidungen“ treffen könne. In Deutschland war die Einschätzung ähnlich. 84 Prozent hatten laut einer Erhebung des Politbarometers wenig Hoffnung im Hinblick auf ein zielführendes Treffen der zwei Staatsoberhäupter.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Nach dem Treffen von Trump und Putin in Alaska Empörung in der Ukraine 

Erwartungsgemäß fallen die Reaktionen im Nachgang unterschiedlich aus. „Widerwärtig. Beschämend. Und letztendlich nutzlos. Trump hat nicht bekommen, was er wollte. Aber Putin? Der schon“, schreibt das ukrainische Nachrichtenportal Kyiv Independent in Bezug auf die Wiederkehr Putins auf der politischen Weltbühne. Von dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj wurde bislang noch keine Reaktion öffentlich.

Die russische Seite zog ein positives Fazit. Putin kommentierte auf der Pressekonferenz in Anchorage, dass die Gespräche konstruktiv und inhaltsreich verlaufen seien: „Wir haben mit Herrn Trump gute direkte Kontakte aufgebaut.“ Und die USA? US-Verteidigungsminister Pete Hegseth zeigte sich auf X wortkarger, beziehungsweise teilte lediglich ein Kurzvideo mit Trump und Putin und einer kleinen amerikanischen Flagge.

Trump gibt sich nach Gipfeltreffen in Alaska „10 von 10 Punkten“: „Wir sind die Nummer 1“

Nicht so Trump. Wie Newsweek berichtet, lobte der sein Treffen mit Putin bei Fox News. Im Gespräch mit dem Moderator Sean Hannity erklärte er, das Treffen mit 10 von 10 Punkten zu bewerten. Wie Newsweek einordnet, gilt Hannity als einer von Trumps treusten Unterstützern in den konservativen Medien und lieferte ihm die Vorlage: „Wenn Sie es auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten müssten?“ Da ließ sich der US-Präsident nicht lange bitten: „Ich denke, das Treffen war eine glatte 10, weil wir uns super verstanden haben.“

US-Präsident Donald Trump begrüßt den russischen Präsidenten Wladimir Putin in Alaska.

Es sei gut, „wenn zwei Großmächte sich verstehen, vor allem, wenn sie Atommächte sind. Weißt du, wir sind die Nummer eins, sie sind die Nummer zwei in der Welt, und das ist eine große Sache … man will dieses Wort nicht einmal erwähnen. Das Wort ‚atomar‘.“ Trump sieht nun Selenskyj am Zug, lehnte jedoch ab, sich dazu zu äußern, ob Putin Zugeständnisse gemacht habe.

Putin hat nach Treffen mit Trump „Informationskrieg gewonnen“

Oleksandr Merezhko hingegen, Vorsitzender des Außenausschusses im ukrainischen Parlament, sagte gegenüber der New York Times, Putin habe den „Informationskrieg“ gewonnen. Aber: „Ich sehe keine Veränderungen.“

Rubriklistenbild: © Julia Demaree Nikhinson/dpa

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