Der Ex-Präsident Trump hatte ein „besonderes“ Verhältnis zu Nordkorea. Ein Journalist gab nun Einblicke in den Briefverkehr der beiden Männer, der mehr mit „Liebesbriefen“ zu tun hat als mit Diplomatie.
New York/München — Auch wenn er nicht mehr der US-amerikanische Präsident ist, Donald Trump findet immer wieder den Weg in die Medien. Diesmal sorgte ein TV-Interview mit dem Reporter Bob Woodward für Aufsehen. Darin erzählte er von der Korrespondenz zwischen dem Ex-Präsidenten und dem Nordkoreanischen-Machthaber Kim Jong-un. Die beiden sollen eine enge Bindung zueinander gehabt haben, wie die Briefe erahnen lassen.
Donald Trump und Kim Jong-un: Liebesbriefe anstatt Diplomatie
Die Beziehung zwischen Donald Trump und Kim Jong-un ähnelte in der Vergangenheit einer Achterbahn. Im Jahr 2018 drohte ein Konflikt zwischen den beiden Nuklear-Staaten zu eskalieren. Im Jahr 2019 redete Trump von „Liebe“. Während eines Wahlkampfauftrittes erzählte Trump, dass Kim Jong-un ihm „wunderschöne Briefe geschrieben“ habe. „Es sind großartige Briefe. Wir haben uns verliebt“, wie die Frankfurter Rundschau berichtete.
Worte, die zunächst überspitzt und nach Trump-Rhetorik klingen mögen. Doch Woodward bestätigte dem US-Sender MSNBC die innigen Worte, die zwischen Trump und Jong-un gefallen sein. „Es handelt sich um die Art Zärtlichkeiten, wie Teenager sie austauschen könnten“, sagte er. „Wer sie sich durchliest, muss lachen“, so Woodward weiter. „Kim umwirbt Trump auf sehr plumpe Weise und sagt: ‚Wenn wir uns wiedersehen, wird es sein wie in einem Fantasy-Film‘. Das ist, glaube ich, wie Kim darüber dachte, und in einem gewissen Maße wohl auch, wie Trump das sah.“
Donald Trump gab Journalist Bob Woodwardund Einblicke in geheime Dokumente
Die Briefe seinen wohl nicht mehr als das gewesen, wie der Journalist anmerken ließ. Von Diplomatie sei dort nichts zu finden, die Briefe seien einfach nur komisch. „Da ist nichts Substanzielles drin“, sagte er. Woodward konnte während seiner zahlreichen Interviews mit dem Ex-Präsidenten Trump Einblicke in die Briefe bekommen. Trump habe ihm diese Einblicke gewährt, obwohl die Dokumente „streng geheim“ waren.
Doch für Trump war dies kein Hindernis, wie Woodward erzählte. „Ich lasse dich reinschauen. Aber sag nicht, dass ich sie dir gegeben habe, okay?“, solle Trump im Dezember 2019 gesagt haben. Trumps Moral zu geheimen Dokumenten fällt ihm derzeit auf die Füße. Bereits im August diesen Jahren fand das FBI während einer Razzia auf dem Anwesen von Trump Hunderte Unterlagen mit Geheimvermerk. (vk)
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