Musk wird zunehmend als zentrale Figur der MAGA-Bewegung wahrgenommen. Dies wirft Fragen zur zukünftigen Ausrichtung der Republikanischen Partei auf.
Washington, D.C. – Elon Musk, bekannt als CEO von Tesla und SpaceX, hat in der US-Politik an Einfluss gewonnen. Außerdem wird der Tech-Milliardär zunehmend als zentrale Figur der MAGA-Bewegung angesehen. Der Polit-Stratege und Autor Chai Komanduri erklärte, dass Musk die Bewegung „übernommen“ hat und damit das politische Spielfeld der Republikanischen Partei beeinflusst.
Musk positioniert sich als Nachfolger: Milliardär hat „Trump und MAGA“ übernommen
Komanduri betonte in einem Gespräch mit MSNBC: „Er hat Trump und MAGA in einer Weise übernommen, die sehr ähnlich ist, wie Trump und MAGA vor acht oder zehn Jahren die Republikanische Partei übernommen haben.“ Dabei beschreibt er Musk als jemand, der schlichtweg eine strategische Gelegenheit gesehen hat: „Die Republikanische Partei wird von einem alten Mann angeführt, der zunehmend illusionär, abgelenkt und extrem gierig ist. Er sah eine Möglichkeit, da es keinen klaren MAGA-Nachfolger gibt und sagte sich: ‚Die Republikanische Partei ist zum Greifen nah, ich muss einfach mit Trump einen Deal machen, dann gehört sie mir.‘“
In diesem Kontext habe Musk auch das neu gegründete „Department of Government Efficiency“ (DOGE, deutsch: Abteilung für Regierungseffizienz) ins Leben gerufen. An seiner Seite ist der Unternehmer Vivek Ramaswamy, der in der republikanischen Vorwahl kandidierte. Gemeinsam sollen sie bürokratische Hürden in den USA abbauen und die Effizienz der kommenden Trump-Regierung steigern.
Diese Herausforderung könnte ihm nicht nur wirtschaftliche Vorteile sichern, sondern auch Musks Einfluss innerhalb des US-Staatsapparats erhöhen, mahnt unter anderem das US-Magazin Newsweek.
Trumps Partei in der Partei: Wie MAGA die Republikaner spaltet
Die Bewegung MAGA, kurz für „Make America Great Again“, ist eine politische Bewegung innerhalb der Republikanischen Partei, die durch die erste Präsidentschaft von Donald Trump populär wurde. Sie steht für eine Reihe von Richtlinien, Idealen und Ansichten, die sich von traditionellen republikanischen Werten unterscheiden.
Die Washington Post etwa skizziert in einer Analyse sieben Differenzen zwischen MAGA-Republikanern und klassischen Republikanern. MAGA-Anhänger seien demnach überwiegend evangelikal und konservativ, zeigen weniger Bindung an die Republikanische Partei und neigen zu rigiden Ansichten mit einem konfrontativen Ansatz gegenüber der Biden-Administration.
Elon Musk: I'm not just Maga, I'm dark Maga.
— Kambree (@KamVTV) October 5, 2024
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Ihre Loyalität gegenüber Trump war und ist stark, viele äußerten keine Besorgnis über strafrechtliche Ermittlungen gegen ihn. Außerdem würden sie oft extremere Meinungen vertreten, glauben an die Unrechtmäßigkeit der Präsidentschaftswahlen 2020 und sollen versuchen auch Nicht-MAGA-Republikaner mit ihren Ansichten zugunsten Trumps zu „bekehren“. Schließlich seien sie schnell darin, Kritiker Trumps abzulehnen, was wiederum den Zusammenhalt innerhalb der Bewegung stärkt.
Elon Musk: „Ich bin dark MAGA“
Musk hat sich bei verschiedenen Gelegenheiten proaktiv an die Öffentlichkeit gewandt, um seine Zuneigung zur MAGA-Bewegung zu demonstrieren. Diese Zuneigung manifestierte sich beispielsweise im Oktober in seiner Teilnahme an einer Wahlkampfveranstaltung in Pennsylvania, wo er sich als „Dark MAGA“ vorstellte.
„Wie Sie sehen können, bin ich nicht nur MAGA, ich bin dark MAGA“, sagte er, was von den Anwesenden mit lautem Applaus aufgenommen wurde. Politische Beobachter mutmaßen, dass Musk sich mit solchen Worten nicht nur eher konservativen Werten verpflichtet fühlt und dies publik macht, sondern auch bereit ist, extreme politische Positionen anzunehmen, die eine noch aggressivere Rhetorik der MAGA-Bewegung verkörpern. Eine Spielart dieser Strömung, die bei den Anhängern, so Chai Komanduri, offenbar ankommt. (chmnnn)
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