Als er noch US-Präsident war, war Donald Trump der Ausbau einer Mauer zu Mexiko ein Herzensanliegen. Jetzt hat er angeblich ein neues.
Palm Beach – Donald Trump hat seine politischen Berater gebeten, sich „militärische“ Möglichkeiten zu überlegen, um gegen mexikanische Drogenkartelle vorzugehen. Von „Schlachtplänen“ spricht der Ex-US-Präsident bei der Sache, wie der Rolling Stone – der auch Politisches berichtet – nun schreibt.
„Er hat sich über verpasste Chancen in seiner ersten Amtszeit beschwert, und es gibt viele Menschen um ihn herum, die sich weniger verpasste Chancen in einer zweiten Trump-Präsidentschaft wünschen“, zitierte das Musikmagazin einen nicht namentlich genannten Insider.
Zurück geht Trumps Idee offenbar auf ein Strategiepapier mit dem Titel „Es ist Zeit, den transnationalen Drogenkartellen den Krieg zu erklären“. Es wurde bereits im Oktober vom konservativen US-Thinktank „Center for Renewing America“ publiziert (das Pdf finden Sie hier). Betont wird in dem Papier die zunehmende Zahl an Fentanyl-Vergiftungen in den USA.
Trump nimmt Drogenkartelle in Mexiko ins Visier – auch DeSantis dürfte im Bilde sein
Fentanyl ist eine synthetische Droge, die sehr rasch süchtig macht und etwa 50 Mal stärker als Heroin ist. Ihr Schmuggel durch mexikanische Kartelle bereitet auch US-Präsident Joe Biden große Sorgen. Der Rolling Stone will nun jedoch erfahren haben, dass Trump „besonders“ daran interessiert sei, Spezialeinheiten nach Mexiko zu schicken. Das Strategiepapier dürfte auch seinem Republikaner-internen Konkurrenten Ron DeSantis bekannt sein. Es stammt von Ken Cuccinelli. Er unterstützt nach Trump jetzt DeSantis, schreibt das Magazin.
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Dem US-Nachrichtenportal Axios lag das Papier frühzeitig vor, und es kommentierte bereits im Herbst: „Nicht vergessen: Die beiden Regierung arbeitet bereits mit verschiedenen Ländern wie Guatemalo und Mexiko an Schritten gegen Drogenkartelle.“
Mexikos Präsident dankt Biden für neue Migrationspolitik
Gegenüber seinem Amtsvorgänger Donald Trump hat Biden viele Regelungen in der Migrationspolitik gelockert. Anfang dieses Jahres hatte der mexikanische Staatschef Andrés Manuel López Obrador seinem US-Kollegen dafür gedankt. „Sie sind der erste US-Präsident in einer langen Zeit, der keinen einzigen Meter Mauer gebaut hat.“
Der lockerere Kurs hat Biden in den USA jedoch auch viel Kritik eingebracht. Zuletzt stieg die Zahl der Migranten dramatisch an. Biden kündigte im Januar ein Modell an, nach dem Einwanderer aus einzelnen Ländern unter bestimmten Bedingungen legal einreisen dürfen. Dafür werden illegal eingereiste Migranten nach Mexiko abgeschoben. Dafür braucht er die mexikanische Regierung.
Biden wird von den Republikanern wegen der Situation an der Grenze immer wieder scharf angegriffen. Republikanische Gouverneure hatten im vergangenen Jahr wiederholt Reisebusse voller Migranten in demokratisch regierte Bundesstaaten wie New York oder in die Hauptstadt Washington geschickt, um Biden unter Druck zu setzen. Das Weiße Haus verglich die Gouverneure daraufhin mit Schmugglern. (frs)