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Donald Trump unter Druck: Riesen-Zahl zu Chinas Drohnen genannt

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China fertigt militärische Drohnen in riesigem Umfang. Die US-Streitkräfte Donald Trumps sind offenbar nur überschaubar auf diese Gefahr eingestellt.

Peking - Es ist eine brisante Ausgangslage im Indopazifik. China erhebt unumwunden Ansprüche auf Taiwan. Die USA gelten auch unter Präsident Donald Trump wiederum als Schutzmacht des Inselstaates. Droht deshalb sogar ein offener militärischer Konflikt zwischen den Weltmächten? Die Experten sind sich uneins. Jetzt kursiert ein neuer Bericht, wonach die Amerikaner mit der schieren Anzahl chinesischer Drohnen Probleme bekämen.

China und Taiwan: Darum geht es in dem Konflikt

Taiwans F-16-Kampfjet (links) überwacht einen der beiden chinesischen H-6-Bomber, die den Bashi-Kanal südlich von Taiwan und die Miyako-Straße in der Nähe der japanischen Insel Okinawa überflogen.
Seit Jahrzehnten schon schwelt der Taiwan-Konflikt. Noch bleibt es bei Provokationen der Volksrepublik China; eines Tages aber könnte Peking Ernst machen und in Taiwan einmarschieren. Denn die chinesische Regierung hält die demokratisch regierte Insel für eine „abtrünnige Provinz“ und droht mit einer gewaltsamen „Wiedervereinigung“. Die Hintergründe des Konflikts reichen zurück bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. © Taiwan Ministry of Defence/AFP
Chinas letzter Kaiser Puyi
Im Jahr 1911 zerbricht das viele Jahrtausende alte chinesische Kaiserreich. Der letzte Kaiser Puyi (Bild) wird abgesetzt, die Xinhai-Revolution verändert China für immer. Doch der Weg in die Moderne ist steinig. Die Jahre nach der Republikgründung waren von Wirren und internen Konflikten geprägt.  © Imago
Porträt von Sun Yatsen auf dem Tiananmen-Platz in Peking
Im Jahr 1912 gründet Sun Yat-sen (Bild) die Republik China. Es folgen Jahre des Konflikts. 1921 gründeten Aktivisten in Shanghai die Kommunistische Partei, die zum erbitterten Gegner der Nationalisten (Guomindang) Suns wird. Unter seinem Nachfolger Chiang Kai-shek kommt es zum Bürgerkrieg mit den Kommunisten. Erst der Einmarsch Japans in China ab 1937 setzt den Kämpfen ein vorübergehendes Ende. © Imago
Mao Zedong ruft die Volksrepublik China aus
Nach Ende des Zweiten Weltkriegs und der Kapitulation Japans flammt der Bürgerkrieg wieder auf. Aus diesem gehen 1949 die Kommunisten als Sieger hervor. Mao Zedong ruft am 1. Oktober in Peking die Volksrepublik China aus (Bild).  © Imago Images
Chiang Kai-shek
Verlierer des Bürgerkriegs sind die Nationalisten um General Chiang Kai-shek (Bild). Sie fliehen 1949 auf die Insel Taiwan. Diese war von 1895 bis 1945 japanische Kolonie und nach der Niederlage der Japaner an China zurückgegeben worden. Auf Taiwan lebt seitdem die 1912 gegründete Republik China weiter. Viele Jahre lang träumt Chiang davon, das kommunistisch regierte Festland zurückzuerobern – während er zu Hause in Taiwan mit eiserner Hand als Diktator regiert. © Imago
Richard Nixon und Zhou Enlai 1972
Nach 1949 gibt es zwei Chinas: die 1949 gegründete Volksrepublik China und die Republik China auf Taiwan, die 1912 gegründet wurde. Über Jahre gilt die taiwanische Regierung als legitime Vertreterin Chinas. Doch in den 70er-Jahren wenden sich immer mehr Staaten von Taiwan ab und erkennen die kommunistische Volksrepublik offiziell an. 1972 verliert Taiwan auch seinen Sitz in den Vereinten Nationen, und Peking übernimmt. Auch die USA brechen mit Taiwan und erkennen 1979 – sieben Jahre nach Richard Nixons legendärem Peking-Besuch (Bild) – die Regierung in Peking an. Gleichzeitig verpflichten sie sich, Taiwan mit Waffenlieferungen zu unterstützen. © Imago/UIG
Chiang Ching-Kuo in Taipeh
Im Jahr 1975 stirbt Taiwans Dikator Chiang Kai-shek. Neuer Präsident wird drei Jahre später dessen Sohn Chiang Ching-kuo (Bild). Dieser öffnet Taiwan zur Welt und beginnt mit demokratischen Reformen. © imago stock&people
Chip made in Taiwan
Ab den 80er-Jahren erlebt Taiwan ein Wirtschaftswunder: „Made in Taiwan“ wird weltweit zum Inbegriff für günstige Waren aus Fernost. Im Laufe der Jahre wandelt sich das Land vom Produzenten billiger Produkte wie Plastikspielzeug zur Hightech-Nation. Heute hat in Taiwan einer der wichtigsten Halbleiter-Hersteller der Welt - das Unternehmen TSMC ist Weltmarktführer. © Torsten Becker/Imago
Tsai Ing-wen
Taiwan gilt heute als eines der gesellschaftlich liberalsten und demokratischsten Länder der Welt. In Demokratie-Ranglisten landet die Insel mit ihren knapp 24 Millionen Einwohnern immer wieder auf den vordersten Plätzen. Als bislang einziges Land in Asien führte Taiwan 2019 sogar die Ehe für alle ein. Regiert wurde das Land von 2016 bis 2024 von Präsidentin Tsai Ing-wen (Bild) von der Demokratischen Fortschrittspartei. Ihr folgte im Mai 2024 ihr Parteifreund Lai Ching-te. © Sam Yeh/AFP
Xi Jinping
Obwohl Taiwan nie Teil der Volksrepublik China war, will Staats- und Parteichef Xi Jinping (Bild) die Insel gewaltsam eingliedern. Seit Jahrzehnten droht die kommunistische Führung mit der Anwendung von Gewalt. Die meisten Staaten der Welt – auch Deutschland und die USA – sehen Taiwan zwar als einen Teil von China an – betonen aber, dass eine „Wiedervereinigung“ nur friedlich vonstattengehen dürfe. Danach sieht es derzeit allerdings nicht aus. Die kommunistiche Diktatur Chinas ist für die meisten Taiwaner nicht attraktiv. © Dale de la Rey/AFP
Militärübung in Kaohsiung
Ob und wann China Ernst macht und in Taiwan einmarschiert, ist völlig offen. Es gibt Analysten, die mit einer Invasion bereits in den nächsten Jahren rechnen – etwa 2027, wenn sich die Gründung der Volksbefreiungsarmee zum 100. Mal jährt. Auch das Jahr 2049 – dann wird die Volksrepublik China 100 Jahre alt – wird genannt. Entscheidend dürfte sein, wie sicher sich China ist, einen Krieg auch zu gewinnen. Zahlenmäßig ist Pekings Armee der Volksrepublik den taiwanischen Streitkräften überlegen. Die Taiwaner sind dennoch gut vorbereitet. Jedes Jahr finden große Militärübungen statt; die Bevölkerung trainiert den Ernstfall, und die USA liefern Hightech-Waffen.  © Sam Yeh/AFP
Xi Jinping auf einem chinesischen Kriegsschiff
Analysten halten es für ebenso möglich, dass China zunächst nicht zu einer Invasion Taiwans blasen wird, sondern mit gezielten Nadelstichen versuchen könnte, den Kampfgeist der Taiwaner zu schwächen. So könnte Xi Jinping (Bild) eine Seeblockade anordnen, um die Insel Taiwan vom Rest der Welt abzuschneiden. Auch ein massiver Cyberangriff wird für möglich gehalten.  © Li Gang/Xinhua/Imago
Protest in Taiwan
Auch wenn die Volksrepublik weiterhin auf eine friedliche „Wiedervereinigung“ mit Taiwan setzt: Danach sieht es derzeit nicht aus. Denn die meisten Taiwaner fühlen sich längst nicht mehr als Chinesen, sondern eben als Taiwaner. Für sie ist es eine Horrorvorstellung, Teil der kommunistischen Volksrepublik zu werden und ihre demokratischen Traditionen und Freiheiten opfern zu müssen. Vor allem das chinesische Vorgehen gegen die Demokratiebewegung in Hongkong hat ihnen gezeigt, was passiert, wenn die Kommunistische Partei den Menschen ihre Freiheiten nimmt. © Ritchie B. Tongo/EPA/dpa

Unter anderem der Business Insider (BI) schreibt in diesen Tagen, dass die Chinesen die Amerikaner im Falle eines möglichen Aufeinandertreffens mit ihren Drohnen regelrecht überwältigen könnten. In dem Bericht ist davon die Rede, dass Peking plane, bis 2026 eine Drohnen-Armee mit bis zu einer Million Drohnen aufzustellen. Drohnen-Schwärme, die gleichzeitig agieren, könnten demnach zur Herausforderung werden.

US-Streitkräfte unter Donald Trump: Chinesische Drohnen sind ein Problem für die USA

Die US-Denkfabrik Center for a New American Security (CNAS) kommt in einer aktuellen Analyse hingegen zum Schluss, dass das US-Militär auf eine Drohnenbedrohung im großen Umfang nicht vorbereitet sei. In der aktuellen CNAS-Analyse untersuchen die Autoren Stacie Pettyjohn und Molly Campbell die Verteidigungsausgaben eines Jahrzehnts sowie ein Planspiel, das möglichen militärischen Konfrontationen zwischen der chinesischen Volksbefreiungsarmee und den US-Streitkräften nachgeht, deren Oberbefehlshaber Trump als Präsident ist.

Brisant: Die CNAS-Autorinnen fordern das US-Verteidigungsministerium in dem Schreiben direkt auf, „rasch Fähigkeiten zur Drohnenabwehr zu entwickeln, um in künftigen Konflikten nicht erhebliche Verluste zu riskieren“. Demnach kämen „die Autoren zu dem Schluss, dass die USA (...) verwundbar und unvorbereitet sind“. Der Studie zufolge sollen ausreichend Kapazitäten zur Drohnenabwehr fehlen.

Chinesische Soldaten üben mit kleinen Drohnen. (Archivfoto)

Ein Kritikpunkt: US-Truppen müssten zur Abwehr viel günstigerer Drohnen Luftabwehrraketen einsetzen, die je Stück Hunderttausende oder gar Millionen Dollar kosten. Es wird auf Erfahrungen aus dem Nahen Osten verwiesen, womit zum Beispiel Auseinandersetzungen mit den Huthi-Rebellen aus dem Jemen gemeint sein könnten. Diese hatten wiederholt US-Kriegsschiffe im Roten Meer mit Drohnen attackiert.

Spannungen unter Donald Trump: US-Analysten warnen vor Vielzahl chinesischer Drohnen

„Dies ist weder ein kosteneffizienter noch ein nachhaltiger Ansatz gegen eine größere Drohnenbedrohung“, heißt es in der Analyse des Think Tanks aus Washington. „Amerikas Gegner“, wie es drastisch weiter heißt, würden dagegen „mittlerweile Millionen kleiner, billiger Drohnen“ produzieren. So könnten „Chinas Drohnenvorräte in einem hypothetischen zukünftigen Konflikt zwischen den USA und China eine Bedrohung für die US-Streitkräfte darstellen“, meinen die Analysten aus der US-Hauptstadt in ihrer Zusammenfassung.

Staatliche chinesische Nachrichtenagenturen hatten in der jüngeren Vergangenheit Fotos verbreitet, wie ganze Kompanien mit kleinen Drohnen trainieren. Trump hatte indes zuletzt gefordert, dass alle Nato-Staaten deutlich höhere Zölle auf chinesische Exporte erheben. Dies steht auch im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg, in dem das Peking-Regime Xi Jinpings als Unterstützer des Moskau-Regimes von Wladimir Putin gilt. Der chinesische Außenamtssprecher Lin Jian sprach daraufhin von einem „typischen Fall einseitiger Schikane“.

Konflikt um Taiwan: Immer wieder Drohgebärden aus China gegen US-Partner

Während der Verbündete Putin russische und belarussische Soldaten die Drohnen-Abwehr üben lässt, entwickelt die Volksrepublik immer neuer Modelle. Unlängst machten etwa Berichte die Runde, dass China mückengroße Kampfdrohnen für mögliche Gefechte entwickle. Unverhohlen droht der Machtapparat um Xi Jinping dem benachbarten Inselstaat Taiwan indes mit einem möglichen Einmarsch. So sollen die Chinesen zum Beispiel Invasionsfrachter für eine etwaige Anlandung an flachen Küstenabschnitten getestet haben. (Quellen: CNAS, Business Insider) (pm)

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