13 Millionen Einwohner

Moskau: Die Hauptstadt von Russland

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Moskau, Hauptstadt von Russland

Moskau ist die Hauptstadt von Russland. Beeindruckende 13 Millionen Menschen bilden die Bevölkerung der Stadt, die im europäischen Teil Russlands liegt.

Moskau – Die Hauptstadt von Russland liegt am Fluss Moskwa, der der Stadt ihren Namen gibt. Die Stadtgrenzen werden zu großen Teilen von der Stadtautobahn festgelegt, die auf über 109 Kilometern um die Stadt führt.

Moskau: Geographie und wichtige Daten

13 Millionen Einwohner beheimatet die Hauptstadt Russlands. Damit ist sie die bevölkerungsreichste Stadt Europas und liegt gleich auf mit Manila oder Rio de Janeiro. Die Fläche Moskaus beträgt gut 2500km². Berlin würde also dreimal in Moskau hineinpassen. Die Stadt liegt an den Ufern des Moskwa Flusses, welcher sich gut 500 Kilometer durch Russland bewegt. Der letzte Zensus im Jahr 2010 ergab folgende ethnische Zusammensetzung der Bevölkerung Moskaus:

  • 1. 86,32% Russen
  • 2. 1,33% Ukrainer
  • 3. 1,29% Türkischer Herkunft
  • 4. 0,92% Armenier
  • 5. 0,49% Aserbaidschaner

Die weiteren Minderheiten lagen jeweils bei weniger als 0,5% der Bevölkerung. Die Stadt ist das Zentrum der Russisch-Orthodoxen Kirche. 55% der Einwohner glauben an die konservative christliche Strömung. 28% der Menschen sind konfessionslos und weitere 8% praktizieren den Islam. Der restliche Anteil praktiziert hauptsächlich die weiteren Weltreligionen Buddhismus, Hinduismus, sowie das Judentum. Der Patriarch der Russisch-Orthodoxen Kirche heißt Kirill und residiert in der Hauptstadt.

Das Klima Moskaus ist ein feuchtes kontinentales Klima mit einer Temperatur, die im Jahresdurchschnitt 6,6 Grad Celsius beträgt. Die Sommer sind mit einer Temperatur von durchschnittlich 20 Grad Celsius im Juli durchaus mild, während die Winter mit anhaltenden Temperaturen unter dem Gefrierpunkt oft sehr kalt sind.  

Verantwortlich für die Politik der Stadt ist der Bürgermeister Sergei Sobjanin (2022). Dieser ist seit 2010 auf Vorschlag des damaligen Präsidenten Dmitri Medwedew im Amt. In der Geschichte der Wahlen seit seiner Amtseinführung kommt es immer wieder zu Vorwürfen des Wahlbetrugs.

Moskau: Geschichte

Die Geschichte Moskaus beginnt bereits am Ende der Steinzeit. Aus dieser Zeit stammen die ältesten Beweise menschlicher Siedlungen, die Forscher an den Ufern der Moskwa finden konnten. Die ersten geschichtlichen Erwähnungen Moskaus finden sich im Jahr 1147 als ‚na Moskve‘, was lediglich so viel bedeutet wie ‚an der Moskwa‘. Die beiden Prinzen Sviatoslav Olgovich und Yuri Dolgorukly trafen sich laut den Aufzeichnungen im hölzernen Fort ‚na Moskve‘. Obwohl die Stadt in den Folgejahren stärker befestigt wurde, wurde sie beim Einfall der Mongolei völlig zerstört und niedergebrannt.

Nach zaghaftem Wiederaufbau wurde die Stadt im Jahr 1260 an Daniil Aleksandrovich vererbt. Zu dieser Zeit galt die Siedlung als das am wenigsten wertvolle Erbe des Prinzen von Vladimir, Alexander Nevsky, der dieses an seinen jüngsten Sohn vererbte. Daniil setzte sich später in der Thronfolge durch und beauftragte die ersten größeren Bauwerke in Moskau. Die Stadt entwickelte sich daraufhin sehr gut und konnte die eigentliche Hauptstadt der Region, Vladimir, um 1320 in Größe und Bevölkerung überholen. Im Jahr 1325 wurde Moskau erstmals Hauptstadt der Region Zentralrussland und damit auch in der Politik bedeutungsvoller. Ab 1547 ist Moskau sogar die Hauptstadt des Fürstentums Russland.

Die Geschichte der Stadt ist weiterhin sehr bewegt und gerade das 18. Jahrhundert geht in vielerlei Hinsicht in die Geschichtsbücher ein. In diesem Jahrhundert suchen mehrere Großfeuer und die Pest die Stadt heim. Das Russische Reich wurde mit dem Ende des Ersten Weltkrieges zur Sowjetunion. Ab 1918 wurde, nach mehreren Aufständen, die Politik in Moskau und im russischen Staatsgebiet von Vladimir Lenin geführt.

Moskau: Nach dem Ersten Weltkrieg

Nach dem Krieg sollte sich die Sowjetunion in Moskau etablieren und gut 70 Jahre an der Macht bleiben. Die Kommunistische Partei war nicht an der Ausübung von Religion interessiert und ließ in der Zeit zwischen beiden Weltkriegen viele Kirchen der Stadt zerstören. Die Umbenennung Moskaus ins Stalinodar wurde von Stalin selbst abgelehnt und es wurde ein Verbot erlassen, fortan Dinge und Städte in seinem Namen zu benennen.

Im September 1941 wurde Moskau im Zuge des Zweiten Weltkrieges von den deutschen Truppen in Belagerung genommen. Der Kampf um Moskau wurde lange und blutig geführt und Schätzungen gehen von 900.000 bis 1,5 Millionen Toten aus. Verluste gab es sowohl in der Bevölkerung als auch bei den Kriegsparteien. Die Deutschen verloren den Kampf um Moskau im Jahr 1942, was in der Geschichte des Zweiten Weltkrieges als der Beginn der deutschen Niederlage gewertet wird.

Die Religionsfreiheit wurde nach dem Krieg durch die kommunistische Politik weiter unterdrückt und so wurden zwischen 1959 und 1964 die Hälfte aller Kirchen Russlands geschlossen und die meisten von ihnen zerstört. Als die Sowjetunion im Jahr 1991 zerfiel, blieb Russland die Hauptstadt der Russischen Föderation.

Moskau: Politik

Die zentralen Organe der Politik in Moskau sind der Bürgermeister und das Stadtparlament, welches Duma genannt wird. In dieser Duma befinden sich 45 Mitglieder, die von der Bevölkerung auf fünf Jahre gewählt werden und in ihrer Funktion sowohl gesetzgebende Befugnisse für die Stadt haben als auch den Bürgermeister überwachen sollen. Der Bürgermeister ist momentan Sergei Sobjanin. Er wurde in seine erste Amtszeit nicht demokratisch hineingewählt. Durch eine Gesetzesreform konnte der Bürgermeister 2010 direkt vom Präsidenten bestimmt werden. Der damalige Präsident Dmitri Medwedew bestimmte Sobjanin zum Bürgermeister. Er regiert bis heute in der Hauptstadt. Gegen ihn trat unter anderem im Jahr 2013 der Kremlkritiker Alexej Nawalny an. Die Wahl ging überraschend an Sobjanin, wonach ihm Wahlmanipulation vorgeworfen wurde.

Das Machtgefüge in Moskau ist meist ziemlich angespannt, da alle Institutionen der Politik hier zusammenkommen und es in der Geschichte immer wieder zu Konflikten zwischen den Machthabern auf lokaler und Staatsebene über die politische Ausrichtung Moskaus kam.

Moskau: Wirtschaft

Die Hauptstadt Moskau beherbergt rund 10% der Bevölkerung Russlands, sorgt aber für 20% des gesamten Bruttoinlandsproduktes der Russischen Föderation. 330 Milliarden US-Dollar wurden 2020 allein von der Bevölkerung in Moskau erwirtschaftet. Die Stadt hat die niedrigste Arbeitslosenquote in ganz Russland. Die Menschen verdienen hier mit umgerechnet 2.500 US-Dollar etwa doppelt so viel wie im Rest des Landes. Moskau ist außerdem die Stadt mit den siebtmeisten Milliardären der Welt mit 53 Personen. Auf Platz eins dieser Rangliste steht New York mit 107.

Während in anderen Landesteilen die Förderung fossiler Energieträger das meiste zur Wirtschaftsleistung beiträgt, so stellt man in Moskau vor allem Chemieprodukte, Metalle, Software und Textilien her.

Moskau: Tourismus und Sehenswürdigkeiten

Im Zuge der COVID-19 Pandemie und dem Konflikt mit der Ukraine kommt es zu großen Einschränkungen für touristische Reisen nach Russland. Das ist sehr bedauerlich, da die Stadt viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat:

  • Das Bolschoi-Theater: Dieses Theater ist das bekannteste Theater der Stadt und sicher auch eines der bekanntesten auf der ganzen Welt. In der heutigen Form steht es seit 1825 und es arbeiten 900 Schauspieler, Musiker und Tänzer hier. Es ist ebenfalls Heimat des weltberühmten Bolschoi-Balletts.
  • Das staatliche historische Museum: Hier kann man die Geschichte des Landes erleben. Das Gebäude wurde 1883 errichtet und ist im klassischen altrussischen Stil erbaut.
  • Der Kreml: Das älteste Gebäude Moskaus ist gleichsam das bedeutendste. Hier wurden zahllose wichtige Entscheidungen der Politik getroffen und bis heute ist der Kreml der Sitz des russischen Präsidenten. Die meisten Teile des Kremls stammen aus dem 15. Jahrhundert und können von Bevölkerung und Touristen gleichermaßen besucht werden.
  • Der rote Platz: Die Bezeichnung ‚roter Platz‘ ist gewissermaßen ein Übersetzungsfehler. Im früheren Sprachgebrauch wurde das russische Wort für ‚rot‘ auch als ‚schön‘ verstanden. Eigentlich handelt es sich also um den ‚schönen Platz‘. Das kann man angesichts der vielen gut gepflegten historischen Bauwerke rund um ihn herum nur bestätigen.

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