Nach Regierungsangaben aus Kiew sind wegen der russischen Offensive im Osten der Ukraine den dritten Tag in Folge keine Fluchtkorridore für die umkämpften Orte eingerichtet worden.
Kiew - «Der intensive Beschuss im Donbass geht weiter», teilte die ukrainische Vizeregierungschefin Iryna Wereschtschuk am Dienstag mit. Sie warf Russland zudem vor, in der besonders umkämpften Hafenstadt Mariupol trotz Bitten keinen humanitären Korridor für Zivilisten in Richtung der Berdjansk bereitzustellen.
«Wir setzen die schwierigen Verhandlungen über die Öffnung der humanitären Korridore in den Gebieten Cherson und Charkiw fort», schrieb Wereschtschuk in ihrem Nachrichtenkanal in dem sozialen Netzwerk Telegram. Die Behörden hatten zuletzt in verschiedenen Städten im Osten der Ukraine beklagt, wegen der Gefahr durch Beschuss keine Menschen mehr aus den umkämpften Gebieten in Sicherheit bringen zu können.
Zuletzt waren am Samstag knapp 1500 Menschen über derartige Routen in sichere Gebiete gelangt. Russland führt seit mehr als sieben Wochen einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Den Vereinten Nationen zufolge haben etwa fünf Millionen Menschen das Land verlassen. Mehrere Millionen sind im Land auf der Flucht. Parallel dazu kehren auch immer mehr Menschen ins Land zurück.
Ukraine berichtet von Toten bei Beschuss von Charkiw
Beim Beschuss der ostukrainischen Großstadt Charkiw sind ukrainischen Angaben zufolge 3 Menschen getötet und 15 verletzt worden, darunter ein 14 Jahre altes Kind. «Die Granaten fielen direkt vor Häuser, auf Kinderspielplätze und in die Nähe von humanitären Hilfsstellen», teilte der Gouverneur des Gebiets, Oleh Synjehubow, am Montagabend mit. Er warf der russischen Armee einen Angriff auf Zivilisten vor. Ärzte und Rettungskräfte seien rund um die Uhr im Einsatz, um die Folgen des Beschusses zu beseitigen, hieß es.
Von unabhängiger Seite ließen sich die Angaben zunächst nicht prüfen. Russland führt seit über sieben Wochen einen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Am Montag sollen die russischen Truppen nach Angaben aus Kiew mit einem Großangriff im Osten des Landes begonnen haben.
Auch aus der südukrainischen Stadt Mykolajiw wurden am Abend mutmaßliche Raketeneinschläge gemeldet. «In Mykolajiw kam es zu mehreren Explosionen. Wir sind dabei, die Situation zu untersuchen», teilte Bürgermeister Olexander Senkewytsch mit. (dpa)