Trump hebt Sanktionen gegen Syrien auf – Menschen feiern mit Autokorsos
VonBedrettin Bölükbasi
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US-Präsident Donald Trump will die Sanktionen gegen Syrien aufheben – viele Syrer haben seit Jahren auf solch eine Entscheidung gewartet.
Update, 10.22 Uhr: Nach Aufhebung der US-Sanktionen gegen Syrien hat US-Präsident Donald Trump sich mit dem syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa getroffen. Das bestätigte ein US-Regierungsvertreter. Die Begegnung fand in Riad statt, vor einem geplanten Treffen Trumps mit den Anführern mehrerer Golfländer.
Update vom 14. Mai, 5.50 Uhr: In zahlreichen Städten in Syrien feiern die Menschen die Aufhebung der US-Sanktionen gegen das Land auf der Straße.: Es habe Autokorsos gegeben. Fahnen seien geschwenkt worden und gemeinsam Parolen gesungen worden, berichteten Anwohner in Damaskus der Nachrichtenagentur dpa. Der Schritt sei „ein zweiter Sieg über das frühere Regime, das Syrien ins Verderben geführt hat“, sagte ein Bewohner.
US-Präsident Donald Trump hatte zuvor in der saudischen Hauptstadt Riad verkündet, dass er die Sanktionen gegen Syrien aufhebe. Die Aufhebung der Sanktionen wird in Syrien als Signal für einen möglichen wirtschaftlichen Neuanfang gesehen. Trump trifft sich heute womöglich mit Syriens Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa in Riad.
Trump trifft Syriens Machthaber
Update vom 13. Mai, 20.38 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat sich zu einem Treffen mit Syriens Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa bereit erklärt. „Der Präsident hat zugestimmt, dem syrischen Präsidenten morgen während seines Aufenthalts in Saudi-Arabien Hallo zu sagen“, hieß es aus dem Weißen Haus.
In arabischen Medien wurde in den vergangenen Tagen bereits über ein Treffen zwischen Trump und al-Scharaa spekuliert. Aus Syrien gibt es dazu bisher keine offiziellen Angaben.
Syrien will Mineralien-Deal mit USA – und lockt mit Trump-Tower in Damaskus
Erstmeldung: Damaskus/Washington D.C. – Für Syrien ist nach dem Sturz von Diktator Baschar al-Assad im Dezember 2024 eine neue Zeit angebrochen. Die Übergangsregierung unter Ahmad al-Schaara, dem ehemaligen Chef der Rebellengruppe HTS, will die internationale Isolation des Landes vor allem gegenüber dem Westen brechen. Das Treffen mit Emmanuel Macron in Paris war der erste große Schritt. Offenbar will al-Schaara nun sogar ein Treffen mit US-Präsident Donald Trump.
Syrien-Machthaber al-Schaara will Trump treffen: Es geht um Sanktionen und Terrorlisten
Ende April setzte sich der Trump-nahe republikanische Aktivist und Energie-Geschäftsmann Jonathan Bass in Damaskus mit al-Schaara zusammen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters steht der US-Amerikaner Bass im Mittelpunkt der Bemühungen um ein Treffen zwischen al-Schaara und Trump. Der syrische Präsident befindet sich immer noch auf der Terrorliste der USA, denn seine ehemalige Organisation HTS stand in Verbindung mit der Al-Qaida. Dies will Syrien ändern, gleichzeitig fordert das Land eine Aufhebung der europäischen und amerikanischen Sanktionen aus der Assad-Zeit. Ein Treffen mit Trump könnte bei beiden Themen Fortschritte herbeiführen.
Syrien will offenbar Mineraliendeal mit Trump – Vorbild Ukraine
„Schaara will einen Geschäftsdeal für die Zukunft seines Landes“, teilte Bass Reuters zufolge nach dem Treffen in Damaskus mit. Teil davon könnte demnach auch ein Deal über die Energievorkommen in Syrien sein. Das Land besitzt reiche Vorkommen an Öl und Gas, die sich vor allem im östlichen Wüstengebiet befinden. Die britische Zeitung The Times berichtete, dass al-Schaara Trump eine Einigung ähnlich wie das Mineralabkommen mit der Ukraine vorgeschlagen habe. Tatsächlich könnte dies dazu führen, dass Trump die Sanktionen zumindest lockert.
Am Montag (12. Mai) bestätigte Trump auf Nachfrage im Weißen Haus, er könne die Sanktionen aufheben, um Syrien einen „frischen Start“ zu ermöglichen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, ein Verbündeter von al-Schaara, habe mehrmals die Lockerung von Sanktionen angefragt.
Ob ein Treffen mit al-Schaara im Rahmen von Trumps Nahost-Reise und Besuch in Saudi-Arabien möglich ist, scheint wohl noch unklar zu sein. Ein hochrangiges Treffen zwischen amerikanischen und syrischen Delegationen soll es hingegen sicherlich geben, wie Reuters berichtet – nur wohl ohne al-Schaara und Trump.
Syrien-Rebellen stürzen Assad: Die Bilder des Machtwechsels
Al-Schaara thematisiert Trump-Attentat in Pennsylvania: Syrien bietet Mineraldeal und Trump-Tower an
Laut Bass hat al-Schaara auch gesagt, er wolle einen Trump-Tower in der syrischen Hauptstadt Damaskus errichten lassen. Der US-Präsident, der sich teils mehr wie ein Geschäftsmann als ein Politiker sieht, könnte dann mit einer Art Wahrzeichen in Syrien prahlen. Dessen scheint sich der syrische Staatschef bewusst zu sein. Mit US-Profit an syrischer Energie und einem eigenen Trump-Hochhaus mitten in Damaskus könnte er genau die richtigen Töne anschlagen.
Das zeigt auch ein weiteres Detail: Bass zufolge erzählte ihm al-Schaara, dass er eine persönliche Beziehung zum US-Präsidenten sehe: Schließlich seien beide angeschossen worden und hätten es überlebt.
Das versuchte Attentat gegen Trump in Pennsylvania war ein zentrales Motiv für den Republikaner im Wahlkampf gegen seinen Vorgänger Joe Biden. Geht es nach Trump, so hat ihn Gott vor dem sicheren Tod bewahrt, damit er die USA retten könne. Dass der syrische Präsident nun genau das thematisiert, könnte ihn für Trump durchaus sympathisch erscheinen lassen. (bb)