Vor der Bundestagswahl

FDP-Klimaexperte im Interview: „Das Klimaziel 2045 war der Einfall einer alten Kanzlerin“

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Der klimapolitische Sprecher der FDP, Olaf in der Beek, über die Rolle der E-Fuels, CO2-Speicherung und eines freien Markts bei der Energiewende.

Herr in der Beek, wie bewerten Sie als klimapolitischer Sprecher der FDP die Klima-Bilanz nach dreieinhalb Jahren Ampel-Regierung?

Wenn man berücksichtigt, was wir vorgefunden haben, nämlich den guten Willen und sonst nichts, ist die Bilanz nicht schlecht. Für einen wirksamen Klimaschutz in einer gleichzeitig wettbewerbsfähigen Wirtschaft braucht es politische Rahmenbedingungen, aber keine Regularien – das ist unsere Überzeugung als Freie Demokraten. Da sind wir einen guten Meter weitergekommen.

Drei Jahre lang hat der – mittlerweile ehemalige – FDP-Politiker Volker Wissing sein Ministerium geführt, drei Jahre lang verfehlte der Verkehrssektor sein Klimaziel. Kann die FDP überhaupt Klimaschutz?

Der Verkehr ist ein sehr schwerfälliger Sektor. Die Früchte unserer Arbeit werden sich erst in den nächsten Jahren auf die Klimabilanz niederschlagen – etwa Rekordinvestitionen in die Bahn. Auch der Emissionshandel startet hier erst 2027. Und ich will nochmal betonen, wir mussten vor drei Jahren von null starten. Das war eine infrastrukturelle Katastrophe, die wir bei der Regierungsübernahme vorgefunden haben.

Die FDP will laut Wahlprogramm das „faktische Verbrennerverbot“ aufheben. Nach EU-Recht sind Verbrennungsmotoren auch nach 2035 noch erlaubt, wenn sie CO2-frei laufen. Was genau wollen Sie aufheben?

Uns geht es um Technologieoffenheit. Auf den deutschen Straßen fahren immer noch rund 44 Millionen Verbrenner-Pkw. Das müssen wir zur Kenntnis nehmen. Eine Politik, die die Weiterentwicklung der Verbrenner-Technologie hemmt, ist falsch. Statt staatlich einzugreifen, sollten wir das der Wirtschaft und dem Wettbewerb überlassen. Der Emissionshandel wird zeigen, welche Technologie sich durchsetzt. Die Wirtschaft ist viel weiter damit, Klimaschutz und Wettbewerbsfähigkeit zusammenzudenken.

Olaf in der Beek ist klimapolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion. Bevor in der Beek 2017 in den Bundestag einzog, arbeitete er als Unternehmer in der Medienbranche. Zur Bundestagswahl tritt er nicht erneut an.

Zahlreiche Analysen zeigen, dass Elektromobilität fünfmal so effizient ist wie E-Fuels. Voraussichtlich werden E-Fuels auch noch Mitte des Jahrhunderts unbezahlbar sein. Wäre es da nicht Aufgabe der Politik, sich hinter die volkswirtschaftlich sinnvollere Technologie zu stellen?

Gegenfrage: Warum überlässt man das nicht der Wirtschaft? Wenn sich ein Wirtschaftsmodell nicht rechnet, wird dort auch nicht investiert. Ich verstehe immer nicht, weshalb der Staat so etwas besser wissen sollte als die Wirtschaft. Die Aufgabe der Politik ist es, Wettbewerbsgleichheit zwischen den einzelnen Wirtschaftsteilnehmern herzustellen, und dann lassen Sie uns doch abwarten, wie das Rennen ausgeht. Der Verkehrssektor ist außerdem größer als der Individualverkehr. In Luft- und Schifffahrt kommen wir um E-Fuels nicht herum. Das sagt die ganze Branche.

Warum will die FDP den Schritt zurück beim Klima?

Kontrovers diskutiert wurde die Forderung der FDP, das Klimaneutralitätsziel von 2045 auf 2050 zu verschieben. Warum dieser Schritt zurück?

Das ist kein Schritt zurück. Wir müssen die wirtschaftliche Realität anerkennen. Wir haben eine schrumpfende Wirtschaft, und um uns Klimaschutz leisten zu können und die Bürgerinnen und Bürger auf diesem Weg nicht zu verlieren, müssen wir eine starke und wettbewerbsfähige Nation sein. Nun gibt es die politische Entscheidung einer alten Kanzlerin, ein deutsches Klima-Sonderziel fünf Jahre früher als das Ziel der Europäischen Union anzusetzen. Das ist nicht wissenschaftlich begründet, sondern eine rein politische Entscheidung von Angela Merkel.

Es gibt keinen Vorteil, wenn Deutschland fünf Jahre früher klimaneutral wird als der Rest der EU.

Olaf in der Beek, klimapolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion

Aber sie ist doch aus klimatischer Sicht sinnvoll?

Es gibt keinen Vorteil, wenn Deutschland fünf Jahre früher klimaneutral wird als der Rest der EU. Aufgrund des Emissionshandels gibt es einen Wasserbetteffekt: Die Emissionen, die Deutschland nicht ausstößt, stößt das europäische Ausland aus. Dadurch werden dem Ausland Wettbewerbsvorteile entstehen, wobei wir es uns selbst schwerer machen. Für mich ist das kein Rückschritt und keine Pause, sondern nur die Möglichkeit, meine Emissionen auch bis 2050 zu strecken, während die EU ihr Ziel 2050 weiterhin erreicht. Wir schaden also der deutschen Wirtschaft und dem Klima nützt es unterm Strich nichts.

Im europäischen Emissionshandel sollen bereits 2039 keine neuen CO2-Zertifikate mehr ausgegeben werden. Das heißt: Unabhängig davon, ob in Deutschland Klimaneutralität 2045 oder 2050 erreicht werden soll, hat die Industrie schon ab 2040 keine Zertifikate mehr übrig.

Die Industrieemissionen betragen nur zehn Prozent unserer Gesamtwirtschaft. Sie müssen auf den Mittelstand, auf die Familienbetriebe schauen. Für die ist das eine große Entlastung.

Auch an den deutschen Mittelstand, der Größtenteils unter den neuen Emissionshandel ab 2027 fällt, werden ab 2043 keine neuen Zertifikate mehr ausgestellt.

Wir alle haben keine Glaskugel und wissen nicht, wie sich der Preis für Emissionszertifikate entwickeln wird. Wer weiß, wie lange zum Beispiel aufgesparte Zertifikate noch im Umlauf sein werden. Aber ich sage nochmal, mir als klimapolitischem Sprecher der FDP-Fraktion geht es darum, auf die Gesamtwirtschaft zu gucken und nicht nur auf die Industrie.

Grüne und FDP haben wohl andere Prioritäten.

FDP setzt auf technische Möglichkeiten, Emmissionen abzufangen

Ihr Vorschlag wäre für die Landwirtschaft eine Entlastung, weil sie nicht unter den Emissionshandel fällt. Dieser Sektor macht zwar zehn bis 20 Prozent der Gesamtemissionen aus, es gibt aber keinen Wasserbetteffekt: Wenn Deutschlands Agrikultur fünf Jahre länger Treibhausgase ausstößt, dann emittieren deshalb andere Länder nicht weniger aus. Unterm Strich landen mit Ihrem Vorschlag also mehr Treibhausgase in der Atmosphäre.

Das muss nicht zwangsläufig so sein. Es gibt schließlich technische Möglichkeiten, um diese Emissionen abzufangen – namentlich CCS und CCU. Deutschland muss anfangen, diesen Weg zu gehen. Diesen Technologien darf sich Deutschland nicht versperren. Das sind sonst nur zusätzliche Stolpersteine für die Wirtschaft und auch die Landwirtschaft. Auch hier ist das EU-Ausland in vielen Fällen schon weiter als wir.

Kennen Sie alle? Diese 41 Parteien wurden formal zur Bundestagswahl 2025 zugelassen

Bundestagswahl
41 Parteien wurden für die Bundestagswahl formal zugelassen, doch nur 29 davon nehmen teil. Zwölf der Mitte Januar vom Bundeswahlausschuss formal anerkannten Parteien werden bei der Abstimmung nicht dabei sein, wie die Bundeswahlleiterin Ende Januar in Wiesbaden mitteilte. Anders als langjährige Bundestags- und Landtagsparteien hatten vor allem kleinere Parteien beispielsweise noch eine erforderliche Anzahl von Unterstützerunterschriften nachweisen müssen. © IMAGO/Sascha Steinach
Bundestagswahl
SPD, Grüne, FDP, AfD, Linke, Freie Wähler, Volt, Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, Bündnis Deutschland und das Bündnis Sahra Wagenknecht sind demnach in allen 16 Ländern mit Landeslisten vertreten. Die CDU tritt in allen Bundesländern außer Bayern an, die CSU (Foto) nur in Bayern. Die übrigen Parteien werden nicht in allen Ländern auf den Stimmzetteln stehen. Acht von ihnen treten den Angaben nach jeweils nur in einem Land an. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2025 auf den Wahlzetteln stehen. Die Partei schickt Kanzler Olaf Scholz erneut als Spitzenkandidat ins Rennen.
Wir haben die 41 formal zugelassenen Parteien gesammelt. Die SPD wird bei der Bundestagswahl 2025 auf den Wahlzetteln stehen. Die Partei schickt Kanzler Olaf Scholz erneut als Spitzenkandidat ins Rennen. © Hendrik Schmidt / dpa
Die CDU geht mit Friedrich Merz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2025.
Die CDU geht mit Friedrich Merz als Spitzenkandidat in die Bundestagswahl 2025. © Thomas Banneyer / dpa
Auch Bündnis 90/Die Grünen ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Spitzenkandidat ist Robert Habeck.
Auch Bündnis 90/Die Grünen ist als Partei zur Bundestagswahl zugelassen. Spitzenkandidat ist Robert Habeck. © Georg Wendt / dpa
Auch die FDP um Parteichef Christian Lindner wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.
Auch die FDP um Parteichef Christian Lindner wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.  © Moritz Frankenberg / dpa
Auf den Wahlzetteln können Wählende auch bei der AfD ihr Kreuz setzen. Mit Alice Weidel stellt die Partei auch eine Kanzlerkandidatin.
Auf den Wahlzetteln können Wählende auch bei der AfD ihr Kreuz setzen. Mit Alice Weidel stellt die Partei auch eine Kanzlerkandidatin. © Sebastian Kahnert / dpa
In Bayern wird die CSU auf dem Wahlzettel stehen
In Bayern wird die CSU auf dem Wahlzettel stehen. Die Schwesterpartei der Union ist zugelassen für die Bundestagswahl – der Name von Parteichef Markus Söder wird darauf allerdings nicht auftauchen, er bleibt als Ministerpräsident in Bayern und will nicht nach Berlin. © Daniel Vogl / dpa
Die Linke wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Linke wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © Hendrik Schmidt / dpa
Als mindestens in einem Landtag vertretene Partei ist auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur Wahl zugelassen.
Als mindestens in einem Landtag vertretene Partei ist auch das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) zur Wahl zugelassen. Seit der Absplitterung von den Linken sitzt das BSW auch bereits im Bundestag. © Hannes P Albert / dpa
Auch das Bündnis Deutschland ist zur Wahl zugelassen
Auch das Bündnis Deutschland – hier ein Foto aus dem Jahr 2022 – ist als Partei, die in einem Landtag vertreten ist, zur Wahl zugelassen. Die rechtskonservative, wirtschaftsliberale Partei ist mit sieben Abgeordneten in der Bremer Bürgerschaft vertreten. © Bernd von Jutrczenka / dpa
Selbiges gilt für die Freien Wähler, hier Parteivorsitzender Hubert Aiwanger. Die Partei ist aktuell in Bayern und Rheinland-Pfalz im Landtag vertreten.
Selbiges gilt für die Freien Wähler, hier Parteivorsitzender Hubert Aiwanger. Die Partei ist aktuell in Bayern und Rheinland-Pfalz im Landtag vertreten. © Daniel Vogl / dpa
Bayern-Partei ist zur Bundestagswahl zugelassen
Zu den 31 weiteren Parteien, die der Bundeswahlausschuss wegen eingehaltener Formalitäten zur Wahl zulässt, gehört auch die Bayernpartei. Sie setzt sich laut eigenen Aussagen für „Selbstbestimmung, Föderalismus und die Eigenstaatlichkeit Bayerns“ ein. Das Foto zeigt ein Plakat aus dem Wahlkampf zur Landtagswahl in Bayern 2023. © IMAGO/Goldmann
Zur Bundestagswahl 2025 zugelassen ist auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, kurz MLPD.
Zur Bundestagswahl 2025 zugelassen ist auch die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands, kurz MLPD. Sie versteht sich als kommunistische deutsche Kleinpartei. © IMAGO / Michael Gstettenbauer
Auch zur Bundestagswahl zugelassen: Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo. Das Foto zeigt ein Wahlplakat aus dem Jahr 2019.
Auch zur Bundestagswahl zugelassen: Die Bürgerrechtsbewegung Solidarität, kurz BüSo. Das Foto zeigt ein Wahlplakat aus dem Jahr 2019. © Revierfoto via www.imago-images.de
Die Gartenpartei, hier als Wahlplakat in einer Reihe mit AfD und SPD aufgeführt zum Landtagswahl-Rennen in Sachsen-Anhalt 2021, wurde ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl.
Die Gartenpartei, hier als Wahlplakat in einer Reihe mit AfD und SPD aufgeführt zum Landtagswahl-Rennen in Sachsen-Anhalt 2021, wurde ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl. © IMAGO / Jan Huebner
Auch auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl dabei: Die Partei der Humanisten. Ihr Fokus liegt auf Säkularisierung und Wissenschaft.
Auch formal zugelassen: Die Partei der Humanisten. Ihr Fokus liegt auf Säkularisierung und Wissenschaft. © IMAGO / Müller-Stauffenberg
Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Basisdemokratische Partei Deutschland, kurz dieBasis, wurde zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.  © IMAGO / IPON
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer, hier Namensgeber Todenhöfer im Bild, wurde 2020 gegründet. Zur Bundestagswahl 2025 ist sie zugelassen.
Die Gerechtigkeitspartei – Team Todenhöfer, hier Namensgeber Todenhöfer im Bild, wurde 2020 gegründet. Zur Bundestagswahl 2025 ist sie zugelassen. © Jörg Carstensen / dpa
Ebenfalls zugelassen: Die Kleinpartei Menschliche Welt.
Ebenfalls zugelassen: Die Kleinpartei Menschliche Welt. © IMAGO/Manfred Segerer
Auch das Bündnis C – hier eine Wahlwerbung für die Parteivorsitzende Karin Heepen aus dem Jahr 2019 (2. Plakat v.r.) – ist zugelassen.
Auch das Bündnis C – hier eine Wahlwerbung für die Parteivorsitzende Karin Heepen aus dem Jahr 2019 (2. Plakat v.r.) – ist zugelassen. © IMAGO / Karina Hessland
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl ist die Partei UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie.
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl ist die Partei UNABHÄNGIGE für bürgernahe Demokratie. © IMAGO/Sandy Dinkelacker
Die Partei Die PARTEI ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt für die Vereinigung im EU-Parlament.
Die Partei Die PARTEI ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Ihr Vorsitzender Martin Sonneborn sitzt für die Vereinigung im EU-Parlament. © Kay Nietfeld / dpa
Auch die als rechtsextrem geltende Partei Freie Sachsen ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Auch die als rechtsextrem geltende Partei Freie Sachsen ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © IMAGO/BODE
Auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl wird man ein Kreuz auch bei der Tierschutzpartei setzen können. Der Name verrät, wofür die Vereinigung besonders steht.
Auf den Wahlzetteln zur Bundestagswahl wird man ein Kreuz auch bei der Tierschutzpartei setzen können. Der Name verrät, wofür die Vereinigung besonders steht. © IMAGO/Revierfoto
Auch die Partei Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen.
Auch die Partei Ab jetzt...Demokratie durch Volksabstimmung wurde vom Bundeswahlausschuss zur Bundestagswahl zugelassen. © IMAGO/Oliver Kaelke/DeFodi Images
Die Partei Cannabis Social Club (kurz: CSC) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Zur Bundestagswahl ist sie zugelassen.
Die Partei Cannabis Social Club (kurz: CSC) setzt sich für die Legalisierung von Cannabis in Deutschland ein. Zur Bundestagswahl ist sie zugelassen. Das Symbolfoto zeigt eine Tafel mit etwaiger Aufschrift. © IMAGO / Bihlmayerfotografie
Auf dem Wahlzettel – hier ein Beispiel zur Europawahl 2024 – steht auch bei der Bundestagswahl die Partei MERA25.
Zugelassen ist auch die Partei MERA25. Sie steht nach eigener Aussage für „Linke Politik für Frieden, Solidarität und Freiheit“. © IMAGO/Manfred Segerer
Die Ökologisch Demokratische Partei, kurz ÖDP, ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Ökologisch Demokratische Partei, kurz ÖDP, ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Das Bild zeigt ein aktuelles Wahlplakat. © IMAGO/Eibner-Pressefoto/Franz Feiner
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) stellt einen Sonderfall in Deutschland dar.
Der Südschleswigsche Wählerverband (SSW) stellt einen Sonderfall in Deutschland dar. Die Partei ist seit 1955 von der Fünf-Prozent-Hürde befreit. Dementsprechend sitzt mit Stefan Seidler gar ein Mitglied im Bundestag. Auch bei der Bundestagswahl 2025 ist die Partei wählbar. © Axel Heimken / dpa
Zur Bundestagswahl 2025 ist auch die Partei Liberale Demokraten – die Sozialliberalen (kurz: LD) zugelassen.
Zur Bundestagswahl 2025 ist auch die Partei Liberale Demokraten – die Sozialliberalen (kurz: LD) zugelassen.  © IMAGO/Bernd Leitner
Hier auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2022 in NRW, bald auch auf dem Stimmzettel zur Bundestagswahl 2025: Die Partei Die LIEBE.
Hier auf dem Stimmzettel zur Landtagswahl 2022 in NRW: Die Partei Die LIEBE. © IMAGO/Juergen Schwarz
Auch die Partei Volt wird bei der Bundestagswahl 2025 wählbar sein. Unter anderem steht sie für Klimaschutz und ein starkes Europa.
Auch die Partei Volt wird bei der Bundestagswahl 2025 wählbar sein. Unter anderem steht sie für Klimaschutz und ein starkes Europa. © IMAGO/Stefan Zeitz
Die WerteUnion galt eigentlich als Verein, der den konservativen Markenkern der Union vertrat.
Die WerteUnion galt als Verein, der den konservativen Markenkern der Union vertrat. 2024 strebte Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen dann die Gründung einer eigenen Partei an, der er nun vorsitzt. Zur Bundestagswahl 2025 wurde die WerteUnion nun zugelassen. © Soeren Stache / dpa
Die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (kurz: DAVA) ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die Partei gilt als Erdogan-nah.
Die Demokratische Allianz für Vielfalt und Aufbruch (kurz: DAVA) ist zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die Partei gilt als Erdogan-nah. © IMAGO/Guido Schiefer
Die trotzkistische Kleinpartei Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (kurz SGP) ist zur Bundestagswahl zugelassen.
Die trotzkistische Kleinpartei Sozialistische Gleichheitspartei, Vierte Internationale (kurz SGP) ist zur Bundestagswahl zugelassen. Sie setzt sich gegen Kapitalismus und Krieg ein. Das Wahlplakat stammt aus dem Jahr 2023 aus Berlin. © IMAGO/Stefan Zeitz
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl 2025: Die Partei für Verjüngungsforschung.
Ebenfalls zugelassen zur Bundestagswahl 2025: Die Partei für Verjüngungsforschung. Sie setzt sich für die schnellere Entwicklung von Verjüngungstherapien ein. Das Plakat hing im Wahlkampf zur Europawahl 2024 in Chemnitz. © IMAGO/Fotostand / Nachtigall
Auf dem Stimmzettel für die Europawahl 2024 standen die Partei des Fortschrittes (kurz: PdF) und auch die V-Partei³ bereits.
Auf dem Stimmzettel für die Europawahl 2024 standen die Partei des Fortschrittes (kurz: PdF) und auch die V-Partei³ bereits. Beide wurden auch für die Bundestagswahl 2025 zugelassen. Die ³ bei der V-Partei steht übrigens für „Veränderung, Vegetarier und Veganer“. © IMAGO/Manfred Segerer
Die Partei DIE SONSTIGE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Partei DIE SONSTIGEN ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. Laut Website steht man als „Friesenpartei“ für „skurrile Minderheiten, Systemwechsel & gegen neurechte Klima-Leugnung“. © IMAGO/Michael Bihlmayer
Im Wahllokal kann man seinen Stimmzettel auch mit einem Kreuz bei der Dr. Ansay Partei in die Urne werfen.
Auch die Dr. Ansay Partei wurde zugelassen. © Patrick Pleul / dpa
Die Partei DIE NEUE MITTE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Partei DIE NEUE MITTE ist ebenfalls zur Bundestagswahl 2025 zugelassen. © bpb
Die Piratenpartei Deutschland ist ebenfalls für die Bundestagswahl 2025 zugelassen.
Die Piratenpartei Deutschland ist ebenfalls für die Bundestagswahl 2025 zugelassen. Das Plakat stammt aus der Kampagne zur Europawahl 2024. © IMAGO/Fotostand / Nieweler

CCS in der Landwirtschaft? Selbst wenn es die Möglichkeit etwa für Negativemissionen in der Landwirtschaft gäbe, ist doch nicht davon auszugehen, dass Betriebe fünf Jahre lang freiwillig Geld für CO2-Kompensation ausgeben.

Nochmal: 2050 soll Europa und damit auch Deutschland klimaneutral sein. Das gilt auch für die Landwirtschaft. Und nur, weil die Land- wirtschaft dann fünf Jahre mehr Zeit bekommen würde, wird sie ihre Bemühungen ja nicht über den Haufen werfen.

Deutschland ist die größte Volkswirtschaft der Europäischen Union: Wäre es nicht gerecht, wenn Deutschland Anstrengungen unternimmt, schneller Klimaneutralität zu erreichen als ärmere EU-Länder, beispielsweise Bulgarien oder Griechenland, und damit weniger von den Emissionszertifikate für sich beansprucht?

Es mag sein, dass manche osteuropäische Länder Probleme haben, dieses Ziel zu erreichen. Das muss dann in der EU diskutiert werden. Das hat allerdings nichts mit Deutschland zu tun. Ich muss das nochmal betonen: Das 2045-Ziel ist uns nicht von der EU auferlegt worden, sondern eine alte Kanzlerin fand das schick.

Realistisch ist: Europa geht gemeinsam Schritt für Schritt, und dann erreichen wir auch alle die Klimaziele. 

Olaf in der Beek, klimapolitischer Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion

Wenn Deutschland mehr Zertifikate verbraucht und es eine endliche Menge an Zertifikaten gibt, bleibt weniger für andere Länder – so weit stimmen Sie aber zu?

Wenn wir dadurch starke volkswirtschaftliche Schäden in Deutschland anrichten, bringt das gar nichts. Realistisch ist: Europa geht gemeinsam Schritt für Schritt, und dann erreichen wir auch alle die Klimaziele. Wir können es uns gerade wirtschaftlich nicht leisten, voranzugehen, um es damit hypothetisch anderen Ländern zu erleichtern.

Welt in der Lage, in der Klimakrise die richtigen Entscheidungen zu treffen

Macht Ihnen die Klimakrise Angst?

Die Klimakrise macht mir keine Angst. Ich glaube, dass die Welt in der Lage ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Aber wir müssen mutiger werden und auch neue Ideen und Ansätze ausprobieren. Was mir Angst macht, ist, dass die Antwort auf den Klimawandel für manche Degrowth und Deindustrialisierung ist. Ich habe Angst, dass wir Menschen mehr auflasten, als wir müssten und sollten, und das nur aus ideologischen Gründen. Ich bin ein optimistischer Mensch und davon überzeugt: Die Menschheit ist in der Lage und hat den Mut, diese Welt auf die richtige Bahn zu lenken.

Rubriklistenbild: © IMAGO/Presse-Photo Horst Schnase

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