Ukraine-Krieg

Explosion in von Russland besetzter Region: Partisanen attackieren Büro von Putins Partei

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Immer wieder kommt es in von Russland besetzten Gebieten der Ukraine zu Angriffen von Widerstandsgruppen. Nun ist ein russisches Parteibüro angegriffen worden.

Kiew – Mit Mordanschlägen auf Soldaten und Geheimdienstagenten, Sabotage-Aktionen und anderen Widerstandsaktionen machen pro-ukrainische Gruppen in den besetzten Gebieten der Ukraine seit Monaten auf sich aufmerksam. Ihr mutmaßlich jüngster Coup: Ein Angriff auf ein Büro der russischen Regierungspartei Einiges Russland, die hinter dem Machtapparat von Russlands Staatschef Wladimir Putin steht und aktuell die kommenden Wahlen vorbereitet.

Ort des Angriffs vom Morgen des 27. Februar war laut einem Bericht der ukrainischen Nachrichtenseite Kyiv Independent die ukrainische Stadt Nowa Kachowka in der Region Cherson, die bereits seit den ersten Tagen des Ukraine-Kriegs unter russischer Besatzung steht. Weil Russland die Region damit zum Staatsgebiet zählt, sollen auch hier die Menschen an den russischen Präsidentschaftwahlen teilnehmen.

Auch von russischer Seite wird über die Explosion in Nowa Kachowka berichtet. Hier spricht man allerdings von einem ukrainischen Drohnenangriff.

Drohnenangriff oder Widerstandsaktion: Unterschiedliche Darstellung von beiden Seiten

Während laut Kyiv Independent von russischer Seite aus berichtet wird, dass die Explosion die Folge eines Drohnenangriffs gewesen sei, mutmaßlich um die Existenz von ukrainischem Widerstand zu vertuschen, hat sich die Ukrainische Widerstandsbewegung zu dem Angriff bekannt und dazu aufgerufen, nicht an den Präsidentschaftswahlen teilzunehmen, die sie als „Propaganda-Produktion“ bezeichneten. Landsleute, die bei der Organisation des Wahlprozesses helfen, würden zudem „für ihre Taten zur Verantwortung gezogen“.

Nach Informationen auf der Website der Ukrainischen Widerstandsbewegung hätten die Explosionen infolge des Angriffs einen Teil des Eingangsbereichs der Parteizentrale zerstört, der unweit der geplanten Wahlstation liegen soll. Ziel der Aktion sei es gewesen, die russischen Besatzer an den Widerstandswillen der Ukraine zu erinnern.

Widerstand im Ukraine-Krieg: Immer wieder verüben Partisanen Schläge gegen Russland

Dass seitens der Widerstandsbewegung ausgerechnet die Partei Einiges Russland ins Visier für Angriffe genommen wird, sei in den vergangenen Monaten laut Kyiv Independent vermehrt vorgekommen. So sei im September 2023 während einer Regionalwahl ein Parteibüro in der Stadt Polohy in der Region Saporischschja angegriffen worden. Im Oktober war in Nowa Kachowka ein Parteifunktionär bei der Detonation einer Autobombe ums Leben gekommen.

Zusätzlich zu Angriffen auf die Partei kommt es in den besetzten Gebieten der Ukraine auch immer wieder zu anderen Vorfällen, bei denen russische Soldaten oder FSB-Beamte auf mysteriöse Weise ums Leben kommen. So wurde etwa vor einigen Wochen über mehrere tote russische Soldaten berichtet, die durch den Konsum von präpariertem Alkohol ums Leben gekommen waren. (saka)

Rubriklistenbild: © Alexander Polegenko/imago-images.de

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