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Ukraine-Krieg: Neue Zahlen zu Drohnenattacken in Russland – schwere Verluste für Putin

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Ukraine-Drohnen sorgen für Schäden an Russlands Ölraffinerien. In Kiew gab es Besuch aus dem britischen Königshaus. Entwicklungen zum Ukraine-Krieg im News-Ticker.

Update, 11:56 Uhr: Rekordregenfälle und Stürme haben die durch den Ukraine-Krieg ohnehin schwer getroffene Stadt Odessa heimgesucht. Neun Menschen starben laut Kyiv Post in der südukrainischen Großstadt infolge von Überschwemmungen. Darunter war eine fünfköpfige Familie. Sie war im Erdgeschoss ihres Hauses von einer Flutwelle erfasst worden. Drei Frauen wurden außerdem in Odessas Straßen von den Fluten mitgerissen und starben. Rettungskräfte evakuierten die ganze Nacht über Personen.

Ukraine-Krieg: Kritische Lage am Atomkraftwerk Saporischschja – seit einer Woche nicht am Stromnetz

Update, 11:34 Uhr: Das von Russland besetzte Atomkraftwerk Saporischschja ist seit über einer Woche ohne Strom. Die UN-Atomaufsichtsbehörde teilte mit, die Lage sei unter Kontrolle, solange die Notstromaggregate funktionieren. Die Kraftwerksleitung informierte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO), dass die Brennstoffreserven noch für mehr als zehn Betriebstage reichen.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

IAEO-Chef Rafael Grossi warnte: „Keine der beiden Seiten würde von einem Atomunfall profitieren. Ich stehe in ständigem Kontakt mit beiden Seiten, mit dem Ziel, eine schnelle Wiederanbindung des Kraftwerks an das Stromnetz zu ermöglichen.“

Ukraine-Krieg: Britische Prinzessin überraschend in Kiew – mit Botschaft von König Charles

Update, 11:29 Uhr: Die britische Prinzessin Anne hat überraschend die Ukraine besucht. Die Schwester von König Charles traf bereits gestern im Auftrag des britischen Außenministeriums in Kiew ein, wie die Nachrichtenagentur PA unter Berufung auf den Buckingham-Palast berichtete.

Die 75-jährige Princess Royal besuchte mit der ukrainischen First Lady Olena Selenska ein Denkmal für im Ukraine-Krieg getötete Kinder und legte einen Teddybären nieder. Sie traf sich auch mit Präsident Wolodymyr Selenskyj und überreichte ihm einen Umschlag mit dem Emblem des Königshauses – vermutlich einen persönlichen Brief von König Charles, spekulierte PA.

Prinzessin Anne, die Schwester von König Charles, überreichte Wolodymyr Selenskyj bei ihrem Besuch in Kiew einen Brief.

Update, 10:25 Uhr: 38 Prozent aller russischen Ölraffinerien stehen still – ein historischer Höchststand, den großteils ukrainische Drohnenangriffe verursachen. Das berichtete die russische Medienholding RBK unter Berufung auf die Consultingagentur Siala. Etwa 70 Prozent der stillgelegten Anlagen in Russland sollen durch ukrainische Drohnenattacken ausgeschaltet worden sein. Die Ukraine hat damit rund ein Viertel aller russischen Ölraffinerien zum Stillstand gebracht.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Auch die aktuell brennende Raffinerie bei Jaroslawl wurde bereits von Drohnen attackiert. Bei dem Großbrand sollen Drohnen der Ukraine jedoch keine Rolle gespielt haben, heißt es offiziell.

Ukraine-Krieg: Ölraffinerie in Russland brennt

Update, 9:15 Uhr: In der Ölraffinerie der russischen Großstadt Jaroslawl 300 Kilometer nordöstlich von Moskau ist nach Angaben der Behörden ein Großbrand ausgebrochen. Das Feuer habe technische Ursachen und sei nicht von Drohnenangriffen verursacht worden, betonte Gouverneur Michail Jewrajew auf Telegram. „Eine Drohnenattacke wurde heute nicht festgestellt.“ Von ukrainischer Seite gibt es bislang keinen Kommentar zu dem Vorfall.

Anwohner berichteten von starken Flammen und einer riesigen Rauchwolke über der Fabrik. Die Raffinerie ist mit einer Verarbeitungskapazität von 15 Millionen Tonnen Rohöl pro Jahr eine der größten in Russland. Sollte die Anlage länger ausfallen, drohen sich die Engpässe bei der Benzinversorgung in Russland weiter zu verschärfen.

Update, 06.34 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU treffen sich am Mittwoch (1. Oktober, um 13 Uhr) in Kopenhagen. Grund sind die russischen Luftraumverletzungen in mehreren NATO-Ländern. Beraten werden Europas Verteidigungsfähigkeit, die Schließung der Verteidigungslücke im Osten und Ukraine-Hilfen. Zentral ist die Frage, ob eingefrorene russische Vermögen dafür verwendet werden. Als wichtigstes Luftabwehrprojekt gilt der sogenannte Drohnenwall, der feindliche Drohnen kostengünstig abwehren soll.

Update vom 1. Oktober, 06:10 Uhr: Russland hat die Ukraine in der Nacht zum 1. Oktober erneut aus der Luft angegriffen. Bei der Attacke auf Charkiw kamen laut Ukrainska Pravda ballistische Raketen und Lenkbomben zum Einsatz. Sechs Personen wurden verletzt, teilten demnach regionale Behörden mit.

Update, 22:15 Uhr: Die Lage in dem von Russland kontrollierten und seit nunmehr sieben Tagen vom Stromnetz getrennten AKW Saporischschja ist nach Angaben von Wolodymyr Selenskyj „kritisch“. „So etwas hat es vorher noch nie gegeben“, sagte der Ukraine-Präsident in seiner abendlichen Videoansprache. Aufgrund von Russlands Angriffen auf das größte Atomgelände Europas sei das AKW von der Stromversorgung und dem Stromnetz abgeschnitten.

Die Anlage werde mit Strom aus Diesel-Generatoren versorgt, sagte der Präsident weiter. Einer der Notstromgeneratoren habe jedoch „eine Fehlfunktion“ gehabt. Selenskyj warf Moskau zudem vor, durch Luftangriffe die Reparatur von Stromleitungen zu behindern. Mit Blick auf die Sicherheitsrisiken sagte er, dies sei „eine Bedrohung für absolut alle“.

Angriffe im Ukraine-Krieg: Russland nimmt Pokrowsk zunehmend ins Visier

Update, 20:53 Uhr: Seit Beginn des Tages haben russische Truppen an der ukrainischen Front 89 Angriffe durchgeführt, wobei der Schwerpunkt auf dem umkämpften Gebiet um Pokrowsk lag. Der ukrainische Generalstab informierte auf Facebook, dass an vier Frontabschnitten weiterhin Gefechte stattfinden.

Allein in der Region um Pokrowsk unternahm die russische Armee 32 Sturmangriffe, von denen 29 erfolgreich abgewehrt wurden. Besonders intensiv waren die Kämpfe in den Ortschaften Wolodymyriwka, Pokrowsk und Udatschne. Gleichzeitig beschossen russische Einheiten mehrere Städte in den Regionen Sumy und Tschernihiw mit Artillerie und setzten im Gebiet Kursk elf Gleitbomben ein.

Ukraine-Krieg: Russland hat Probleme bei der Mobilisierung von Soldaten auf der Krim

Update, 20:28 Uhr: Russland hat Schwierigkeiten bei der Mobilisierung auf der besetzten Krim. Nur 59 Prozent des für das Jahr gesetzten Ziels sind erreicht worden, wie aus einer Recherche des Kyiv Independent hervorgeht. Bisher seien lediglich 963 von den geplanten 1.636 Personen für die russischen Streitkräfte gewonnen worden.

Die Zwangsrekrutierung von ukrainischen Bürgern in den besetzten Gebieten stellt ein Kriegsverbrechen dar und verstößt gegen die Genfer Konvention. Russland führt zweimal im Jahr Einberufungen durch, wobei die aktuelle Herbstrunde noch bis Ende Dezember andauert. Ukrainer in den besetzten Regionen werden dazu gedrängt, russische Pässe anzunehmen, was sie für den Militärdienst im Ukraine-Krieg verfügbar macht.

EU-Treffen in Dänemark wegen Russland Provokationen an der NATO-Ostflanke

Update, 19:56 Uhr: Am Mittwoch kommen die Staats- und Regierungschefs der EU in Kopenhagen zusammen, um über eine verstärkte Verteidigung und Abschreckung zu beraten. Der Grund dafür sind die jüngsten Verletzungen des Luftraums durch russische Kampfjets und Kamikaze-Drohnen im Zusammenhang mit dem Ukraine-Krieg.

Bundeskanzler Friedrich Merz und die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, schlagen außerdem vor, eingefrorene Gelder der russischen Zentralbank für zusätzliche Kredite an die Ukraine in Höhe von etwa 140 Milliarden Euro zu verwenden. Zudem soll ein sogenannter „Drohnenwall“ diskutiert werden, der mit modernster Technologie unbemannte Flugkörper erkennen und abfangen könnte. Die deutsche Fregatte „Hamburg“ sorgt für die Sicherheit des Gipfels.

Ukraine-Krieg: Russland verlegt Soldaten an der Ukraine-Front aufgrund fehlendem Nachschubs

Update, 19:17 Uhr: Russland hat einige Truppen aus der Region Cherson in das Gebiet Donezk umstationiert. Das ukrainische Militär interpretiert diesen Schritt als Hinweis auf einen Mangel an Personal in der russischen Armee. „Das zeugt davon, dass die Situation mit Personal in der russischen Armee gar nicht so ideal ist“, äußerte sich Viktor Trehubow, Sprecher des ukrainischen Einsatzkommandos „Dnipro“, laut Ukrinform. Früher verstärkte Russland seine Truppen durch Reserven. Derzeit werden jedoch Einheiten in andere Frontabschnitte verlegt.

Update, 18:51 Uhr: Im Gebiet Sumy führten russische Angriffe zu weitreichenden Stromausfällen und beschädigten ein Hochhaus in der gleichnamigen Stadt. „Sumyoblenerho“, der regionale Energieversorger, informierte auf Facebook, dass der Beschuss der kritischen Infrastruktur die Stromversorgung in Konotop, Schostka und Teilen der umliegenden Verwaltungseinheiten unterbrochen habe.

Eine russische Drohne traf in der Stadt Sumy ein Hochhaus, wie der stellvertretende Bürgermeister Artem Kobsar auf Telegram mitteilte. Obwohl bei dem Angriff keine Opfer zu beklagen waren, haben die Reparaturarbeiten an der beschädigten Infrastruktur bereits begonnen.

Ukraine-Krieg: Russland greift Dnipro mit Drohnen an – ein Toter

Update, 18:09 Uhr: In der südostukrainischen Industriestadt Dnipro kam ein Zivilist bei einem russischen Drohnenangriff ums Leben. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich auf Telegram: „Ein dreister Drohnenschlag – tagsüber, auf zivile Infrastruktur“. Er forderte erneut schärfere Sanktionen der internationalen Gemeinschaft gegen Russland.

Laut Serhij Lyssak, dem Gouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, erlitten 15 weitere Menschen Verletzungen. 13 von ihnen mussten in Krankenhäusern behandelt werden. In sozialen Netzwerken und ukrainischen Medien kursieren Videos, die ein brennendes Wohnhaus und mehrere ausgebrannte Fahrzeuge auf einer belebten Straße zeigen. Seit über dreieinhalb Jahren verteidigt sich die Ukraine gegen die russische Invasion. Dabei beklagt das Land immer wieder zivile Opfer durch Drohneneinschläge in Städten und Gemeinden.

Nord-Stream-Sabotage: Verdächtiger soll nach Deutschland ausgeliefert werden

Update, 17:44 Uhr: Die Festnahme eines Verdächtigen in Polen im Zusammenhang mit der Sabotage der Nord-Stream-Pipelines im September 2022 wurde von der Bundesanwaltschaft bestätigt. Laut der Behörde in Karlsruhe handelt es sich um einen ausgebildeten Taucher, der vermutlich zur Gruppe gehörte, die in der Nähe der Insel Bornholm Sprengsätze an den Pipelines anbrachte. Der Verdächtige, ein Ukrainer, soll an den notwendigen Tauchgängen teilgenommen haben.

Die obersten Strafverfolger Deutschlands werfen Wolodymyr Z. unter anderem vor, gemeinschaftlich eine Sprengstoffexplosion herbeigeführt und verfassungsfeindliche Sabotage begangen zu haben. Er soll nach Deutschland überstellt werden, um dort dem Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs vorgeführt zu werden. Die Auslieferung könnte jedoch mehrere Wochen oder Monate in Anspruch nehmen.

Update, 17:07 Uhr: In einer Ansprache vor den höchsten Militärführern der USA nannte Präsident Donald Trump Wladimir Putin einen „Papiertiger“. Über die Verluste im Ukraine-Krieg äußerte er: „Es sind Soldaten, es sind junge Menschen, sie verlassen ihre Eltern, sie winken zum Abschied und zwei Tage später werden sie in die Luft gesprengt.“

Der Ukraine-Konflikt sei der „schlimmste Krieg seit dem Zweiten Weltkrieg“. Trump betonte: „Fünf- bis siebentausend Soldaten sterben pro Woche. Ich glaube, wir werden das schaffen, aber das hat sich als das Schwierigste herausgestellt. Ich bin so enttäuscht von Präsident Putin.“ Er berichtete, dass er Putin gesagt habe: „Sie machen keinen guten Eindruck. Sie führen seit vier Jahren einen Krieg, der eine Woche hätte dauern sollen. Sind Sie ein Papiertiger?“

Ukraine-Krieg: US-Sondergesandte erklärt Putin weiß, dass er den Ukraine-Krieg nicht gewinnen kann

Update, 16:40 Uhr: Keith Kellogg, der Ukraine-Sondergesandte von Donald Trump, äußerte seine Überzeugung, dass Wladimir Putin den Krieg in der Ukraine nicht für sich entscheiden kann. Beim Warschauer Sicherheitsforum erklärte Kellogg laut dem britischen Guardian: „Ich denke, wahrscheinlich weiß er in seinem Innersten, dass er das nicht gewinnen kann. Das ist ein nicht zu gewinnender Kampf für ihn, langfristig.“

Der frühere General plädierte dafür, russische Drohnen oder Flugzeuge abzuschießen, die den Luftraum der NATO verletzen. Er verwies auf den Vorfall im Jahr 2015, als die Türkei einen russischen Kampfjet abschoss, und bemerkte: „Das wird sehr schnell Aufmerksamkeit erregen, nicht wahr?“

Rutte sieht Ukraine als „erste Verteidigungslinie“ gegen Russland

Update, 16:08 Uhr: NATO-Generalsekretär Mark Rutte bezeichnet die Ukraine als „erste Verteidigungslinie“ gegen Russland. Auf dem Sicherheitsforum in Warschau betonte er die Notwendigkeit, die Abschreckung der NATO zu verstärken und die Luftverteidigung im Ukraine-Krieg zu verbessern. „Wir brauchen den Drohnenwall. Wir helfen den Ukrainern, weil es um unsere Werte geht, aber auch um die erste Verteidigungslinie, unsere kollektive Sicherheit“, erklärte Rutte. In Reaktion auf die Luftraumverletzung in Polen durch Drohnen plant die EU bereits Gespräche über die Errichtung eines „Drohnenwalls“ entlang der östlichen NATO-Grenze.

Ukraine-Krieg: Militärexperten aus der Ukraine in Dänemark, um bei Verteidigung gegen Drohnen zu helfen

Update, 14:48 Uhr: In Dänemark sind ukrainische Militärexperten eingetroffen, um an gemeinsamen Übungen zur Abwehr von Drohnen teilzunehmen. Die Übung mit dem Namen „Wings of Defense“ dauert eine Woche und soll die Kooperation der beiden Streitkräfte im Kampf gegen unbemannte Luftfahrzeuge verbessern. Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte die Mission und hob hervor, dass die ukrainischen Erfahrungen aus dem Krieg in der Ukraine für einen zukünftigen europäischen „Drohnenwall“ von entscheidender Bedeutung seien. Laut dem Generalstab der ukrainischen Streitkräfte erklärte Selenskyj: „Unsere Erfahrung, unsere Spezialisten und unsere Technologien können ein Schlüsselelement des zukünftigen europäischen Projekts werden.“

Ukraine-Krieg: Kiew benötigt monatlich eine Milliarde Dollar für Verteidigungswaffen über PURL

Update, 14:17 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj plant, monatlich eine Milliarde Dollar für den Kauf von Waffen über die PURL-Initiative zu sammeln. Die Prioritized Ukraine Requirements List ermögliche der Ukraine den Erwerb dringend benötigter Verteidigungswaffen, darunter auch Patriot-Systeme, erklärte Selenskyj auf seinem Telegram-Kanal.

Seit August haben internationale Partner bereits mehrere Waffenpakete finanziert. Die Niederlande stellten 578 Millionen Dollar zur Verfügung, während Dänemark, Norwegen und Schweden gemeinsam 495 Millionen Dollar bereitstellten. Deutschland und Kanada kündigten jeweils Unterstützung in Höhe von 500 Millionen Dollar über das PURL-Programm an. Weitere Länder, darunter Belgien und die baltischen Staaten, hatten ihre Teilnahme an zukünftigen Paketen zugesagt.

Update, 13:42 Uhr: In Polen wurde ein Ukrainer verhaftet, der möglicherweise an der Sabotage der Nord-Stream-Pipeline beteiligt gewesen sein könnte. Diese Information stammt vom polnischen Radiosender RMF FM. Sein Mandant, der Ukrainer Wolodymyr Z., sei in den frühen Morgenstunden in einem Warschauer Vorort festgenommen worden, bestätigte sein Anwalt Tymoteusz Paprocki nach Angaben der polnischen Nachrichtenagentur PAP

Gleichzeitig hat ein Gericht in Bologna, Norditalien, am Dienstag entschieden, den mutmaßlichen Hauptverantwortlichen der Nord-Stream-Explosionen nach Deutschland auszuliefern. Der verdächtige Ukrainer Serhii K. habe jedoch bestritten, Mitglied der Gruppe zu sein, die 2022 die Pipelines gesprengt haben soll, erklärte sein Anwalt Nicola Canestrini gegenüber der Nachrichtenagentur AFP. Serhii K. plane, gegen seine Auslieferung beim Kassationsgerichtshof, dem höchsten Gericht Italiens, Berufung einzulegen.

Rubriklistenbild: © OLEKSANDR MAGULA/AFP

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