Masala spricht im stern-Podcast

Einschätzung von Militärexperte zu Ukraine-Krieg: Nur Zurückdrängen russischer Truppen durch Ukraine möglich

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Der Militärexperte rechnet mit einer größeren ukrainischen Gegenoffensive ab kommendem Monat.

Der Militärexperte Carlo Masala äußert seine Einschätzung zur politischen Lösung des Krieges in der Ukraine.

Berlin/München - Nach Ansicht des Militärexperten Carlo Masala ist eine politische Lösung des Krieges in der Ukraine nur durch ein Zurückdrängen russischer Truppen durch die Ukraine möglich. Dies sei «eine der Voraussetzungen, dass es überhaupt irgendwann Verhandlungen über eine Lösung des Konflikts geben kann», sagte Masala im stern-Podcast «Ukraine - die Lage». Masala ist Politikwissenschaftler an der Universität der Bundeswehr in München.

Es gebe derzeit eine Art Stellungskrieg, in dem es aber auch etwas Bewegung gibt. Die russischen Truppen würden dabei langsam vorankommen. «Das kann auf Dauer nicht für die Ukraine tolerabel sein», sagte Masala in München. Daher rechne er mit einer größeren ukrainischen Gegenoffensive ab kommenden Monat.

Die Außenminister der baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen sind am Freitag in die Ukraine gereist.

 «Wir sind hier, um unsere Solidarität zu bekräftigen und über weitere Unterstützung zu sprechen», schrieb der lettische Außenminister Edgars Rinkevics auf Twitter über ein gemeinsames Bild mit seinen beiden Amtskollegen Eva-Maria Liimets (Estland) und Gabrielius Landsbergis (Litauen). Auf der vorab nicht angekündigten Reise sollen die Chefdiplomaten der drei EU- und Nato-Länder nach Regierungsangaben aus Tallinn mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj und dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba zusammenkommen. 

Mit der Reise soll nach Angaben von Rinkevics der am 24. Februar unterbrochene Besuch in Kiew vollendet werden. Die drei Minister waren damals am Vorabend des russischen Angriffs zu einem gemeinsamen Besuch in der Ukraine eingetroffen - und dann vorzeitig abgereist. «Diesmal sprechen wir auch über den Wiederaufbau, die Restaurierung und den EU-Kandidatenstatus für die Ukraine. Das blühende Kiew erinnert daran, dass das Land für eine glänzende Zukunft bereit ist», schrieb Landsbergis. (dpa)

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