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5 Sprüche von Wolfgang Grupp, die wir uns nicht aufs T-Shirt drucken würden

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„Wenn einer zu Hause arbeiten kann, ist er unwichtig“, sagt der Trigema-Chef. Auch gegen alleinerziehende Frauen und Akademiker:innen feuert er gerne.

Trigema-Chef Wolfgang Grupp gibt den Chefposten in seinem Unternehmen Ende des Jahres ab. Der 81 Jahre alte alleinige Geschäftsführer und Inhaber übergebe die Geschäftsführung an seine Tochter Bonita (34) und seinen Sohn Wolfgang Grupp junior (32), teilte der Hersteller von Sport- und Freizeitkleidung in Burladingen am 7. November mit.

Anfang Oktober hatte Grupp das Netz mit einer Aussage in einem Tagesspiegel-Interview irritiert. Die Frage, ob es in seinem Unternehmen Home-Office gäbe, verneinte er und begründete die Entscheidung mit den Worten: „Wenn einer zu Hause arbeiten kann, ist er unwichtig.“

Wolfgang Grupp: Wer im Home-Office arbeitet, kann „sich auch gleich arbeitslos melden“

Seit März 2022 gibt es keine Home-Office-Pflicht mehr – zum Nachteil der Arbeitnehmer:innen, fand damals unter anderem die Chefin des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Yasmin Fahimi. Sie forderte, dass niemand ins Büro zurück gezwungen werden solle.

Grupp scheint das egal zu sein: „Je mehr die Leute studiert haben, desto mehr Homeoffice wollen sie – aber bei mir könnten sie sich dann auch gleich arbeitslos melden, weil sowieso keiner merkt, ob sie arbeiten oder nicht“, sagte er im Tagesspiegel. Das gelte sowohl für die 700 Näher:innen seines Bekleidungsunternehmens, als auch für seine 38 Mitarbeiter:innen in der Verwaltung. Er selbst sei jeden Tag in der Firma und brauche seine Mitarbeiter:innen vor Ort.

5 problematische Sprüche des Trigema-Chefs

Es ist nicht das erste Mal, dass Grupp mit einer kontroversen Aussage für Schlagzeilen sorgt. Auch auf TikTok ging Grupp schon damit viral. Mit seinen Sprüchen verschafft er sich wahrscheinlich bewusst öffentliche Aufmerksamkeit. Oft sind sie nicht nur provozierend, sondern auch beleidigend oder inhaltlich falsch.

Diese fünf waren besonders problematisch:

1. „Ich behaupte, dass der Amerikaner im Hintergrund alles steuert, damit er alleine eine Weltmacht bleibt.“ 

(Diese Worte sagte Grupp im Interview mit BW24, Oktober 2022.)

Für diesen Satz erntete der Trigema-Chef Kritik von einem Politik-Experten. Thorsten Benner vom Global Public Policy Institute (GPP) sagte BuzzFeed News Deutschland damals, es sei im Sinne einer lebendigen Demokratie sehr zu begrüßen, wenn sich Unternehmens-Chefs zu zentralen politischen Fragen äußern. Aber: „Trigema-Chef Grupp hätte in diesem Fall das Statement besser seinem Maskottchen Charly überlassen, der das sicherlich intelligenter hinbekommen hätte.“

2. „Wenn ich mich mit einem Studierten unterhalte, frage ich mich nicht selten: Was hat er eigentlich gesagt?“

(Ebenfalls im Interview mit BW24, Oktober 2022)

Grupp liebt es, Akademiker:innen zu bashen. Das ist besonders deshalb absurd, weil er selbst studiert hat. Von 1961 bis 1969 studierte er Betriebswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und schloss sein Studium als Diplom-Kaufmann ab.

3. „Mich wundert ja, dass es heute so viele alleinerziehende Frauen gibt.“

(RTL-Podcast „Biz & Beyond“, August 2023)

Besonders warum er so denkt, lässt an seinem Frauenbild zweifeln: „Ich frage mich, was die Frauen alles machen, dass ihre Männer davonlaufen“, sagte er im Podcast. Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner fiel mit einer ebenso problematischen Aussagen über Alleinerziehende auf.

Verständnisvoll ist Wolfgang Grupp nicht gerade.

4. „Menschen mit großen Problemen sind Versager.“

(SWR, Radio-Interview, Mai 2022)

Für ihn selbst seien Probleme zum Lösen da, betonte er im Gespräch. „Wer ein großes Problem hat, ist für mich ein Versager. Denn jedes Problem war einmal klein und hätte man es gelöst als es klein war, hätte man kein großes.“

Der Satz erinnert an Christian Lindners „Probleme sind nur dornige Chancen“. Auch andere Aussagen des FDP-Vorsitzenden Lindner sind so gar nicht hot.

5. „Egal, wie alt ich bin, meine Frau sollte immer Anfang 20 sein.“

(In der Sendung „Markus Lanz“, ZDF, April 2017)

Der Satz fiel, als Grupp die Kennelterngeschichte von ihm und seiner Frau erzählte. Als die beiden 1986 ein Paar wurden, war er 43 und sie erst 19 Jahre alt.  Erinnert ein wenig an „Grooming“, das auch frauenfeindliche Influencer auf Social Media betreiben.

Rubriklistenbild: © Bernd Weißbrod/ dpa/ Collage BuzzFeed News Deutschland

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