Soldat spricht über russische Verluste

Enthüllung eines gefangenen Nordkorea-Soldaten: Kims Soldaten sind überzeugt, sie seien in Militärübung

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Es scheint, als würden Nordkoreas Soldaten hinters Licht geführt. Zwei von ihnen äußern, sie waren unwissend, dass sie in Russlands kämpfen.

Kiew – Die ersten beiden nordkoreanischen Kriegsgefangenen in der Ukraine wurden bestätigt. Doch ihnen war vor den Kämpfen überhaupt nicht bewusst, dass sie in einem Krieg kämpfen würden: Die beiden gefangenen und zuvor im russischen Angriffskrieg eingesetzten nordkoreanische Soldaten gaben an, sie hätten geglaubt, an einer Militärübung und nicht an einem Krieg teilzunehmen. Das berichtete der südkoreanische Geheimdienst am Sonntag (12. Januar 2025).

Dem Geheimdienst NIS zufolge wurden die nordkoreanischen Soldaten am Donnerstag von ukrainischen Streitkräften in der Region Kursk im Westen Russlands gefangen genommen und befinden sich derzeit in Gewahrsam der ukrainischen Regierung.

Russland feuert Raketen auf Kinderkrankenhaus in Kiew: Fotos zeigen erschütternde Szenen

Rauch über Kiew. Die ukrainische Hauptstadt wurde am Montag von mehreren russischen Raketen getroffen.
Rauch über Kiew. Die ukrainische Hauptstadt wurde am Montag von mehreren russischen Raketen getroffen. © Evgeniy Maloletka / dpa
Die Schäden nach dem russischen Angriff auf Kiew sind beachtlich, wie hier zu sehen im Lukianivska Bezirk.
Die Schäden nach dem russischen Angriff auf Kiew sind beachtlich, wie hier zu sehen im Lukianivska Bezirk. © Andreas Stroh / dpa
Das Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew wurde durch die russischen Raketen schwer getroffen.
Das Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew wurde durch die russischen Raketen schwer getroffen. Rettungskräfte und Zivilisten suchen nach möglichen Verschütteten. © Evgeniy Maloletka / dpa
Ein augenscheinlich verletzter Mann telefoniert nach dem schweren Angriff auf Kiew.
Ein augenscheinlich verletzter Mann telefoniert nach dem schweren Angriff auf Kiew. © dpa/AP | Efrem Lukatsky
Eine Frau kümmert sich um ein Kind vor dem von russischen Raketen getroffenen Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew.
Eine Frau kümmert sich um ein Kind vor dem von russischen Raketen getroffenen Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew. © Evgeniy Maloletka / dpa
Ein Blick in das Kinderkrankenhaus zeigt, wie schwer die Raketen aus Russland die Klinik in der Ukraine verwüstet haben.
Ein Blick in das Kinderkrankenhaus zeigt, wie schwer die Raketen aus Russland die Klinik in der Ukraine verwüstet haben. © Evgeniy Maloletka / dpa
Mit blutigem Gewand steht ein Krankenhaus-Mitarbeiter vor den Trümmern nach dem russischen Raketenangriff auf Kiew.
Mit blutigem Gewand steht ein Krankenhaus-Mitarbeiter vor den Trümmern nach dem russischen Raketenangriff auf Kiew. © IMAGO/Madeleine Kelly/ZUMA Press Wire
Rettungskräfte räumen die Trümmer nach dem schweren russischen Angriff auf Kiew vor der Kinderklinik.
Rettungskräfte räumen die Trümmer nach dem schweren russischen Angriff auf Kiew vor der Kinderklinik. © Evgeniy Maloletka / dpa
In der nähe des von einer Rakete getroffenen Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses trägt ein Mann ein Kind aus der Gefahrenzone.
In der nähe des von einer Rakete getroffenen Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses trägt ein Mann ein Kind aus der Gefahrenzone. © Evgeniy Maloletka / dpa
Nach dem schweren russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt werden verletzte abtransportiert.
Nach dem schweren russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt werden Verletzte abtransportiert. © IMAGO/Madeleine Kelly/ZUMA Press Wire
Kinder warten in der Nähe des Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses, das von russischen Raketen getroffen wurde.
Kinder warten in der Nähe des Okhmatdyt-Kinderkrankenhauses, das von russischen Raketen getroffen wurde. © Evgeniy Maloletka / dpa
Vereinte Kräfte bei den Bergungsarbeiten: Retter tragen ein Stück des Daches am Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew weg.
Vereinte Kräfte bei den Bergungsarbeiten: Retter tragen ein Stück des Daches am Okhmatdyt-Kinderkrankenhaus in Kiew weg. © Evgeniy Maloletka / dpa
Ein Feuerwehrmann sitzt bei Rettungsarbeiten in Kiew nach dem schweren russischen Angriff im Schutt.
Ein Feuerwehrmann sitzt bei Rettungsarbeiten in Kiew nach dem schweren russischen Angriff im Schutt. © Aleksandr Gusev / dpa
Auch am Tag nach dem russischen Raketenangriff auf ein Kinderkrankenhaus in Kiew gehen die Aufräumarbeiten weiter.
Auch am Tag nach dem russischen Raketenangriff auf ein Kinderkrankenhaus in Kiew gehen die Aufräumarbeiten weiter. © IMAGO/Maxym MarusenkoNurPhoto
Nach dem russischen Angriff auf das Kinderkrankenhaus mussten die schwer kranken Kinder draußen vor der Klinik behandelt werden.
Nach dem russischen Angriff auf das Kinderkrankenhaus mussten die schwer kranken Kinder draußen vor der Klinik behandelt werden. © IMAGO/Maxym Marusenko/NurPhoto
In Kiew stehen Krankenhaus-Betten auf der Straße, um nach dem Angriff auf die Kinderklinik die Patienten weiter betreuen zu können.
In Kiew stehen Krankenhaus-Betten auf der Straße, um nach dem Angriff auf die Kinderklinik die Patienten weiter betreuen zu können. © IMAGO/Bahmut Pavlo/Ukrinform/Abaca
Ein Blick in das Kinderkrankenhaus in Kiew zeigt, wie schwer die russischen Raketen die Klinik zerstört haben.
Ein Blick in das Kinderkrankenhaus in Kiew zeigt, wie schwer die russischen Raketen die Klinik zerstört haben. © IMAGO/Ruslan Kaniuka/Ukrinform/ABACA
Medizinisches Personal und Freiwillige räumen Trümmer, suchen unter dem Schutt des Kinderkrankenhauses nach Opfern.
Medizinisches Personal und Freiwillige räumen Trümmer, suchen unter dem Schutt des Kinderkrankenhauses nach Opfern. © Anton Shtuka / dpa
Verzweiflung herrscht in Kiew. Nach dem Angriff auf die Kinderklinik suchen Erwachsene und Kinder Schutz in Kellern.
Verzweiflung herrscht in Kiew. Nach dem Angriff auf die Kinderklinik suchen Erwachsene und Kinder Schutz in Kellern. © Anton Shtuka / dpa

Der NIS gab an, einer der Gefangenen habe ausgesagt, sie seien im November letzten Jahres in Russland angekommen und hätten eine Woche lang unter den russischen Militärbehörden eine militärische Ausbildung absolviert, bevor sie auf das Schlachtfeld geschickt wurden.

Nordkoreanische Soldaten denken, sie kämpfen in Militärübung

Der Gefangene habe laut eigener Aussage geglaubt, an einer Militärübung teilzunehmen, und erst nach seiner Ankunft in Russland erkannt, dass es sich tatsächlich um Krieg handelte. Dem Gefangenen zufolge erlitten die zur Unterstützung Russlands eingesetzten nordkoreanischen Truppen im Kampf erhebliche Verluste, wie der Soldat ausführte.

Die beiden gefangenen Soldaten, ein Schütze und ein Scharfschütze im Alter von 20 bzw. 26 Jahren, wurden zur weiteren Untersuchung und medizinischen Behandlung nach Kiew gebracht. Obwohl sie Verletzungen erlitten haben, darunter Wunden am Kiefer, ein gebrochenes Bein und eine bandagierte rechte Hand, ist ihr Zustand nicht lebensbedrohlich.

Tausende Nordkoreaner kämpfen für Putin

Nach Angaben der USA und Südkoreas sind etwa 11.000 Soldaten aus Nordkorea in Russland im Einsatz, unter anderem in der Region Kursk an der Grenze zur Ukraine.

Da die Gefangenen weder Ukrainisch, Englisch noch Russisch sprechen, erfolgt die Kommunikation mit ihnen laut dem ukrainischen Geheimdienst „über koreanische Dolmetscher in Zusammenarbeit mit dem südkoreanischen NIS“. Der NIS erklärte in einer Textnachricht an die Presse in Korea, dass er weiterhin eng mit den ukrainischen Behörden zusammenarbeiten werde, einschließlich des Austauschs von Informationen über die nordkoreanischen Gefangenen.

„Vier bis fünf Tage“ kein Wasser oder Essen für Kriegsgefangene

Der NIS erklärte weiter, einer der von der Ukraine gefangen genommenen Männer habe zuvor „vier bis fünf Tage lang weder Nahrung noch Wasser erhalten“. Der südkoreanische Geheimdienst arbeite weiterhin mit dem ukrainischen SBU zusammen, um Informationen über im Ukraine-Krieg eingesetzte nordkoreanische Soldaten auszutauschen.

Ukraine-Präsident Wolodymyr Selenskyj veröffentlichte in Onlinemedien Fotos von zwei verletzten Männern mit asiatischen Gesichtszügen, jedoch keinen Beweis dafür, dass es sich um Nordkoreaner handelt. Die Angaben aus Südkorea stützen nun Selenskyjs Angaben.

Nordkorea-Soldat stirbt in ukrainischer Gefangenschaft

Selenskyjs Erklärung ist das erste Mal, dass die ukrainischen Behörden offiziell die Festnahme und Identifizierung nordkoreanischer Soldaten bekannt gegeben haben, die zur Unterstützung Russlands im Krieg eingesetzt wurden.

Zuvor hatten ukrainische Medien berichtet, dass ein nordkoreanischer Soldat im Dezember in derselben Region Kursk von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen worden sei. Später bestätigte der NIS, dass der Soldat an schweren Verletzungen gestorben sei. (cgsc mit afp)

Rubriklistenbild: © Wolodymyr Selenskyj / X

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