Enthüllungen über Epsteins Menschenhandel: Donald Trumps undurchsichtige Rolle
VonDavid Fischer
schließen
In „Nobody’s Girl“ beschreibt Giuffre ihre Vergewaltigung und Versklavung. Immer wieder taucht auch Donald Trump im Buch auf – und ein deutsches Supermodel.
Berlin – In ihren neu erschienen Memoiren „Nobody’s Girl“ schreibt Virginia Giuffre darüber, wie sie die Jeffrey Epstein und Ghislaine Maxwell im Alter von 16 Jahren angeworben und an Vergewaltiger verkauft haben. Das Buch und die darin erhobenen Vorwürfe erfahren besonders in den USA und Großbritannien große Aufmerksamkeit. Neben Prinz Andrew, der kurz vor der Veröffentlichung zahlreiche Adelstitel abtrat, kommt auch mehrfach US-Präsident Donald Trump vor.
In ihren Memoiren beschreibt Virginia Giuffre brutale Details über sexuelle Gewalt durch Jeffrey Epstein und seine Mittäter. Die deutsche Übersetzung erscheint am 18. November.
Giuffre beschreibt ihre erste Begegnung mit dem damaligen Immobilienunternehmer Trump in dessen Resort Mar-a-Lago positiv. Ihr Vater hatte dort gearbeitet und seiner damals jugendlichen Tochter einen Job besorgt. „Trump hätte nicht freundlicher sein können und merkte an, wie fantastisch es sei, dass ich da war. ‚Magst du Kinder?‘, fragte er. ‚Hast du schon mal als Babysitterin gearbeitet?‘ Er erklärte mir, dass ihm mehrere Häuser neben dem Resort gehörten, die er häufiger Freunden zur Verfügung stellte. Und viele dieser Leute hätten Kinder, die betreut werden müssten“, schreibt Giuffre.
Donald Trump versprach im Wahlkampf die Veröffentlichung der Epstein-Akten
Später sei sie sowohl Trump als auch Prinz Andrew auf einer Party wiederbegegnet. „Zu Halloween waren Maxwell und Prinz Andrew neben anderen Gästen, zu denen auch Donald und Melania Trump zählten, zur Party des deutschen Supermodels Heidi Klum im protzigen Hudson Hotel eingeladen.“ Enttäuscht zeigt sich Giuffre vom US-Präsidenten vor allem, weil er 2017 mit Alexander Acosta ausgerechnet den Mann zum Minister machte, der als Staatsanwalt einen Deal mit Epstein bewilligt habe.
Während Giuffre das Buch schrieb, hatte Trump noch damit geworben, dass er bei einer zweiten Amtszeit die Ermittlungsakten zu Epstein offenlegen würde. Heute sind Trump und die US-Regierung bemüht, den Fall in der Öffentlichkeit herunterzuspielen. Welche detaillierten Informationen das FBI über Epsteins Kundenkreis – also die Vergewaltiger von Giuffre und anderen Mädchen – hatte, bleibt weiter unter Verschluss.
Pompös und protzig: Trump lässt Weißes Haus komplett umgestalten
Virginia Giuffre war eine der prominentesten Überlebenden von Menschenhandel und sexueller Gewalt durch Epstein und Maxwell. Sie nahm sich im April das Leben. Ihre posthumen Memoiren, in denen sie ihren Missbrauch explizit beschreibt, rüttelt aber weiter die US-Politik auf.
Demokraten fordern Ende der Vertuschung im Fall Epstein
„Die Anschuldigungen von Virginia Giuffre sind erschütternd und schrecklich“, sagte der demokratische Abgeordnete Robert Garcia und forderte von Justizministerin Pam Bondi eine sofortige Veröffentlichung der Ermittlungsakten zu Epstein. „Das amerikanische Volk verlangt die Wahrheit, die Überlebenden verdienen Gerechtigkeit, und wir müssen diese Vertuschungsaktion des Weißen Hauses beenden.“ (Quellen: Newsweek, US-Abgeordnetenhaus, MSNBC, BBC) (dafi)