Erdogan spricht auf dem Nato-Gipfel in Madrid

Erdogan fordert diplomatische Anstrengungen um Ukraine-Krieg zu beenden

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Erdogan spricht sich für eine Waffenruhe in der Ukraine aus

Zum Ende des Nato-Gipfels fordert der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan verstärkte Diplomatie, um den Krieg in der Ukraine zu beenden.

Madrid - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat verstärkte diplomatische Anstrengungen für eine Beendigung des russischen Kriegs gegen die Ukraine gefordert. Nötig sei eine Friedensvision für das Land, sagte Erdogan am Donnerstag zum Abschluss des Nato-Gipfels in Madrid. Ziel müsse eine Waffenruhe sein, um die humanitäre Katastrophe in der Ukraine zu beenden. Er machte deutlich, dass die Unterstützung des Bündnisses für das von Russland angegriffene Land zu 100 Prozent stehe.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat nach der Einigung mit Schweden und Finnland im Nato-Streit konkrete Schritte im Kampf gegen den Terrorismus gefordert.

Terrorismusbekämpfung dürfe nicht nur auf dem Papier stehen bleiben, sagte Erdogan am Donnerstag zum Abschluss des Nato-Gipfels in Madrid. Er bezog sich dabei auf die verbotene kurdische Arbeiterpartei PKK, die syrische Kurdenmiliz YPG und die Gülen-Bewegung, die die Türkei für den Putschversuch von 2016 verantwortlich macht. Wenn man die Glaubwürdigkeit der Nato wahren wolle, müsse man «klare und konsequente» Schritte setzen, sagte Erdogan.

Das am Dienstag mit Schweden und Finnland unterzeichnete Memorandum sei ohne Zweifel ein diplomatischer Gewinn, sagte Erdogan. Man sehe es als Zeichen, dass die Sorgen der Türkei verstanden wurden. Erdogan sagte, Schweden habe bereits die Auslieferung von mehr als 70 «Terroristen» versprochen. Aus Stockholm lag dazu zunächst keine Bestätigung vor.

Die Türkei hatte am Dienstagabend ihre Blockadehaltung zum Nato-Beitritt Finnlands und Schwedens aufgegeben. Die drei Länder unterschrieben ein Memorandum, in dem die nordischen Länder der Türkei unter anderem «volle Unterstützung» gegen Bedrohungen ihrer nationalen Sicherheit aussprechen. Die drei Länder wollen zudem ihre Kooperation verstärken und unter anderem Abschiebungen erleichtern. (dpa)

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