Mohammed bin Zayed Al Nahya (r), Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate, trifft Recep Tayyip Erdogan, Staatspräsident der Türkei, im Präsidentenpalast Qasr Al Watan.
Am Mittwoch (19. Juli) unterzeichnete Erdogan mit dem Präsidenten der VAE Muhammad bin Zayid Al Nahyan einen 50,7 Milliarden US-Dollar Deal. Allerdings steht nicht ganz klar, wie die Details dieser Verträge aussehen. „Verträge im Wert von Milliarden von Dollar fliegen in der Luft. Wie immer, sie tun, was sie am besten können: Lenkung der öffentlichen Meinung“, schreibt der Wirtschaftsexperte Prof. Senol Babuscu auf Twitter. Die Journalistin Fulya Öztürk teilte in einer Sendung auf dem regierungsnahen Sender CNN Türk mit, dass sowohl die türkische als auch die andere Seite Details zu den Deals geheim halten.
Das Kommunikationsdirektorat teilte mit, dass der Deal 13 Verträge umfasse. „Es wurde vereinbart, die bestehende Zusammenarbeit in Bereichen wie Energie, Verkehr, Infrastruktur, Logistik, E-Commerce, Finanzen, Gesundheit, Lebensmittel, Tourismus, Immobilien, Bauwesen, Verteidigungsindustrie, künstliche Intelligenz und Spitzentechnologie zu vertiefen“, so die Behörde.
Wahlkampf in der Türkei: Erdoğan vs. Kılıçdaroğlu - Das Duell um die Präsidentschaft
Türkische Zentralbank hebt Leitzins um 2,5 Prozent
Auch die türkische Zentralbank versucht die Wirtschaft zu stützen. Damit die Türkische Lira nicht weiter abstürzt, hat die Notenbank den Leitzins von 15 Prozent auf 17,5 Prozent angehoben. Erwartet war ein Zinssatz von 20 Prozent. Ein großer Effekt war allerdings kaum zu sehen. Hatte der US-Dollar gestern die 30 TL-Marke überschritten, so lag dieser heute mit 29,85 TL leicht unter dem gestrigen Höchststand von 29,93 TL.
Keine Strukturreform, kein Wirtschaftsprogramm
Der Wirtschaftsexperte Mahfi Egilmez geht davon aus, dass die Maßnahmen kaum etwas bringen können. „Die Zentralbank hat den Leitzins auf 17,50 Prozent angehoben. Das war eigentlich eine Unannehmlichkeit. In einem Umfeld, in dem keine Strukturreformen durchgeführt und kein Wirtschaftsprogramm angekündigt wird, kann man mit einer widerwilligen Anhebung der Zinssätze nichts erreichen“, schreibt Egilmez ebenfalls auf Twitter.
Geld aus dem Nahen Osten wird kaum türkische Wirtschaft retten
Auch der Finanzexperte Prof. Daron Acemoglu von der US-Eliteuniversität MIT sieht den Schritt der türkischen Zentralbank sowie das Geld aus den Golfstaaten mit Skepsis. „Es ist wirklich besorgniserregend, dass die Zentralbank die Zinssätze um 2,50 Prozentpunkte erhöht hat und dass die Inflation und die Zukunft der Wirtschaft an Geld aus dem Nahen Osten gebunden sind. Dies unterstreicht leider, dass es bei der derzeitigen Politik nur darum geht, kurzfristig Ressourcen zu beschaffen“, schreibt Acemoglu auf dem Kurznachrichtendienst.
Merkez Bankası’nın 2:50 puan faiz arttırması, ve Enflasyonun ve ekonominin geleceğini Orta Doğu’dan gelen paraya bağlanması gerçekten endişe verici. Bu ne yazık ki şu anki politikaların bir tek kısa dönemde kaynak getirmek üzerine olduğunu vurguluyor
Die Wirtschaftsprobleme in der Türkei seien zudem nicht mit Geldern aus dem Ausland zu lösen. „Ich verstehe immer noch nicht, wie Finanzgeber aus dem Ausland die Inflation eindämmen soll. Gibt es dafür eine Theorie?“ Das Ganze sei „sehr schade“, so der Experte. (erpe)