Letzte Umfragen vor der Baden-Württemberg-Wahl 2026 deuten Trend für Ergebnis an
VonChristian Stör
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Die Landtagswahl in Baden-Württemberg ist wieder offen. Jedes Ergebnis scheint möglich. Was die letzten Umfragen sagen – ein Überblick.
Kurz vor der Landtagswahl Baden-Württemberg am 8. März bleibt eine Frage weiter ungeklärt: Wer wird neuer Ministerpräsident im Ländle? Gesucht wird der Nachfolger von Winfried Kretschmann (Bündnis 90/Die Grünen), dessen Name nach anderthalb Jahrzehnten an der Spitze der Landesregierung nicht mehr auf dem Wahlzettel steht. Leicht fällt die Antwort nicht. Das machen auch die letzten Umfragen vor der Wahl deutlich.
Manuel Hagel oder Cem Özdemir: Wer wird nach der BW-Landtagswahl neuer Ministerpräsident im Südwesten? Die letzten Umfragen versprechen ein Kopf-an-Kopf-Rennen.
Um seine Nachfolge konkurrieren Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Manuel Hagel (CDU). Beide Parteien führen seit 2016 eine weitgehend harmonische Koalition. Die Grünen und die Union verzichten im Wahlkampf auf scharfe Attacken gegeneinander – auch deshalb, weil sie höchstwahrscheinlich nach der Wahl weiter zusammenarbeiten werden. Unklar ist nur, wer die Nummer eins im Südwesten sein wird.
Letzte Umfragen vor der BW-Landtagswahl 2026: Kann Özdemir das Ruder herumreißen?
Die jüngste Entwicklung kommt ein wenig überraschend. Über längere Zeit sah es so aus, als würde Kretschmann zunächst der letzte grüne Regierungschef bleiben. Spitzenkandidat Özdemir befand sich mit seiner Partei monatelang in den Umfragen klar im Hintertreffen. Doch dann konnten die Grünen erheblich zulegen und sich der bis dahin klar führenden CDU immer mehr nähern. Gelingt Özdemir also doch noch der Umschwung?
Wie fallen die Daten nun aber im Einzelnen eigentlich aus? Die Ergebnisse der letzten drei Umfragen zur Baden-Württemberg-Wahl können der nachfolgenden Tabelle entnommen werden. Sie stammen von der Forschungsgruppe Wahlen (5. März), von INSA (4. März) sowie von Infratest dimap (26. Februar). Die CDU von Manuel Hagel liegt hier im Durchschnitt immer noch an der Spitze. Klar ist aber auch: Der Wahlsieg ist angesichts dieser Werte nicht mehr sicher.
26. Februar
4. März
5. März
CDU
28 %
27 %
28 %
Grüne
27 %
24 %
28 %
AfD
18 %
20 %
18 %
SPD
7 %
9 %
8 %
FDP
6 %
6 %
5,5 %
Linke
5,5 %
6 %
5,5 %
Sonstige
8,5 %
8 %
7 %
Hinweis zu den Umfragen
Institut: Infratest dimap. Auftraggeber: ARD. Erhebungszeitraum: 23. bis 25. Februar 2026. Fallzahl: 1530 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: zwei bis drei Prozentpunkte.
Institut: INSA. Auftraggeber: Bild. Erhebungszeitraum: 24. Februar bis 3. März. Fallzahl: 1000 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: ± 3,1 Prozentpunkte.
Institut: Forschungsgruppe Wahlen. Auftraggeber: ZDF. Erhebungszeitraum: 4. bis 5. März 2026. Fallzahl: 1069 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: zwei bis drei Prozentpunkte.
Die Befragungen sind repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Baden-Württemberg.
Mögliche Ergebnisse der BW-Landtagswahl 2026: Wie die letzten Umfragen ausfallen
Was zeigen die Zahlen der letzten Umfragen sonst noch? Auf Platz drei liegt die AfD, vom Verfassungsschutz im Südwesten als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft. Offen ist nur, wie stark ihre Gewinne gegenüber 2021 ausfallen – damals zog sie mit 9,7 Prozent als kleinste Fraktion in den Landtag ein. Die SPD hingegen dürfte Verluste hinnehmen; ein zweistelliges Ergebnis dürfte sie angesichts der letzten Umfragen kaum erreichen können.
Ungeklärt bleibt zudem, welche Parteien die Fünf-Prozent-Hürde überwinden werden. Die FDP schien zwischendurch schon vor dem Ausscheiden aus ihrem Stammland zu stehen; inzwischen haben sich die Liberalen, die seit mehr als 70 Jahren im Landtag vertreten sind, aber stabilisiert. Auch Die Linke kämpft um den Einzug: Laut den letzten Umfragen könnte sie erstmals ins Parlament in Baden-Württemberg einziehen. Sicher ist das jedoch nicht.
BW-Landtagswahl 2026: Umfragen sind keine Prognosen
Landtagswahl in Baden-Württemberg: Özdemir strebt Kretschmann-Nachfolge an
Umfragen sind grundsätzlich mit Unsicherheiten behaftet. Nachlassende Parteibindungen und kurzfristigere Wahlentscheidungen erschweren den Meinungsforschungsinstituten die Gewichtung der erhobenen Daten. Umfragen bilden das Meinungsbild zum Zeitpunkt der Befragung ab – sie sind keine Prognosen für den Wahlausgang. Hinzu kommt ein statistischer Fehler von bis zu drei Prozentpunkten (Fehlertoleranz).
Laut dem Internetportal Dawum lagen die Umfragen zuletzt recht nah am tatsächlichen Wahlergebnis: Bei der Landtagswahl 2021 betrug die mittlere durchschnittliche Abweichung aller Institute, die 30 Tage vor der Wahl eine Sonntagsfrage veröffentlicht hatten, demnach nur 0,95 Punkte. Die letzten Umfragen dürften das Ergebnis der Baden-Württemberg-Wahl daher ziemlich genau abbilden. (Quellen: Forschungsgruppe Wahlen, Infratest dimap, INSA, Dawum) (cs)