Vor dem Urnengang

Wahl-Krimi in BaWü: Letzte Umfrage vor Landtagswahl zeigt Kopf-an-Kopf-Rennen

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Die letzte Umfrage vor der Landtagswahl in Baden Württemberg zeigt ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Am Wahl-Sonntag deutet sich ein echter Krimi an.

Die Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 steht vor der Tür. In Umfragen vor der Wahl hat sich ein deutlicher Wandel abgezeichnet. Nachdem zunächst die CDU klar vorn war, holten die Grünen stark auf. Kurz vor der Wahl zeigt die letzte Umfrage: Es wird richtig eng.

Die Spitzenkandidaten zur Landtagswahl in Baden-Württemberg, Manuel Hagel (CDU, r), und Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) sitzen bei einer Veranstaltung der BWIHK auf der Bühne.

Die letzte Umfrage zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026, veröffentlicht von der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF, zeigt sowohl die CDU, als auch die Grünen jeweils bei 28 Prozent. Auch in den Umfragen zuvor waren beide immer näher aneinandergerückt.

Umfrage zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026: Ergebnisse im Überblick

Die Umfrage zur Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 zeigt die AfD direkt dahinter mit 18 Prozent auf dem dritten Platz, gefolgt von der SPD mit acht Prozent. Die FDP könnte mit fünfeinhalb Prozent im Landtag verbleiben, während die Linke mit ebenfalls fünfeinhalb Prozent erstmals in das Stuttgarter Landesparlament einziehen könnte.

Die Ergebnisse aus der letzten Umfrage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg 2026 im Überblick:

  • Grüne: 28 Prozent
  • CDU: 28 Prozent
  • AfD: 18 Prozent
  • SPD: 8 Prozent
  • FDP: 5,5 Prozent
  • Linke: 5,5 Prozent

Eine Koalition ohne die AfD wäre laut der letzten Umfrage vor der BW-Wahl nur zwischen den Grünen und der CDU möglich. Derzeit regiert in Baden-Württemberg eine Koalition aus CDU und Grünen unter Ministerpräsident Winfried Kretschmann, der nicht erneut kandidiert.

In den meisten Umfragen zur Landtagswahl holten die Grünen zuletzt auf, nachdem die CDU zunächst in Führung lag. Eine zuvor veröffentlichte Umfrage des Forschungsinstituts für die Bild-Zeitung sah die CDU mit 27 Prozent drei Prozentpunkte vor den Grünen. Eine andere Umfrage von Infratest dimap für die ARD aus der Vorwoche zeigte jedoch beide Parteien nahezu gleichauf, mit der CDU bei 28 Prozent und den Grünen bei 27 Prozent.

Daten zu den Umfragen der Landtagswahl in BW:

Institut: Forschungsgruppe Wahlen. Auftraggeber: ZDF. Erhebungszeitraum: 4. bis 5. März 2026. Fallzahl: 1069 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: zwei bis drei Prozentpunkte.

Institut: INSA. Auftraggeber: Bild. Erhebungszeitraum: 24. Februar bis 3. März. Fallzahl: 1000 Befragte. Statistische Fehlertoleranz: ± 3,1 Prozentpunkte.

Die Befragungen sind repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Baden-Württemberg. 

CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel zeigte sich unbeeindruckt von der Aufholjagd der Grünen. Die Umfragewerte der CDU seien „einigermaßen stabil“, sagte er am Freitag im ZDF-„Morgenmagazin“. Seine Partei liege konstant knapp unter 30 Prozent. Für ihn zähle nur das endgültige Wahlergebnis, und danach „werden wir daraus das Beste machen“.

Cem Özdemir, Spitzenkandidat der Grünen, betonte im Endspurt seine überparteiliche Haltung. „Wenn eine gute Idee von jemandem kommt, der bei der CDU ist, wird sie deshalb ja nicht falsch“, erklärte er im „Morgenmagazin“. Er fügte hinzu: „Nicht jede Idee, die aus meiner Partei kommt, muss immer richtig sein.“ Für einen Ministerpräsidenten müsse „das Landesinteresse im Zentrum“ stehen, nicht „die Parteipolitik“.

Letzte Umfrage vor der Landtagswahl in Baden-Württemberg: AfD-Frontmann verteidigt USA-Reise

Die AfD schwankte in den Umfragen zwischen 18 und 20 Prozent, während die SPD zwischen sieben und neun Prozent lag. Die Linke und die FDP bewegten sich in den jüngsten Umfragen zwischen fünfeinhalb und sechs Prozent.

AfD-Frontmann Markus Frohnmaier verteidigte am Freitag seine Reise zu politischen Gesprächen mit Vertretern der regierenden Republikaner in den USA, die er mitten im Wahlkampfschlussspurt unternommen hatte. Der Besuch sei angesichts der engen Handelsbeziehungen zwischen Baden-Württemberg und den USA „wirklich wichtig“ gewesen.

In der Affäre um Vetternwirtschaft in der AfD wies Frohnmaier erneut Vorwürfe gegen sich zurück. Es werde versucht, einen Skandal „zu produzieren“, sagte der Bundestagsabgeordnete, der zwar Ministerpräsident werden, aber nicht in den Landtag einziehen will. Berichte, dass mehrere enge Verwandte von ihm bei anderen AfD-Abgeordneten beschäftigt sind oder waren, bestätigte er als korrekt. Es seien jedoch „alles legale Beschäftigungsverhältnisse“ gewesen, teils liege das zehn Jahre zurück.

SPD-Spitzenkandidat Andreas Stoch führte die Umfragewerte seiner Partei unter anderem auf das zugespitzte Duell zwischen CDU und Grünen zurück. Die Situation gleiche der bei den Landtagswahlen 2016 und 2021, sagte Stoch im ZDF-„Morgenmagazin“. Wähler sähen sowohl SPD als auch Grüne als Teil des progressiven Lagers. Der „Zweikampf“ zwischen Hagel und Özdemir koste der SPD Stimmen.

FDP-Spitzenkandidat Hans-Ulrich Rülke zeigte sich optimistisch hinsichtlich eines Wiedereinzugs in den Landtag. Sollte es für die Liberalen nicht reichen, werde es für seine Partei jedoch insgesamt „schwierig“, sagte er am Freitag im ZDF. Die FDP habe in Baden-Württemberg bei Wahlen stets besser abgeschnitten als in anderen Bundesländern.

Linken-Spitzenkandidatin Kim Sophie Bohnen forderte im „Morgenmagazin“ eine Sicherung von Arbeitsplätzen und Standorten im Zuge der industriellen Transformation. Investitionszusagen der Landesregierung sollten an entsprechende Vereinbarungen geknüpft werden. Eine Erbschaftssteuer sei ebenfalls wichtig. „Geld ist da, es ist nur falsch verteilt“, sagte sie. (Verwendete Quellen: afp, Forschungsgruppe Wahlen)

Rubriklistenbild: © Marijan Murat/dpa

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