Politik

Umfragen zeigen Tendenz: Trumps Zustimmungswert sinkt erneut

Donald Trumps Zustimmungswert ist wieder gesunken. Die anfängliche Erholung war nur von kurzer Dauer. Der Shutdown könnte eine Rolle spielen.

Washington, D.C. – Donald Trumps Zustimmungswert ist nach einer „kurzzeitigen Erholung“ erneut gesunken, so Meinungsforscher Nate Silver. Silvers Tracker zeigt, dass Trumps Zustimmungswert derzeit bei 43,8 Prozent liegt, während 53,1 Prozent ihn ablehnen. Das ergibt einen Netto-Zustimmungswert von -9,2 Punkten. Das ist niedriger als in der vergangenen Woche, als sein Netto-Zustimmungswert bei -7,6 Prozent lag.

Der Meinungsforscher und Statistiker Nate Silver (Archivbild).

Der sinkende Zustimmungswert von Trump weist darauf hin, dass die kürzlich gewonnene öffentliche Unterstützung von kurzer Dauer war, was darauf hindeuten könnte, dass die Wähler ermüden oder es eine Gegenreaktion auf die anhaltende Regierungsschließung gibt. Trumps Zustimmungswert war in den letzten Wochen leicht gestiegen, trotz der anhaltenden Regierungsschließung, die am 1. Oktober begann.

Trumps Zustimmungswerte gehen erst hoch, dann wieder runter

In einem Beitrag auf X erklärte Silver, dass dies ein ungewöhnlicher Trend sei. „Trumps Zustimmungswert hat sich während des Shutdowns eigentlich ein wenig verbessert, was bei solchen Situationen eher selten vorkommt“, schrieb er. Laut FiveThirtyEight haben frühere Regierungsschließungen oft zu einem Rückgang der öffentlichen Unterstützung geführt. Während der Auseinandersetzung von 1995 bis 1996 fiel beispielsweise der Gallup-Wert von Präsident Bill Clinton von etwa 51 Prozent auf die niedrigen vierziger Prozentzahlen, bevor er sich nach Ende der Schließung wieder erholte.

Anfangs schien dies jedoch nicht auf Trumps Zustimmungswerte zuzutreffen. Der Tracker von Newsweek zeigte in den zwei Wochen nach Beginn der Schließung, dass Trumps Netto-Zustimmungswert von -11 auf -6 Punkte stieg. Doch wie Silvers Tracker zeigt auch der von Newsweek jetzt, dass Trumps Zustimmungswert wieder gesunken ist, auf -11 Punkte, während die Schließung weiter andauert. Dies geschieht zu einem Zeitpunkt, da dieser Shutdown zur zweitlängsten Haushaltsblockade in der amerikanischen Geschichte geworden ist, nur übertroffen vom Shutdown 2018–19 während Trumps erster Amtszeit.

Pompös und protzig: Trump lässt Weißes Haus komplett umgestalten

Washington D.C. - Weißes Haus
1600 Pennsylvania Avenue – die erste Adresse der USA. Seit mehr als 200 Jahren ist das Weiße Haus Amtssitz und Residenz des amerikanischen Präsidenten. Im übertragenen Sinn steht das White House auch als Bezeichnung für die Exekutive der USA. © Soeren Stache/dpa
Weißes Haus
Die Bauarbeiten für den Präsidentensitz begannen 1792. James Hoban entwarf ihn nach dem Vorbild eines Herrenhauses im neoklassizistischen Stil. Acht Jahre später zog John Adams als erstes Staatsoberhaupt ein. Außer George Washington wohnten hier alle Präsidenten. © Jacquelyn Martin/dpa
Das weiße Haus in Washington
Der seit 1901 auch offiziell verwendete Name „Weißes Haus“ geht auf den weißen Farbanstrich zurück. Das Gebäude überstand nicht weniger als vier Brände. Mehrfach wurde der in einem parkähnlichen Garten gelegene Bau erweitert. Von den beiden Seiten der Straße und der Mall ist vor allem das historische Hauptgebäude sichtbar. Die beiden später angefügten Seitentrakte sind kaum zu erkennen.  © Tim Brakemeier/dpa
Magnolie am Weißen Haus
Lange war auf der Südseite Geschichte zu sehen: Im Jahr 2017 stand noch eine gut 180 Jahre alte Magnolie auf der Südseite des Weißen Hauses. Die Magnolie wurde 1835 vom damaligen US-Präsidenten Andrew Jackson bei dessen Einzug gepflanzt. Es soll dem Vernehmen nach der Lieblingsbaum seiner Frau Rachel gewesen sein, die nur wenige Tage nach seinem Wahlsieg starb. Im Frühjahr 2025 wurde die Magnolie auf Anordnung von Donald Trump aus Sicherheitsgründen gefällt. Fachleute hatten zuvor jahrelang versucht, um die kränkelnde Magnolie zu retten, die zahlreiche US-Präsidenten überdauert hatte. © Andrew Harnik/dpa
Ballsaal Weißes Haus
In seiner zweiten Amtsszeit lässt US-Präsident Donald Trump das Weiße Haus nach seinen Wünschen umgestalten. So treibt er auch die Pläne für einen opulenten Ballsaal voran. „Das wird ein großartiges Vermächtnisprojekt“, sagte der Republikaner Ende Juli bei einem offiziellen Termin im Weißen Haus. Die Arbeiten sollen vor dem Ende der Amtszeit Trumps abgeschlossen sein, die bis Januar 2029 läuft. © whitehouse.gov
Karoline Leavitt
Pressesprecherin Karoline Leavitt erläuterte die Pläne genauer: Der Ballsaal werde weitgehend vom Hauptgebäude getrennt sein und im Ostflügel des Gebäudekomplexes entstehen. Auf Grafiken für das Projekt waren goldene Kronleuchter über einem Saal im hell gehaltenen Look zu sehen. © Andrew Leyden/Imago
Weißes Haus
Das Projekt ruft große Kritik hervor, Man wirft Trump Pomp und Geltungssucht vor. Die Zeitschrift New York Magazine betitelte einen Artikel mit den Worten: „Trump verwandelt das Weiße Haus in Mar-a-Lago.“ Trumps Privatanwesen Mar-a-Lago ist ein Hotelkomplex in Florida, der auch für üppiges Design mit Gold-Elementen bekannt ist. © Andrew Leyden/Imago
White House Ballroom Construction.
Die Vorbereitungsarbeiten für das Bauprojekt begannen im September 2025, als Bäume auf dem südlichen Gelände gerodet und andere Arbeiten zur Standortvorbereitung durchgeführt wurden. Das Weiße Haus betonte, dass für den Abriss keine Genehmigung der National Capital Planning Commission erforderlich sei, sondern lediglich für den geplanten Neubau. © Andrew Leyden/Imago
Bauarbeiter rissen am 20 Oktober Teile des überdachten Eingangsbereichs im Ostflügel des Weißen Hauses ab.
Der nächste Schritt folgte am 20. Oktober 2025: Bauarbeiter rissen massive Teile des überdachten Eingangsbereichs und Fenster im Ostflügel ab, den Trump „vollständig modernisieren“ lassen will. Der Präsident kündigte auf seiner Plattform Truth Social an, dass der „Spatenstich“ für den „dringend benötigten“ Ballsaal erfolgt sei. © Celal Gunes/Imago
Donald Trump
Die Bauarbeiten fanden direkt während einer Veranstaltung im Weißen Haus statt, bei der Trump die Baseball-Meister der Louisiana State University empfing. „Wir bauen direkt hinter uns einen Ballsaal. Sie wollten seit 150 Jahren einen Ballsaal, und ich gebe diesem wunderbaren Ort diese Ehre“, sagte Trump im East Room. Er warnte seine Gäste vor möglichen Baugeräuschen, da die Arbeiten „gerade heute begonnen“ hätten. © Saul Loeb /AFP
Donald Trump
Trump charakterisierte den Ostflügel bei Baubeginn als „völlig getrennt vom Weißen Haus selbst“, obwohl er baulich mit der Hauptstruktur verbunden ist. „Der Ostflügel wird als Teil dieses Prozesses vollständig modernisiert und wird schöner denn je sein, wenn er fertiggestellt ist!“, schrieb der Präsident auf Truth Social. Diese Darstellung steht im Widerspruch zur architektonischen Realität des zusammenhängenden Gebäudekomplexes. © Yuri Gripas/Imago
Melania Trump
Der Ostflügel des Weißen Hauses wurde 1902 erbaut und zuletzt 1942 modifiziert. Traditionell beherbergt er die Büros der First Lady. Mehrere Angestellte von Melania Trump mussten bereits im Vorfeld der Abrissarbeiten ihre Arbeitsplätze verlegen, um Platz für die Bauarbeiten zu schaffen. © Evan Vucci/dpa
Weißes Haus
Das Weiße Haus und seine angrenzenden Parks werden vom National Park Service (NPS) verwaltet, aber der Präsident hat grundsätzlich weitreichende Befugnisse für Renovierungen. Der frühere NPS-Chefhistoriker Robert K. Sutton wies in einem BCC-Interview darauf hin, dass beide Flügel des Weißen Hauses sehr symmetrisch seien und wichtige Funktionen hätten. Die aktuelle Renovierung stelle einen der größten Eingriffe in das Weiße Haus seit Jahrzehnten dar. © Andrej Sokolow/dpa
Rosengarten
Das Ballsaal-Projekt ist aber nur ein kleiner Teil einer umfassenden Serie von Umbauten, mit denen Trump die Regierungszentrale nach seinem Geschmack umgestaltet. So wich im Sommer im Rosengarten eine Rasenfläche einer Sitzecke aus Steinplatten. © Roberto Schmidt/AFP
Donald Trump
Derweil hat das Oval Office unter Trump eine andere Farbe angenommen. Das Büro des US-Präsidenten erstrahlt nun im Goldglanz. Vielleicht deshalb erklärte Trump das Weiße Haus zu seinem „Lieblingsplatz“ und betonte seine Wertschätzung für das historische Gebäude. © Alex Brandon/dpa
Spenengala
Im Oktober richtete Trump ein prunkvolles Abendessen aus, um denjenigen zu danken, die den Bau des Ballsaals mit ihren Spenden ermöglichen. Der Ballsaal werde Wände aus kugelsicherem Glas und Platz für tausend Menschen haben und sich für die Amtseinführung eines Präsidenten eigenen. © Jim Lo Scalzo/Imago
Donald Trump
Trump betonte, dass der Ballsaal ausschließlich aus privaten Geldern gebaut werde. 22 Millionen Dollar stammen von einer Einigung mit der Videoplattform YouTube: Die Google-Tochter hatte im September der Zahlung im September zugestimmt, um einen Rechtsstreit mit Trump um die Sperrung seines Kontos nach der Kapitol-Erstürmung radikaler Fans des Republikaners am 6. Januar 2021 beizulegen. © Jim Lo Scalzo /Imago
Donald Trump
Bei der Veranstaltung waren unter anderem Vertreter von Tech-Firmen wie Amazon, Apple, Meta, Google und Microsoft anwesend. Trump präsentierte seinen Gästen bei der Gelegenheit auch die Pläne für weitere Projekte. © Jim Lo Scalzo/Imago
Donald Trump
Klar ist nun: Trump will in der Hauptstadt ein Monument erreichten lassen, das dem Arc de Triomphe in Paris nachempfunden ist. Seinen Gästen zeigte er verschieden große Modelle eines weißen Bogens mit einem goldenen Engel darauf. Am besten gefalle ihm das größte davon, zitierten ihn US-Medien.  © Jim Lo Scalzo/Imago
Donald Trump
Trump hielt dabei ein Modell des Bogens hoch, der nach Bekanntwerden vergangene Woche den Namen „Arc de Trump“ erhalten hatte. „Er wird wirklich wunderschön werden“, betonte Trump. Auf die Frage eines Journalisten, für wen das Bauwerk sei, zeigte er auf sich und antwortete: „Für mich.“ © Jim Lo Scalzo/Imago
Galadinner
Das Bauwerk soll den Berichten zufolge auf einer Verkehrsinsel in einer Achse mit dem historischen Lincoln Memorial auf der gegenüberliegenden Seite der Arlington Memorial Bridge entstehen.  © Andrew Caballero-Reynolds/AFP
Donald Trump
Anlass für den Bau sei der 250. Unabhängigkeitstag der Vereinigten Staaten am 4. Juli 2026. Offizielle Pläne des Weißen Hauses gibt es noch nicht. Wann genau mit dem Bau begonnen werden soll und wer diesen finanziert, war zunächst unklar.  © Jim Lo Scalzo/Imago
Donald Trump
Trump hat noch viele weitere Pläne, um das Weiße Haus nach seinen Wünschen umgestalten. Wer das alles bezahlen soll, lässt der US-Präsident bisher offen. © Kevin Dietsch/AFP
Donald Trump
Die Bauarbeiten markieren einen beispiellosen Eingriff in die Architektur des Weißen Hauses, da die geplante Erweiterung fast doppelt so groß werden soll wie die bestehenden Wohnräume. Lange nach Trumps Ausscheiden aus der Präsidentschaft wird sein Einfluss auf das Regierungsgebäude in einem noch nie dagewesenen Umfang und Ausmaß sichtbar bleiben – selbst wenn ein Nachfolger die goldenen Verzierungen im Oval Office entfernt. © Andrew Harnik/AFP
Weißes Haus
Der frühere Republikaner Joe Walsh hat die Renovierung jedenfalls als „völlige Entweihung“ bezeichnet. „Wenn ich 2028 für das Präsidentenamt kandidieren würde, würde ich mit einem Bulldozer auf Trumps Ballsaal losgehen, eine völlige Schändung des Hauses des Volkes“, schrieb Walsh auf X und reagierte damit auf ein Bild, das den Abriss eines Teils des Weißen Hauses zeigt. © Andrew Leyden/Imago

Everett Kelley, nationaler Vorsitzender der American Federation of Government Employees, rief am Montag den Senat dazu auf, „ein sauberes, zeitlich befristetes Haushaltsgesetz zu verabschieden und diesen Shutdown noch heute zu beenden“, weil Bundesangestellte letzte Woche ihre erste vollständige Gehaltsabrechnung verpasst haben. „Keine halben Sachen und keine politischen Spielchen. Geben Sie jedem Bundesangestellten sofort seinen Arbeitsplatz zurück, mit voller Lohnnachzahlung – noch heute“, sagte Kelley laut BBC.

Etwa 670.000 Bundesangestellte wurden seit Beginn des Shutdowns beurlaubt. Unterdessen erklärte der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Mike Johnson, dass er sich nicht „hundertprozentig sicher“ sei, ob das Militär diese Woche bezahlt wird.

Stillstand mit Folgen: Regierungskrise trifft nun die ärmsten Amerikaner

Das Landwirtschaftsministerium meldete am Montag, dass Lebensmittelhilfe am 1. November nicht ausgezahlt werden wird, und warnte, dass „der Brunnen ausgetrocknet ist“ für das Supplemental Nutrition Assistance Program, auf das über 40 Millionen Amerikaner angewiesen sind. „Die Menschen haben Angst“, sagte Shila Ulrich, Direktorin der Central Pennsylvania Food Bank, gegenüber CBS News. „Dies ist ein Moment, in dem die Menschen nicht wissen und verstehen, was passieren wird, ob sie diese Leistungen noch bekommen, wenn die Regierung wieder öffnet, oder wann das sein wird.“

Finanzminister Scott Bessent warnte Anfang des Monats, dass der Shutdown „beginnt, auf die US-Wirtschaft durchzuschlagen“. „Das wird ernst. Es beginnt die Realwirtschaft zu treffen. Es betrifft das Leben der Menschen“, sagte er gegenüber Fox News. Analysten schätzen, dass der Shutdown das US-Wachstum pro Woche um etwa 0,1 bis 0,2 Prozentpunkte verringern könnte, während das Finanzministerium warnte, dass der Shutdown die Wirtschaft möglicherweise rund 15 Milliarden US-Dollar pro Woche kostet. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)

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