Aktuelle Entwicklungen

Ukraine News: Selenskyj erhält US-Friedensplan – und spricht von „würdigem Ende des Kriegs“

Alle Autoren
    schließen
  • Felix Durach
    Felix Durach
  • Simon Schröder
  • Nail Akkoyun
    Nail Akkoyun

Aktuelle News zum Ukraine-Krieg: Ein undurchsichtiger Friedensplan kursiert. Russland erleidet weitere Verluste, aber macht Fortschritte.

Dieser Ticker ist beendet. Neue Informationen zum Ukraine-Krieg finden Sie im neuen News-Ticker.

Update, 6:30 Uhr: Kein Nato-Beitritt der Ukraine, ein kleineres Heer und dauerhafte Gebietsabtretungen – der neue Plan der US-Regierung für ein Ende des Ukraine-Kriegs enthält zahlreiche Vorschläge, die für Kiew nur schwer zu akzeptieren sein dürften. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj machte sich den Vorschlag der USA ausdrücklich nicht zu eigen, zeigte sich aber zumindest gesprächsbereit. Eine Delegation unter Leitung von Daniel Driscoll, einem Staatssekretär im US-Verteidigungsministerium, hatte die neuesten Vorstellungen der Regierung von Donald Trump in Kiew präsentiert. Selenskyj erklärte danach in einer Videobotschaft: „Die amerikanische Seite hat Punkte eines Plans vorgestellt, um den Krieg zu beenden – ihre Sichtweise. Ich habe unsere Grundsätze vorgestellt.“

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine News: Putin bekräftigt russische Kriegsziele

Update, 21. November, 5:00 Uhr: Wladimir Putin hat beim angeblichen Besuch einer Kommandozentrale das Festhalten an den Moskauer Kriegszielen in der Ukraine bekräftigt. „Wir haben unsere gemeinsamen Aufgaben, unsere Ziele. Das Wichtigste ist, unbedingt die Ziele der speziellen Militäroperation zu erreichen“, sagte Putin nach Kreml-Angaben bei einer Besprechung. 

Update, 22:12 Uhr: Kiew weist russische Angaben über die Einnahme der Stadt Kupjansk im Ukraine-Krieg zurück. Der Generalstab erklärte laut Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich die Stadt nach wie vor unter ukrainischer Kontrolle befinde. Zuvor hatte der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow Kreml-Chef Wladimir Putin über die Einnahme Kupjansks informiert.

Die Ukraine weist darüber hinaus russische Behauptungen zurück, wonach 80 Prozent von Wowtschansk in der Region Charkiw und 70 Prozent der strategisch wichtigen Stadt Pokrowsk erobert worden seien.

Update, 21:16 Uhr: US-Außenminister Marco Rubio hat den neuen Friedensplan für den Ukraine-Krieg als „Liste möglicher Ideen“ bezeichnet. Das Dokument sei noch nicht final und werde „fast sicher“ noch geändert, betonten amerikanische Beamte gegenüber CNN. Der von der Trump-Administration mitentwickelte Plan erfordert Zugeständnisse beider Konfliktparteien. Kritiker bemängelten jedoch, dass der Plan zu viele Forderungen Moskaus beinhalte. Präsident Selenskyj hat den Entwurf bereits studiert und signalisiert Gesprächsbereitschaft für neue Verhandlungen.

Ukraine News: Selenskyj erhält offiziell US-Friedensplan

Update, 18:30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat einen von den USA ausgearbeiteten Friedensplan für den Ukraine-Krieg offiziell erhalten. Nach einem Treffen mit einer US-Delegation in Kiew teilte das Präsidentenbüro mit: „Im Ergebnis des heutigen Treffens haben wir vereinbart, an den Punkten des Plans so zu arbeiten, dass dies zu einem würdigen Ende des Krieges führt.“

Der angeblich 28 Punkte umfassende Plan soll sich laut Medienberichten vor allem an russischen Positionen orientieren, weshalb eine Ablehnung durch Kiew als wahrscheinlich gilt. Selenskyj hoffe auf ein baldiges Gespräch mit US-Präsident Donald Trump zur Diskussion der Hauptpunkte, hieß es laut der Nachrichtenagentur dpa.

Ukraine News: Wadephul telefoniert mit Trumps Sondergesandtem

Update, 17:18 Uhr: Bundesaußenminister Johann Wadephul hat mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und dem türkischen Außenminister Hakan Fidan über Bemühungen zur Beendigung des Ukraine-Kriegs telefoniert. Dabei hätten sich die drei Politiker „über unsere vielfältigen aktuellen Bemühungen ausgetauscht, den Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine und damit endlich das unermessliche menschliche Leid zu beenden“, erklärte Wadephul.

Witkoff und Fidan sei eine enge Abstimmung mit Deutschland und den europäischen Partnern wichtig. „Es muss gerade jetzt mit dem beginnenden Winter in einem ersten Schritt darum gehen, die Angriffe auf die Energieinfrastruktur umgehend einzustellen, damit nicht noch mehr Menschen unter den tiefen Temperaturen leiden“, so der Außenminister weiter.

Update, 16:04 Uhr: Deutsche Politiker aus Union und SPD haben den mutmaßlichen US-Friedensplan für den Ukraine-Krieg als unzureichend zurückgewiesen. Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) bezeichnete das Ergebnis gegenüber RTL/ntv als „nicht akzeptabel“, während SPD-Fraktionsvize Siemtje Möller die Berichte im Gespräch mit der Funke-Mediengruppe als „besorgniserregend“ einstufte.

Der Plan sieht nach Informationen der Financial Times vor, dass Kiew die Kontrolle über die Regionen Donezk und Luhansk aufgibt und seine Streitkräfte drastisch reduziert. CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt kündigte an, die Bundesregierung werde ein Mitspracherecht bei den Verhandlungen fordern.

Update, 14:17 Uhr: Putins Truppen rücken in der Region Saporischschja offenbar weiter vor. Das berichten die ukrainischen Militäranalysten der Gruppe „DeepState“ sowie die Ukrainska Pravda. Den Berichten zufolge hat Russlands Armee unter anderem das Dorf Wessele in Saporischschja besetzt und mache zudem Fortschritte in Richtung Charkiw. Die Millionenstadt ist im Ukraine-Krieg immer wieder das Ziel von schweren russischen Angriffen.

Gefangenenaustausch im Ukraine-Krieg: Russland übergibt 1000 Soldatenleichen

Update, 12:49 Uhr: Die Ukraine hat im Zuge eines neues Gefangenenaustauschs die sterblichen Überreste von tausend Menschen zurückbekommen, die laut Moskau ukrainische Soldaten waren. „Heute haben Rückführungsmaßnahmen stattgefunden“, erklärte die ukrainische Koordinierungszentrale für Kriegsgefangene am Donnerstag in Onlinediensten. Ermittler und Experten „werden bald alle nötigen Untersuchungen durchführen und die zurückgegebenen Leichname identifizieren“, fügte die Behörde hinzu.

Russische Staatsmedien berichteten, die Leichen von tausend getöteten ukrainischen Soldaten seien im Austausch für die Leichen von 30 russischen Soldaten zurückgegeben worden. Der Austausch von Kriegsgefangenen und sterblichen Überresten getöteter Soldaten ist einer der wenigen Bereiche, in denen Kiew und Moskau kooperieren.

Feuerwehrleute löschen nach einer Drohnen-Attacke in Charkiw letzte Glutnester.

Ukraine News: Rubio äußert sich zu US-Friedensplan – „Liste möglicher Ideen“

Update, 11:55 Uhr: US-Außenminister Marco Rubio hat beide Konfliktparteien in der Ukraine zu Zugeständnissen aufgefordert. In seinem persönlichen Account auf X betonte er: „Um einen komplexen und tödlichen Krieg wie den in der Ukraine zu beenden, ist ein umfassender Austausch ernsthafter und realistischer Ideen erforderlich.“ Rubio bestätigte nicht die Existenz eines fertigen Plans, sondern erwähnte lediglich eine „Liste möglicher Ideen“. Zuvor hatten Medien über einen 28-Punkte-Plan berichtet.

Rubio erklärte, dass ein dauerhafter Frieden von Russland und der Ukraine verlange, „schwierigen, aber notwendigen Konzessionen zustimmen“ zu müssen. Er fügte hinzu: „Deshalb erstellen wir derzeit eine Liste mit möglichen Ideen zur Beendigung dieses Krieges, die auf Beiträgen beider Konfliktparteien basiert, und werden diese Liste auch weiterentwickeln.“ Diese Aussagen veröffentlichte er nicht über die offiziellen Regierungskanäle.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Ukraine News: Wadephul reagiert auf möglichen US-Friedensplan

Update, 11:30 Uhr: Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) hat angesichts des angeblichen US-Friedensplans eine Waffenruhe als Voraussetzung für Friedensgespräche genannt. Es könne nur miteinander verhandelt werden, wenn der russische Präsident Wladimir Putin „seinen aggressiven Angriffskrieg gegen die Ukraine beendet, dass es zu einem Waffenstillstand kommt, ohne jede Vorbedingung“, sagte Wadephul am Donnerstag am Rande eines Treffens der EU-Außenminister in Brüssel.

Die Bundesregierung begrüße „jede Initiative, die ergriffen wird, um in einen Verhandlungsmodus zu kommen“, erläuterte der Außenminister. Es gelte allerdings, dass „alle Verhandlungen über einen Waffenstillstand“ und „eine weitere friedliche Entwicklung der Ukraine“ nur „mit der Ukraine und besprochen und verhandelt werden“ könne, betonte Wadephul. „Und da wird Europa einzubeziehen sein.“

Ukraine News: Polen gegen angeblichen US-Friedensplan

Update, 10:13 Uhr: Auch Polens Regierung hat den angeblichen US-Friedensplan für den Ukraine-Krieg kritisiert. Aus seiner Sicht sollte nicht die Fähigkeit des Opfers zur Verteidigung eingeschränkt werden, sondern die Fähigkeit des Angreifers zu Aggressionen, sagte Außenminister Radoslaw Sikorski vor einem Treffen mit seinen EU-Amtskollegen in Brüssel.

Update vom 20. November, 9:30 Uhr: Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) hat den angeblichen US-Friedensplan für die Ukraine kritisiert. „Es mutet etwas an, als ob Putin damit Kriegsziele erreichen könnte, die er auf dem Schlachtfeld nicht erreicht hat. Und das wäre sicherlich ein Ergebnis, das nicht akzeptabel wäre“, sagte Frei in der Sendung „Frühstart“ von RTL/ntv. In den europäischen Hauptstädten war zu dem Plan wenig bekannt. Aus EU-Kreisen hieß es, dass es Gespräche der USA mit beiden Kriegsparteien gebe, den neuen Plan habe man aber noch nicht gesehen. Auch der Kanzleramtschef sagte, ihm persönlich sei der Friedensplan nicht bekannt gewesen.

Ukraine News: Verwirrung um angeblichen Ukraine-Friedensplan

Kiew/Moskau – Die Verhandlungen im Ukraine-Krieg nehmen wieder an Fahrt auf, doch Details bleiben vorerst unklar. Hätten die USA nach Gesprächen mit Russland zunächst noch Putins Maximalforderung im Donbass vertreten, dementiert das Umfeld von US-Präsident Donald Trump nun einen entsprechenden Bericht der Financial Times.

Ein hochrangiger US-Beamter tat den angeblichen Vorschlag als „maximalistische Fantasie des Kremls“. Zunächst wurde berichtet, die Ukraine solle die umkämpften Gebiete Donezk und Luhansk vollständig räumen und ihre Armee halbieren. Andere Vertreter der Trump-Regierung weigerten sich etwa auf Anfrage der Kyiv Post, Näheres zum Ukraine-Friedensplan zu erzählen – es erfolgte aber auch kein Dementi. Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, es gebe zwischen Russland und den USA keine neuen Vorschläge für ein Ende des Ukraine-Kriegs.

Die angebliche Wiederannäherung zwischen Washington und Moskau trifft die Ukraine in einem doppelt ungünstigen Moment. An der Front im Osten scheint der Fall der lange umkämpften Stadt Pokrowsk nur noch eine Frage der Zeit. Putins Truppen sind von verschiedenen Seiten in die Stadt eingedrungen. Russland behauptet täglich, dort seien ukrainische Truppen umzingelt, der Kreis um sie werde enger geschnürt, die Einheiten würden vernichtet. Täglich meldet Moskau auch eine nicht überprüfbare Zahl neu eingenommener Gebäude.

Der ukrainische Generalstab weist zurück, dass Truppen eingekesselt seien. Zugegeben werden Nachschubprobleme bei der Versorgung der Einheiten. Doch Pokrowsk gilt als Symbol für den Widerstand der Ukraine gegen den russischen Angriffskrieg. Das Land verlöre dann nach dreieinhalb Jahren Kampf ein weiteres großes Stück im Westen des Gebiets Donezk. Damit wäre auch die Nachbarstadt Myrnohrad nicht mehr zu halten. Es wäre die größte militärische Niederlage im Ukraine-Krieg seit dem Fall von Awdijiwka im Februar 2024 – auch für Präsident Selenskyj

Ukraine News: Eingefrorene Gelder aus Russland sollen Hilfen im Ukraine-Krieg finanzieren

Während Russlands Wirtschaft unter dem Ukraine-Krieg leidet, denkt die EU zunehmend über russische Gelder für Kiew nach. Für die Nutzung der russischen Gelder werben insbesondere Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und von der Leyen. Ihr Plan sieht vor, der Ukraine unter Nutzung der Mittel Moskaus Darlehen in Höhe von bis zu 140 Milliarden Euro zu geben. Russland soll das Geld nur dann zurückbekommen, wenn es nach einem Ende seines Angriffskriegs gegen die Ukraine Reparationszahlungen leistet.

Für den Fall, dass das eingefrorene russische Geld zum Beispiel infolge von internationalen Urteilen oder Deals unerwartet wieder freigegeben werden müsste, müssten die EU-Staaten lediglich Garantien leisten. Wie es weitergeht, soll nun spätestens beim nächsten regulären Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs entschieden werden. Dieses ist für den 18. Dezember angesetzt.

Unterdessen hat Kiew hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Nach Angaben des Generalstabs haben die russischen Streitkräfte binnen 24 Stunden etwa 890 Soldaten verloren. Insgesamt hat Putins Armee diesen Angaben zufolge bereits mehr als 1,16 Millionen Soldaten verloren. Mit Verlusten sind stets getötete oder schwer verwundete Soldaten gemeint. Die Zahlen lassen sich unabhängig nicht überprüfen. (Redaktion mit Nachrichtenagenturen)

Rubriklistenbild: © SERGEY BOBOK / AFP

Kommentare